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Primaerliteratur
Imperialismus | Kolonialzeit

[P|S|M]

Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch herausgegeben auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1913 - Deutsch-Neuguinea
I. Deutsch-Neuguinea

a. Der Bismarck-Archipel.
b. Kaiser-Wilhelmsland
c. Die Karolinen, Palau-Inseln und Marianen sowie die Marshall-Inseln.

c. Die Karolinen, Palau-Inseln und Marianen sowie die Marshall-Inseln. (S. 33)

Größe : Die früher in spanischem Besitz gewesenen Inselgruppen sind im Juni 1899 durch Kauf in den Besitz des Deutschen Reiches übergegangen. Die Karolinen haben einen Flächeninhalt von 1600 qkm (davon die Palau-Inseln 450 qkm). Die Marianen haben einen Flächeninhalt von 626 qkm. Die Zahl aller dieser Inseln beträgt 800. Die hauptsächlichsten Inseln der Karolinen sind : Kusaie, Ponape, Truk und Jap. Die wichtigste Insel der Palau ist Baobeltaab. Die hauptsächlichsten Marianen-Inseln sind : Saipan und Tinian. - Die Marshall-Inseln, bestehend aus der Ratakgruppe im Osten und der Rälikgruppe im Westen, insgesamt 353 Eilande, sind mit ungefähr 400 qkm Oberfläche etwas größer als das Fürstentum Schaumburg-Lippe.

Bevölkerung : Weiße 1911 : 239, darunter 139 Deutsche und 44 Frauen. Farbige auf den Westkarolinen, Palau und den Marianen 15.400, Mischlingsbevölkerung 209. (S. 34)

Bewässerung und Bodengestalt : Die höchste Erhebung ist der Tolokole auf Ponape, 870 m. Auf derselben Insel der zuckerhutförmige Basaltkegel Tukain.

Klima : Mittlere Jahrestemperatur 27 Grad Celsius. Regenzeit auf den östlichen Inseln Juni-September, auf den westlichen Juni-August. Auf den Marshall-Inseln alljährlich 300 Regentage mit 4000 bis 5000 mm Regenmenge.

Pflanzenwelt : Die westlichen Inseln sind reicher an Arten als die östlichen. Die Kokospalme ist fast die einzige Kulturpflanze. Neuerdings Versuche mit Kautschuk und Kakao.

Tierwelt : An Säugetieren ursprünglich nur Fledermäuse. Eingeschleppt Ratten. Zahlreich an Arten Vögel und Fische, arm an Insektenfauna. Haustiere fast überall Hund, Katze und Schwein. Auf Tinian (Marianen) Herden verwilderter Rinder und Schweine.

Mineralien : Auf den Palau-Inseln stehen brauchbare Kohlenlager. Auf Nauru und einigen anderen Inseln (Angaur und Feis von den Palau) reiche Phosphatlager.

Handel und Verkehr : Ausgeführt werden aus allen genannten Inselgruppen : Kopra, Trepang, Schildpatt, Perlmutter, Steinnüsse, Haifischflossen, Phosphate. Eingeführt werden : Gewebe, Tabak, Lebensmittel, Eisenwaren, Alkohol usw. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 11.

Schiffsverkehr : Neben Schiffen unter deutscher Flagge treten bei den Marshall-Inseln englische Dampfer, bei den Marianen japanische Segler auf. 1909 liefen an die Ostkarolinen 23 Dampfer mit 11.500 Registertonnen, die Westkarolinen 104 mit 10.000 Registertonnen, die Marshall-Inseln 13 mit 7000 Registertonnen, 1910 waren es 25 mit 14.500 Tonnen bezw. 119 mit 97.000 Registertonnen, 11 mit 11.300 Registertonnen. 1911 die östlichen Inseln 96 Dampfer mit 144.000 Reg.-T., die westlichen 111 mit 117.000 Reg.-T. Überfahrtspreis : Norddeutscher Lloyd und Jaluit-Gesellschaft, Genua oder Neapel - Jap, bis Hongkong I., 1250 M., II. 860 M., III. 495, von Hongkong Kajüte 500 M., Deck 200 M.; bis Sidney I. 1230 M., II. 700 M., III. 265 M., von Sydney Kajüte 300 M., Deck 120 M.

Post und Telegraphie : Ende 1912 : 8 Postanstalten, darunter 1 mit Telegraphenbetrieb. Postverbindungen : zweimal alle 16 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Jaluit 52-57 Tage; außerdem Jap alle 4 Wochen u. Angaur alle 8 Wochen (Norddeutscher Lloyd), Beförderungsdauer Jap 38-51 Tage, Angaur 53 Tage. Telegramme : telegraphisch nach Sydney oder Jap, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel : "Poste N.N., Jaluit, Jap". Gebühren für Telegramme nach Angaur für das Wort 6,05 M., nach den übrigen Anstalten für das Wort nach Sydney 3,10 M., bis Jap 5,05 M.

Verwaltung : Sitze der Bezirksregierungen sind : Ponape, Jap und Jaluit; auf Truk, Koror, Nauru und Garapan (Saipan) je ein Stationsleiter. Die Inseln unterstehen dem Gouverneur in Rabaul (z. Zt. Dr. Hahl


).

 

Quelle: Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch 1913, auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft herausgegeben, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1913, S. 32ff.

GM (digitale Umsetzung) und AG (Übersetzung) für psm-data
mit freundlicher Unterstützung durch die
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