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Primaerliteratur
Imperialismus | Kolonialzeit

[P|S|M]

Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch herausgegeben auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1913 - II. Die Samoainseln (Schifferinseln)
II. Die Samoainseln (Schifferinseln) (S. 34)

Größe : Zum deutschen Schutzgebiet Samoa gehören seit dem 14. November 1899 bzw. seit dem 1. März 1900 folgende Inseln : Sawaii (1691 qkm), Upolu (868 qkm, Sitz des Gouvernements), Manono (8,5 qkm), Apolima (4,7 qkm), zusammen 2572 qkm (= Herzogtum Sachsen-Meiningen). Die übrigen Inseln der Samoa-Gruppe unterstehen den Vereinigten Staaten, darunter Tutuila mit dem ausgezeichneten Hafen Pago-Pago; die deutschen Samoainseln haben keinen Hafen; Apia ist nur eine offene Reede.

Bevölkerung : 1902 : 32.612 Eingeborene, 1906 : 33.478, 1911 : 33.554. Europäer 1903 : 381, davon 192 Deutsche, 1907 : 455 Weiße, darunter 248 Deutsche und 117 Frauen, 1908 : 436 Weiße, dabei 262 Deutsche und 78 Frauen; 1909 : 468 Weiße, darunter 270 Deutsche und 112 Frauen; 1910 : 473 Weiße, 1911 : 504, davon 284 Deutsche und 93 erwachsene Frauen. 1912 : 500, davon 294 Deutsche und 98 erwachsene Frauen. Ferner eine Mischlings-Bevölkerung von etwa 996 Köpfen und 1613 Chinesen.

Bewässerung und Bodengestalt : Saqaii und Upolu sind gebirgig (höchster Gipfel der Manga-Loa mit 1646 m über Meereshöhe) und vulkanisch. Die Flüsse bilden infolge des terrassenförmigen Aufbaues der Inseln häufig Wasserfälle.

Klima : Tropisch (Mai bis September Südost-Passat). Jährliche Durchschnittstemperatur 25,70 Grad. Samoas Klima ist durchaus gesund.

Pflanzenwelt : Üppige Vegetation; sogar die steilen Felswände sind mit Pflanzen bedeckt. Häufig sind Farn-Arten. Kulturpflanzen : Kokospalme, Kakao (von ausgezeichneter Güte) und, nach den bisherigen Versuchen zu urteilen, Kautschuk.

Tierwelt : Ursprünglich auch hier von Säugern nur Fledermäuse. Importiert : Hunde und Katzen, Schweine und leider auch Ratten. Land und Meer sind im übrigen reich an niederen Tieren.  (S. 35)

Handel und Verkehr : Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Kopra und Früchten, auch Kawawurzeln, und neuerdings Kakao, Kautschuk und ein wenig Tabak; die Einfuhr bringt Verzehrungs- und Bekleidungs-Gegenstände, Baumaterialien und Metallwaren. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 11.
Schiffsverkehr : Im Hafen von Apia wurden 1907 gezählt 88 Dampfer (davon nur 1 deutscher) und 31 Segler mit insgesamt 59.000 Reg. Tonnen. 1909 : 107 Schiffe mit 124.000 Reg. Tonnen, 1910 : 118 Schiffe mit 112.000 Registertonnen, 1911 : 109 Dampfer (nur 2 unter deutscher Flagge) mit 124.000 Register-Tonnen. Überfahrtspreis : Norddeutscher Lloyd bis Sydney, Oceanic S.S. Co. of San Francisco bis Pago-Pago I. 1640 M., II. 966,25 M., III. 418,25 M., von Pago-Pago nach Apia I. 32 M., II. 21,35 M.
Post und Telegraphie. Ende 1912 : 8 Postanstalten, darunter 1 mit Ortsfernsprechnetz. Verkehr 1911 : 242300 Briefsendungen, 4570 Postanweisungen mit 1.031.477 M., 2111 Pakete, 28976 Zeitungen, 109.694 Gespräche. Postverbindungen alle 4 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Apia 33 Tage. Telegramme : telegraphisch nach Auckland oder Suva, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel : "Poste N.N., Apia, Auckland". Telegrammgebühr für das Wort nach Auckland und Suwa 3,10 M. Der für Samoa wie auch für Neuguinea bereits seit längerer Zeit angestrebte Anschluß an das internationale Telegraphennetz (Jap) wird - wenn auch nicht durch Kabelverbindungen - durch Einrichtung von Funken-Telegraphen-Stationen, und zwar in Jap und Nauru voraussichtlich 1913, in Rabaul und Apia voraussichtlich 1914, hergestellt werden.

Verwaltung : Gouverneurs-Sitz Apia auf Upolu. Gouverneur war bis 1911 Dr. Solf, der derzeitige Staatssekretär des Reichskolonialamts, sein Nachfolger seit 1912 Dr. Schultz. Bezirksamt auf Sawai


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Quelle: Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch 1913, auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft herausgegeben, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1913, S. 32ff.

GM (digitale Umsetzung) und AG (Übersetzung) für psm-data
mit freundlicher Unterstützung durch die
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