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Imperialismus | Kolonialzeit

[P|S|M]

Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch herausgegeben auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1914 - Deutsch-Neuguinea
I. Deutsch-Neuguinea (S. 37)

Das ganze Schutzgebiet hat eine Fläche von 242.500 qkm, 1178 weiße und schätzungsweise 600.000 farbige Bewohner. Zuverlässige Angaben über ihre Zahl sind nach amtlicher Angabe auf Jahre hinaus nicht möglich.

a. Der Bismarck-Archipel. 

Größe : Ungefähr 61.000 qkm (2/3 Bayern). Die Hauptinseln des Bismarck-Archipels sind die durch den St. Georgs-Kanal getrennten Inseln Neu-Pommern mit der Gazelle-Halbinsel und Neu-Mecklenburg, ferner Neu-Hannover, sowie vor der die Gazelle-Halbinsel ausbuchtenden Blanche-Bai Neu-Lauenburg. In der Bai selber das kleine Eiland Matupi, wo zuerst am 3. November 1884 die Flagge gehißt wurde. Im Nordwesten die Admiralitätsinseln (die größte Manus, kleinere Hermit-Inseln, Ninigo-Inseln, sowie Maty und Durour). Von den Salomon-Inseln die nördlichen Buka und Bougainville, die besonders als Anwerbegebiet für Arbeitskräfte eine Rolle spielen. Die südöstlich davon gelegenen Inseln sind durch Abkommen von 1899 britisch.

Bevölkerung : Die farbige wird veranschlagt auf annähernd 200.000 Einwohner (Melanesier oder Papua). Im Bezirke Gazelle-Halbinsel wurden gezählt 28.718, in Neu-Lauenburg 2969, auf den Witu-Inseln 1356. In den übrigen Bezirken des Schutzgebietes ist die eingeborene Bevölkerung teils durch Schätzung allein, teils durch Schätzung und Zählung ermittelt worden in Baining mit 5000, Neu-Pommern mit 50.000, Neu-Mecklenburg-Nord und Neu-Hannover mit 28.000, Neu-Mecklenburg-Süd mit 27.000, St. Mathias mit 3000, Admiralitätsinseln mit 10.000, Salomoninseln mit 33.000. Die europäische Bevölkerung betrug 1904 : 318 Weiße, darunter 203 Deutsche, 1905 : 335 Europäer, darunter 233 Deutsche, 1906 : 383 Weiße, darunter 267 Deutsche, 1907 : 360 Weiße, davon 255 Deutsche und 100 erwachsene Frauen. 1908 : 463 Weiße, davon 364 Deutsche und 105 weiblichen Geschlechts. 1910 : 510, darunter 118 weiblichen Geschlechts, 1912 : 563 Weiße, wovon 402 Deutsche und 94 weiblichen Geschlechts. 1913 : 685, davon 482 Deutsche und 134 erwachsene Frauen. Ferner einige hundert nicht einheimische Farbige (Chinesen [im ganzen Schutzgebiete 1141], Malayen, nicht eingeborene Südseeinsulaner).

Bodengestalt und Bewässerung : Sämtliche Inseln sind gebirgig. Auf Neu-Mecklenburg Berge bis zu einer Höhe von 1200 m. Auf der Gazelle-Halbinsel die Vulkane Mutter mit Nordtochter und Südtochter. Neu-Pommern hat zahlreiche Küstenflüsse; Holmesfluß auf der Gazelle-Halbinsel. Auf Bougainville das Kaisergebirge mit dem dreigipfeligen Balbiberg (3067 m).

Klima : Der Archipel hat ein durch die Meeresumgebung gemildertes Tropen-Klima. Mittlere Jahrestemperatur 26 Grad. Geringster Regenfall zumeist Juli bis Oktober. Erdbeben sind häufig, aber ungefährlich.

Pflanzenwelt : (Dieser und die nächsten Abschnitte gelten auch für Kaiser-Wilhelmsland). Besonders üppige Vegetation. Dichter Wald mit schlanken, von Lianen umwundenen Bäumen. Guttapercha-Vorkommen. In größeren Höhen baumfreie Grassteppen. Kulturpflanzen : Kokospalme, dagegen Kautschuk, Kakao und Baumwolle erst im Versuchsstadium. Kaffee und Tabak ohne Bedeutung.

Tierwelt : Keine Raubtiere, keine Affen, d.h. eine australische Fauna, z.B. Beuteltiere. - Paradiesvogel, schönster Vertreter einer sehr bunten Vogelwelt. Von Meerestieren seien Perlmuttermuscheln erwähnt und Holothurus (Trepang).

Mineralien : Auf Neu-Mecklenburg an verschiedenen Stellen Kohle gefunden, aber noch nicht auf Abbaufähigkeit untersucht. In Kaiser-Wilhelms-Land an der deutsch-britischen Grenze (Herkules-Fluß) abbauwürdige Vorkommen von Schwemmgold und westlich des Kaiserin-Augusta-Flusses von Erdöl.

Handel und Verkehr : Kopra, etwas Kautschuk, Kakao und Kaffee, Steinnüsse, Trepang, Perlmutter, Schildpatt, Paradiesvögelbälge. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 12 und 13. Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel und Fleisch, Garne und Gewebe, Metalle und Metallwaren, Tabak, Getränke, Kohlen usw.
Schiffsverkehr : 245 Dampfer und 104 Segler liefen 1908 die Häfen Herbertshöhe, Simpsonhafen, Käwieng, Namatanai und Kieta (Bougainville) des Bismarck-Archipels an mit rund 243.000 Reg.-Tons; Friedrich-Wilhelmshafen in Kaiser-Wilhelmsland besuchten 71 Dampfer mit 84.000 Registertonnen, 1909 : 476 Schiffe mit 400.000 Registertonnen, 1910 : 437 mit 408.000 Registertonnen, 1911 : 576 mit 431.000 Registertonnen, 1912 : 634 Schiffe mit 503.000 Registertonnen. Ueberfahrtspreis : Norddeutscher Lloyd : Genua oder Neapel-Herbertshöhe I. 1560 M., II. 1065 M., III. über Hongkong 740 M., über Sydney 420 M.
Post- und Telegraphie : Ende 1913 : 14 Anstalten, darunter 2 mit Telegraphenbetrieb und Ortsfernsprecheinrichtungen, 31 km Landtelegraphenlinien. Verkehr 1912 : 324.000 Briefsendungen, 9866 Postanweisungen mit 1.902.483 M., 5137 Pakete, 136.000 Zeitungen, 32 Telegramme, 49.178 Gespräche. Postverbindungen über Hongkong bzw. Sydney. Beförderungsdauer Berlin-Simpsonhafen (Rabaul) 44-48 Tage. Nach den Karolinen zweimal alle 16 Wochen, außerdem nur nach Jap über Hongkong bzw. Sydney alle 4 Wochen. Beförderungsdauer Berlin-Jap 38-60 Tage. Telegramme: telegraphisch nach Jap oder Nauru (Marshall-Inseln) oder Sydnex, von da weiter mit der Post. Aufschrift nach folgendem Beispiel : "Poste N.N., Herbertshöhe, Jap." Telegrammgebühr für das Wort nach Jap 4,40 M., nach Sydney 3,10 M., nach Nauru 4,90 M. Außerdem 1 Funkentelegraphenstation in Rabaul.

Verwaltung : Sitz des Kaiserlichen Gouverneurs und Bezirksamt : Rabaul am Simpsonhafen (früher Herbertshöhe). (Gouverneur zurzeit Dr. Hahl, mit der einstweiligen Vertretung des Beurlaubten betraut Geh. Rat Haber.). Stationen : Manus, Käwieng, Namatanai, Kieta, Herbertshöhe. Andere Hauptplätze : Matupi, Ralum und Muliama. Farbige Polizeitruppe für ganz Neuguinea 597 Mann.

b. Kaiser-Wilhelmsland

Größe : Ungefähr 179.000 qkm (= 1/2 Preußen). Auf der großen, zum Teil noch England (Australien) und Holland gehörigen Insel Neuguinea.

Bevölkerung : Die farbige wird veranschlagt auf über 300.000 Einwohner (Melanesier oder Papua) mit zahlreichen, voneinander abweichenden, aber verwandten Mundarten, 300.000 im Bezirk Eitape, 20.000 in Morobe, 20.000 in Friedrich-Wilhelmshafen. Außerdem (S. 38) einige hundert sonstige Farbige (Chinesen, Malayen usw.). Die weiße Bevölkerung bezifferte sich : 1904 : 113 Europäer, darunter 98 Deutsche, 1905 : 128 Europäer, darunter 115 Deutsche, 1906 : 149 Weiße, darunter 130 Deutsche, 1907 : 182 Weiße, darunter 162 Deutsche und 38 Frauen, 1908 unverändert, 41 Frauen, 1909 : 197 Weiße, darunter 185 Deutsche und 48 Frauen. 1910 : 239 Weiße, wovon 216 Deutsche und 63 Frauen. 1912 : 290 Weiße, dabei 260 Deutsche und 75 Frauen. 1913 : 283 Weiße, davon 264 Deutsche und 76 erwachsene Frauen.

Bodengestalt und Bewässerung : An der 800 km langen Küste zahlreiche Korallenriffe, kleinere Inseln und Einbuchtungen. Von letzteren sind die bedeutendsten der Huongolf und die Astrolabebai. Im Norden des Schutzgebietes der Kaiserin-Augusta-Fluß, für größere Fahrzeuge bis auf 400 km schiffbar, mit günstiger, nicht durch Riffe versperrter Mündung., seine südlichen Nebenflüsse, teilweise schiffbar, berühren sich nahe mit dem Ramusystem. In die Astrolabebai mündet der Gogolfluß, in den Huongolf der Markhamflu . Der größte Strom ist wohl der Ramu, früher in seinem Unterlaufe Ottilienfluß genannt, auf ca. 200 km schiffbar. An der Südgrenze Waria oder Herkulesfluß. Das Innere ist noch wenig erforscht. Zwischen Huongolf und Astrolabebai das Finisterregebirge (3475 m), dem ein rund 1000 m hohes Küstengebirge vorgelagert ist. Im Innern noch unbekannte Kraetkekette und weiter nördlich die Bismarck-Kette. Nach neuerlicher Erkundung zwischen Bismarck- und Finisterre-Gebirge eine fruchtbare, dicht bevölkerte Ebene.

Klima : Ausgeprägtes Tropenklima. An der Küste höchste Temperatur im Schatten : 35 Grad Celsius, niedrigste 20 Grad, mittlere Jahrestemperatur 26 Grad. Vom April bis September Südostpassat, vom Oktober bis März Nordwestmonsun. Scharfer Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit in den meisten Jahren nicht vorhanden. Die Hauptregenzeit hängt davon ab, ob das betr. Gebiet mehr dem Passat- oder dem Monsunwinde ausgesetzt ist. Daher tritt die Regenzeit auch bei ganz nahe gelegenen Plätzen sehr verschieden ein.

Pflanzenwelt, Tierwelt und Mineralien : siehe Bismarck-Archipel.

Handel und Verkehr : Ausgeführt werden hauptsächlich Kopra, Trepang und Perlmutter; neuerlich Kautschuk, Sisalhanf und Kakao. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen Seite 12 und 13.

Schiffsverkehr und Post und Telegraphie : siehe Bismarck-Archipel 

Verwaltung : Friedrich-Wilhelmshafen. Stationen : Eitape, Angorum, Morobe.

 

c. Die Karolinen, Palau-Inseln und Marianen sowie die Marshall-Inseln.

Größe : Die früher in spanischem Besitz gewesenen Inselgruppen sind im Juni 1899 durch Kauf in den Besitz des Deutschen Reiches übergegangen. Die Karolinen haben einen Flächeninhalt von 1600 qkm (davon die Palau-Inseln 450 qkm). Die Marianen haben einen Flächeninhalt von 626 qkm. Die Zahl aller dieser Inseln beträgt 800. Die hauptsächlichsten Inseln der Karolinen sind : Kusaie, Ponape, Truk und Jap. Die wichtigste Insel der Palau ist Baobeltaab. Die hauptsächlichsten Marianen-Inseln sind : Saipan und Tinian. Die südlichste, Guam, ist amerikanisch.  - Die Marshall-Inseln, bestehend aus der Ratakgruppe im Osten und der Rälikgruppe im Westen, insgesamt 353 Eilande, sind mit ungefähr 400 qkm Oberfläche etwas größer als das Fürstentum Schaumburg-Lippe.

Bevölkerung : Weiße 1911 : 239, darunter 139 Deutsche und 44 Frauen. 1912 : 325 Weiße. 1913 : 459 Weiße, davon 259 Deutsche und 75 erwachsene Frauen. Farbige auf den Westkarolinen, Palau und Marianen nach einer 1911 vorgenommenen Zählung 15.400. 

Bewässerung und Bodengestalt : Die höchste Erhebung ist der Tolokole auf Ponape, 872 m. Auf derselben Insel der zuckerhutförmige Basaltkegel Tukain.

Klima : Mittlere Jahrestemperatur 27 Grad Celsius. Regenzeit auf den östlichen Inseln Juni-September, auf den westlichen Juni-August. Auf den Marshall-Inseln alljährlich 300 Regentage mit 4000 bis 5000 mm Regenmenge.

Pflanzenwelt : Die westlichen Inseln sind reicher an Arten als die östlichen. Die Kokospalme ist fast die einzige Kulturpflanze. Neuerdings Versuche mit Kautschuk und Kakao.

Tierwelt : An Säugetieren ursprünglich nur Fledermäuse. Eingeschleppt Ratten. Zahlreich an Arten Vögel und Fische, arm die Insektenfauna. Haustiere fast überall Hund, Katze und Schwein. Auf Tinian (Marianen) Herden verwilderter Rinder und Schweine. (S. 39)

Mineralien : Auf den Palau-Inseln stehen brauchbare Kohlenlager. Auf Nauru und einigen anderen Inseln (Angaur und Feis von den Palau) reiche Phosphatlager.

Handel und Verkehr : Ausgeführt werden aus allen genannten Inselgruppen : Kopra, Trepang, Schildpatt, Perlmutter, Steinnüsse, Haifischflossen, Phosphate. Eingeführt werden : Gewebe, Tabak, Lebensmittel, Eisenwaren, Alkohol usw. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 12 und13.

Schiffsverkehr : Neben Schiffen unter deutscher Flagge treten bei den Marshall-Inseln englische Dampfer, bei den Marianen japanische Segler auf. 1909 liefen an die Ostkarolinen 23 Dampfer mit 11.500 Registertonnen, die Westkarolinen 104 mit 10.000 Registertonnen, die Marshall-Inseln 13 mit 7000 Registertonnen, 1910 waren es 25 mit 14.500 Tonnen bezw. 119 mit 97.000 Registertonnen, 11 mit 11.300 Registertonnen. 1911 die östlichen Inseln 96 Dampfer mit 144.000 Reg.-T., die westlichen 111 mit 117.000 Reg.-T., 1912 : 313 Schiffe mit 456.000 Registertonnen. Überfahrtspreis : Norddeutscher Lloyd und Jaluit-Gesellschaft, Genua oder Neapel - Jap, bis Hongkong I., 1250 M., II. 860 M., III. 495, von Hongkong Kajüte 200 M., Deck 80 M.; bis Sydney I. 1230 M., II. 700 M., III. 265 M., von Sydney Kajüte 600 M., Deck 260 M. Norddeutscher Lloyd und Jaluti-Gesellschaft Genua oder Neapel - Jaluit, bis Hongkong I. 1250 M., II. 860 M., III. 495 M., von Hongkong Kajüte 500 M., Deck 200 M.; bis Sydney I. 1230 M., II. 700 M., III. 265 M., von Sydney Kajüte 300 M., Deck 120 M.

Post und Telegraphie : Ende 1913 : 8 Postanstalten, darunter 3 mit Telegraphenbetrieb. Postverbindungen : zweimal alle 16 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Jaluit 52-57 Tage; außerdem Jap alle 4 Wochen u. Angaur alle 8 Wochen (Norddeutscher Lloyd), Beförderungsdauer Jap 38-51 Tage, Angaur 53 Tage. Telegramme : nach Jap, Angaur und Nauru direkt, nach den übrigen Anstalten telegraphisch nach Jap oder Nauru (Marshall-Inseln) oder Sydney, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel : "Poste N.N., Jaluit, Jap". Gebühren für Telegramme nach Jap 4,40 M., nach Angaur für das Wort 4,90 M., nach Nauru 4,90 M., nach Sydney 3,10 M., bis Jap 5,05 M. Außerdem 3 Funkentelegraphenstationen in Jap, Angaur und Nauru.

Verwaltung : Sitze der Bezirksregierungen sind : Ponape, Jap und Jaluit; auf Truk, Koror, Nauru und Garapan (Saipan) je ein Stationsleiter. Die Inseln unterstehen dem Gouverneur in Rabaul.

II. Die Samoainseln (Schifferinseln)

Größe : Zum deutschen Schutzgebiet Samoa gehören seit dem 14. November 1899 bzw. seit dem 1. März 1900 folgende Inseln : Sawaii (1691 qkm), Upolu (868 qkm, Sitz des Gouvernements), Manono (8,5 qkm), Apolima (4,7 qkm), zusammen 2572 qkm (= Herzogtum Sachsen-Meiningen). Die übrigen Inseln der Samoa-Gruppe unterstehen den Vereinigten Staaten, darunter Tutuila mit dem ausgezeichneten Hafen Pago-Pago; die deutschen Samoainseln haben keinen Hafen; Apia ist nur eine offene Reede.

Bevölkerung : 1902 : 32.612 Eingeborene, 1906 : 33.478, 1911 : 33.554. Europäer 1903 : 381, davon 192 Deutsche, 1907 : 455 Weiße, darunter 248 Deutsche und 117 Frauen, 1908 : 436 Weiße, dabei 262 Deutsche und 78 Frauen; 1909 : 468 Weiße, darunter 270 Deutsche und 112 Frauen; 1910 : 473 Weiße, 1911 : 504, davon 284 Deutsche und 93 erwachsene Frauen. 1912 : 500, davon 294 Deutsche und 98 erwachsene Frauen. 1913 : 557 Weiße, davon 329 Deutsche und 99 erwachsene Frauen. Ferner eine Mischlings-Bevölkerung von etwa 1025 Köpfen, sowie 1546 Chinesen.

Bewässerung und Bodengestalt : Saqaii und Upolu sind gebirgig (höchster Gipfel der Manga-Loa mit 1646 m über Meereshöhe) und vulkanisch. Die Flüsse bilden infolge des terrassenförmigen Aufbaues der Inseln häufig Wasserfälle.

Klima : Tropisch (Mai bis September Südost-Passat). Jährliche Durchschnittstemperatur 25,70 Grad. Samoas Klima ist durchaus gesund.

Pflanzenwelt : Ueppige Vegetation; sogar die steilen Felswände sind mit Pflanzen bedeckt. Häufig sind Farn-Arten. Kulturpflanzen : Kokospalme, Kakao (von ausgezeichneter Güte) und, nach den bisherigen Versuchen zu urteilen, Kautschuk.

Tierwelt : Ursprünglich auch hier von Säugern nur Fledermäuse. Importiert : Hunde und Katzen, Schweine und leider auch Ratten. Land und Meer sind im übrigen reich an niederen Tieren.

Handel und Verkehr : Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Kopra und Früchten, auch Kawawurzeln, und neuerdings Kakao, Kautschuk und ein wenig Tabak; die Einfuhr bringt Verzehrungs- und Bekleidungs-Gegenstände, Baumaterialien und Metallwaren. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 12 und 13.
Schiffsverkehr : Im Hafen von Apia wurden 1907 gezählt 88 Dampfer (davon nur 1 deutscher) und 31 Segler mit insgesamt 59.000 Reg. Tonnen. 1909 : 107 Schiffe mit 124.000 Reg. Tonnen, 1910 : 118 Schiffe mit 112.000 Registertonnen, 1911 : 109 Dampfer (nur 2 unter deutscher Flagge) mit 124.000 Register-Tonnen, 1912 : 132 Dampfer mit 141.000 Registertonnen und 1913 nur 121 Dampfer mit 84.000 Registertonnen. Ueberfahrtspreis : Norddeutscher Lloyd bis Sydney, Oceanic S. S. Co. of S. Francisco bis Pago-Pago I. 1640 M., II. 966,25 M., III. 418,25 M., von Pago-Pago nach Apia I. 32 M., II. 21,35 M.
Post und Telegraphie. Ende 1913 : 8 Postanstalten, darunter 1 mit Ortsfernsprechnetz. Verkehr 1912 : 267.100 Briefsendungen, 5417 Postanweisungen mit 1.715.052 M., 1948 Pakete, 33.400 Zeitungen, 111.293 Gespräche. Postverbindungen alle 4 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Apia 33 Tage. Telegramme : telegraphisch nach Auckland oder Suva, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel : "Poste N.N., Apia, Auckland". Telegrammgebühr für das Wort nach Auckland und Suwa 3,10 M. Der für Samoa wie auch für Neuguinea bereits seit längerer Zeit angestrebte Anschluß an das internationale Telegraphennetz (Jap) wird - wenn auch nicht durch Kabelverbindungen - durch Einrichtung von Funken-Telegraphen-Stationen, und zwar in Jap, Angaur, Nauru, Rabaul und Apia Anfang 1914 hergestellt.

Verwaltung : Gouverneurs-Sitz Apia auf Upolu. Gouverneur war bis 1911 Dr. Solf, der derzeitige Staatssekretär des Reichskolonialamts, sein Nachfolger seit 1912 Dr. Schultz


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Quelle: Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch 1914, auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft herausgegeben, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel, S. 37ff.

GM (digitale Umsetzung) und AG (Übersetzung) für psm-data
mit freundlicher Unterstützung durch die
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