| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Drittes Reich | [P|S|M] |
Stellungnahme der Bayerischen Volkspartei zu den Geheimverhandlungen im Hause Goering (30. Januar 1933)
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München,
30.Januar (Radio.) Die "Bayerische Volksparteikorrespondenz" schreibt:
Nach Berliner Meldungen, die auch in der bayerischen Presse Eingang gefunden
haben, sollen im Hause des Reichstagspräsidenten Goering Aussprachen zwischen
Adolf Hitler, Prälat Kaas, als dem Vorsitzenden der Deutschen Zentrumspartei,
und Staatsrat Schäffer, als dem Vorsitzenden der Bayerischen Volkspartei
stattgefunden haben.
Diese Meldung
entspricht, wie die allermeisten Nachrichten, die in den letzten zwei Tagen
über die im Gang befindlichen Bemühungen zur Lösung der Regierungskrise
erschienen sind, nicht den Tatsachen. Eine Besprechung Hitler-Kaas-Schäffer hat
nicht stattgefunden. Nachdem der Herr Reichspräsident Herrn von Papen
beauftragt hat, die Möglichkeit einer Lösung zu sondieren, ist es ratsam, hier
nicht störend einzugreifen, sondern zunächst das Ergebnis des eingeleiteten
Versuches des Vertrauensmannes Hindenburgs abzuwarten. |

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Von dem Ausgang dieses
Versuches wird dann die Bayerische Volkspartei ihre weitere Haltung abhängig
machen. Hierbei ist zu bemerken, dass die Bayerische Volkspartei bisher über
die Pläne und Absichten des Herrn von Papen nicht unterrichtet worden ist. Die
Grundhaltung der Bayerischen Volkspartei ist bekannt. Die Bayerische Volkspartei
hat den Standpunkt, den die Unterhändler der Parteien bei eventuellen
Verhandlungen einnehmen werden, unmittelbar nach dem Rücktritt des
Reichskanzlers v.Schleicher klar gekennzeichnet. Dieser Standpunkt lautet:
"Die Bayerische Volkspartei hat bereits unter dem ersten Kabinett Papen den
Standpunkt eingenommen, dass sie jeden Kanzler, wie er auch heißen mag,
unterstützen wird, dem eine solche wirkliche Konzentration aller nationalen
Kräfte gelingen würde. Diese Haltung wird die Bayerische Volkspartei auch
jedem Nachfolger des Reichskanzlers v.Schleicher gegenüber einnehmen.
Kampfkabinetten mit Klassenkampfcharakter, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen,
und Reichsregierungen, denen Recht und Verfassung Hekuba sind, und die so zum
Schrittmacher der Revolution werden müssen, wird die Bayerische Volkspartei
nach wie vor ihren Widerstand entgegensetzen.
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| zit. nach:
Nordwestdeutsche Zeitung vom 30.Januar 1933 |

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