| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Drittes Reich | [P|S|M] |
Am 17.Januar 1935 gibt Hitler dem englischen Journalisten Ward Price ein Interview
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Price: "Unter welchen Bedingungen
kann Deutschland zum Völkerbund zurückkehren?"
Hitler: "Ich und niemand in
Deutschland denken daran, für einen eventuellen Wiedereintritt in den
Völkerbund 'Bedingungen' zu stellen. Ob wir noch einmal in diese Korporation
zurückkehren oder nicht, hängt ausschließlich davon ab, ob wir ihr als
vollständig gleichwertige Nation angehören können. Dies ist keine
'Bedingung', sondern einfach eine Selbstverständlichkeit. Entweder sind wir ein
souveräner Staat, oder wir sind es nicht. Solange wir dies nicht sind, haben
wir in einer Gemeinschaft souveräner Staaten nichts zu suchen. Solange die
nationalsozialistische Bewegung Deutschland führt - und das wird für die
nächsten paar Jahrhunderte der Fall sein, auch wenn unsere Emigranten noch so
oft das Gegenteil beschwören -, wird sich an dieser Einstellung nichts ändern.
Im übrigen habe ich dies bereits in meiner Mairede 1933 ausdrücklich erklärt.
Ich möchte dabei betonen, dass die Unterscheidung in 'moralisch'
gleichberechtigt und 'sachlich' gleichberechtigt vom deutschen Volk als eine
Beleidigung empfunden wird. Ob 68 Millionen Menschen auf dieser Welt moralisch
gleichberechtigt sind oder nicht, kann letzten Endes niemand entscheiden als
höchstens das betroffene Volk selbst. Entweder man ist sachlich
gleichberechtigt, dann muss man es von vornherein auch moralisch sein, oder wenn
man umgekehrt moralisch einmal gleichberechtigt ist, bleibt es unverständlich,
wieso man dann die sachliche Gleichberechtigung bestreiten oder einfach
verweigern kann."
Price: "Ich sprach neulich mit
einer hochstehenden politischen Persönlichkeit in Frankreich. Ich fragte sie
folgendes: 'Warum denn will Frankreich die vollendete Tatsache der
Wiederherstellung der deutschen Rüstungen nicht anerkennen? Wir Engländer
halten es immer für vernünftiger, solche Tatsachen ins Auge zu fassen.' Dieser
Politiker hat mir geantwortet: 'Ja, wir glauben, dass Deutschland eine Politik
der Versöhnung nur so lange treiben wird, bis die Reichswehr sich in der Lage
fühlt, einen Krieg erfolgreich führen zu können. Man befürchtet in
Frankreich, dass die Annäherungsbestrebungen an die französischen
Frontkämpferverbände nur eine Tarnung sind, hinter der die zukünftigen
aggressiven Absichten der Zukunft verborgen werden sollen.' Welches ist Euer
Exzellenz Erwiderung zu diesen Befürchtungen?"
Hitler: "Dieser Politiker hat noch
nie ein Volk geführt. Oder könnte er sonst glauben, dass man ein Jahrzehnt
lang vom Frieden reden kann, um dann plötzlich mit demselben Volk so mir
nichts, dir nichts einen Krieg zu beginnen? Wenn ich vom Frieden rede, drücke
ich nichts anderes aus, als was der tiefinnerste Wunsch des deutschen Volkes
ist. Ich kenne die Schrecken des Krieges: Gemessen an seinen Opfern, sind alle
Gewinne unbefriedigend. Die katastrophalen Folgen einer solchen allgemeinen
europäischen Schlächterei würden in Zukunft noch schlimmere sein. Ich glaube,
dass der kommunistische Wahnsinn der einzige Gewinner wäre. Ich habe aber nicht
15 Jahre dagegen gekämpft, um ihn dann auf einem Umweg erst recht auf den Thron
zu heben. Was ich will, ist das Glück meines Volkes. Ich habe nicht gesehen,
dass der Krieg das höchste Glück ist, sondern im Gegenteil, ich sah nur
tiefstes Leid. Ich spreche daher zwei Bekenntnisse ganz offen aus:
1. Deutschland wird von sich aus
niemals den Frieden brechen, und
2. wer uns angreift, greift in Dornen
und Stacheln. Denn ebenso wie wir den Frieden lieben, lieben wir die Freiheit.
Und wenn ich auf der einen Seite, ohne
dazu gezwungen zu sein, Frankreich namens des gesamten deutschen Volkes die
Versicherung abgebe, dass wir keine territorialen Forderungen mehr erheben
werden und damit durch uns selbst jede Revanchevoraussetzung beseitigen, so gebe
ich auch der anderen Seite aber genau so die heilige Versicherung ab, dass uns
keine Not, kein Druck und keine Gewalt jemals zum Verzicht auf unsere Ehre und
unsere Gleichberechtigung bringen werden. Ich halte eine solche Feststellung
für notwendig, denn Verträge haben überhaupt nur einen Sinn zwischen
ehrliebenden Völkern und ehrbewussten Regierungen. Deutschland aber möchte ein
ehrliches Verhältnis zu den Nachbarvölkern. Wir haben dies im Osten getan und
ich glaube, dass man nicht nur in Berlin, sondern auch in Warschau glücklich
sein wird über die uns gemeinsam gelungene Entgiftung der Atmosphäre. Ich bin
weiter überzeugt, dass, wenn man erst einmal diesen Weg des gegenseitigen
Verstehens und der Rücksichtnahme beschritten hat, dabei am Ende mehr
herauskommt als durch noch so umfangreiche, aber innerlich unklare Pakte. ... Im
übrigen haben wir schon öfter als einmal uns bereit erklärt, mit den um uns
liegenden Staaten verpflichtende Nichtangriffspakte zu schließen.
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| Quelle: Domarus, Max (1973) - Hitler.
Reden und Proklamationen. Wiesbaden, S.474ff |

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