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Herr Reichspräsident! Abgeordnete, Männer und
Frauen des Deutschen Reichstages!
Schwere Sorgen lasten seit Jahren auf unserem Volk.
Nach einer Zeit stolzer Erhebung, reichen Blühens
und Gedeihens auf allen Gebieten unsere Lebens sind - wie oft in der
Vergangenheit - wieder einmal Not und Armut bei uns eingekehrt.
Trotz Fleiß und Arbeitswillen, trotz Tatkraft,
einem reichen Wissen und bestem Wollen such Millionen Deutsche heute vergebens
das tägliche Brot. Die Wirtschaft verödet, die Finanzen sind zerrüttet,
Millionen sind ohne Arbeit! ...
Während so das Deutsche Volk und Deutsche Reich in
inneren politischen Zwiespalt und Hader versanken, die Wirtschaft dem Elend
entgegentrieb, begann die neue Sammlung der deutschen Menschen, die in einem
gläubigen Vertrauen auf das eigene Volk dieses zu einer neuen Gemeinschaft
formen wollen.
Diesem jungen Deutschland haben Sie, Herr
Generalfeldmarschall, am 30.Januar 1933 in großherzigem Entschluss die Führung
des Reiches anvertraut. ...
In der Überzeugung, dass aber auch das Volk selbst
seine Zustimmung zur neuen Ordnung des deutschen Lebens erteilen muss, richteten
wir Männer dieser nationalen Regierung einen letzten Appell an die deutsche
Nation.
Am 5.März hat sich das Volk entschieden und in
seiner Mehrheit zu uns bekannt. In einer einzigartigen Erhebung hat es in
wenigen Wochen die nationale Ehre wiederhergestellt und dank Ihrem Verstehen,
Herr Reichspräsident, die Vermählung vollzogen zwischen den Symbolen der alten
Größe und der jungen Kraft.
Indem nun aber die Nationale Regierung in dieser
feierlichen Stunde zum ersten Male vor den neuen Reichstag hintritt, bekundet
sie zugleich ihren unerschütterlichen Willen: das große Reformwerk der
Reorganisation des deutschen Volkes und des Reiches in Angriff zu nehmen und
entschlossen durchzuführen.
Im Bewusstsein, im Sinne des Willens der Nation zu
handeln, erwartet die Nationale Regierung von den Parteien der Volkesvertretung,
dass sie nach fünfzehnjähriger Not sich emporheben mögen über die Beengtheit
eines doktrinären parteimäßigen Denkens, um sich dem eisernen Zwang
unterzuordnen, den die Not und ihre drohenden Folgen uns allen auferlegt.
Denn die Arbeit, die das Schicksal von uns fordert,
muss sich turmhoch erheben über den Rahmen und das Wesen kleiner
tagespolitischer Aushilfen.
Wir wollen wiederherstellen die Einheit des Geistes
und des Willens der deutschen Nation!
Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres
Lebens: Unseres Volkstums und die ihm gegebenen Kräfte und Werte.
Wir wollen die Organisation und die Führung unseres
Staates wieder jenen Grundsätzen unterwerfen, die zu allen Zeiten die
Vorbedingungen der Größe der Völker und Reiche waren.
Wir wollen die großen Traditionen unseres Volkes,
seiner Geschichte und seiner Kultur in demütiger Ehrfurcht pflegen als
unversiegbare Quellen einer wirklichen inneren Stärke und einer möglichen
Erneuerung in trüben Zeiten.
Wir wollen das Vertrauen in die gesunden, weil
natürlichen und richtigen Grundsätze der Lebensführung verbinden mit einer
Stetigkeit der politischen Entwicklung im Innern und Äußeren. ...
Wir wollen aber auch alle wirklich lebendigen
Kräfte des Volkes als die tragenden Faktoren der deutschen Zukunft erfassen,
wollen uns redlich bemühen, diejenigen zusammenzufügen, die eines guten
Willens sind, und diejenigen unschädlich machen, die dem Volke zu schaden
versuchen.
Aufbauen wollen wir eine wahre Gemeinschaft aus den
deutschen Stämmen, aus den Ständen, den Berufen und den bisherigen Klassen.
Sie soll zu jenem gerechten Ausgleich der Lebensinteressen befähigt sein, den
des gesamten Volkes Zukunft erfordert.
Aus Bauern, Bürgern und Arbeitern muss wieder
werden ein deutsches Volk. Es soll dann für ewige Zeiten in seine treue
Verwahrung nehmen unseren Glauben und unsere Kultur, unsere Ehre und unsere
Freiheit.
Der Welt gegenüber aber wollen wir, die Opfer des
Krieges von einst ermessend aufrichtige Freunde sein eines Friedens, der endlich
die Wunden heilen soll, unter denen alle leiden.
Die Regierung der nationalen Erhebung ist
entschlossen, ihre vor dem deutschen Volke übernommene Aufgabe zu erfüllen.
Sie tritt daher heute hin vor den Deutschen Reichstag mit dem heißen Wunsch, in
ihm eine Stütze zu finden für die Durchführung ihrer Mission. Mögen Sie,
meine Männer und Frauen, als ausgewählte Vertreter des Volkes den Sinn der
Zeit erkennen, um mitzuhelfen am großen Werk der nationalen Wiedererhebung. ...
Heute, Herr Generalfeldmarschall, lässt Sie die
Vorsehung Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes. Dies Ihr
wundersames Leben ist für uns alle ein Symbol der unzerstörbaren Lebenskraft
der deutschen Nation. So dankt Ihnen des deutschen Volkes Jugend und wir alle
mit, die wir Ihre Zustimmung zum Werk der deutschen Erhebung als Segnung
empfinden. Möge sich diese Kraft auch mitteilen der nunmehr eröffneten neuen
Vertretung unseres Volkes.
Möge uns daher aber auch die Vorsehung verleihen
jenen Mut und jene Beharrlichkeit, die wir in diesem für jeden Deutschen
geheiligten Raum um uns spüren als für unseres Volkes Freiheit und Größe
ringende Menschen zu Füßen der Bahre seines größten Königs.
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