| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Drittes Reich | [P|S|M] |
Pressestimmen zur Judenverfolgung am 9./10.November 1938 (III)
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Die
Londoner Presse meldet am 21. November:
Namens der
Regierung hielt Innenminister Sir Samuel Hoare im Unterhaus folgende Rede:
Wir verdammen
alle das unbedachte Verbrechen, das den Tod eines deutschen Diplomaten in Paris
verursacht hat. Wir würden indessen nicht ehrlich uns selbst und der Welt
gegenüber sein, wenn wir die Tiefe unserer Gefühle angesichts von Leiden
verbergen, die Tausenden von Männern und Frauen als Folge eines Verbrechens
auferlegt werden, an dem sie vollkommen unbeteiligt waren. Ich bin ein Gegner
der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Mächte, aber die Maßnahmen
gegen die Juden in Deutschland und die Art, in der sie angewandt worden sind,
unterbreiten sie gezwungenermaßen der Aufmerksamkeit anderer Länder. Wie kann
eine Frage ausschließlich innenpolitischer Natur bleiben, wenn sie Tausende von
Männern, Frauen und Kinder, die aller Mittel beraubt sind, dazu führt, in
anderen Ländern Asyl zu suchen?
Sir Samuel
Hoare erklärte schließlich, dass die Regierung die von dem Abgeordneten Baker
eingebrachte Entschließung in folgender Fassung akezeptiert:
"Diese
Versammlung nimmt mit tiefer Bewegung von der beklagenswerten Behandlung
Kenntnis, die nationalen, religiösen und politischen Minderheiten in Europa
auferlegt wird; sie wird in Anbetracht des wachsenden Ernstes, den die Frage der
Flüchtlinge annimmt, mit Befriedigung eine Anstrengung seitens der Nationen,
einschließlich der Vereinigten Staaten, für eine gemeinsame Politik in dieser
Frage aufnehmen."
Das gesamte
Unterhaus stimmte dieser Entschließung durch Handaufheben zu.
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| Quelle: Organ
der Sozialdemokratischen Partei Deutschland, "Neuer Vorwärts",
20. November 1938 |

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