| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Drittes Reich | [P|S|M] |
Helene Schoettle über eine illegale Zusammenkunft mit Kurt Schumacher im Schwarzwald, Pfingsten 1933
|
"Kurt Schumacher weigerte sich, trotz dem
Rat vieler Freunde, ins Ausland zu gehen. Er konnte sich, teilweise auch in
Stuttgart, noch einige Zeit verstecken und auch Kontakte halten. Bei einer
seiner Pendelfahrten zwischen Stuttgart und Berlin wurde er am 6. Juli 1933
verhaftet. [...] In dieser für uns
Sozialdemokraten so bedrückenden Zeit war es für mich und etwa 100 Stuttgarter
Funktionäre ein großes Erlebnis, als wir am Pfingstsonntag des Jahres 1933 in
einer Waldlichtung oberhalb von Marxzell im Albtal [Schwarzwald, 20 km
südöstlich von Karlsruhe] mit Kurt Schumacher zusammenkamen. Dass dies
der Sinn unserer ,Fahrt ins Blaue‘ war, erfuhren die meisten der auf ihre
Zuverlässigkeit ausgesuchten Genossen und Genossinnen erst am Treffpunkt. Es
regnete in Strömen an diesem Sonntag. Kurt Schumacher kam mit Begleitern, die
wir nicht kannten. Er sprach zu uns über die völlig veränderte politische
Situation, über die Notwendigkeit des Aufbaus der illegalen Arbeit und machte
uns Mut mit seiner Meinung, dass dieses Regime nicht von langer Dauer sein
werde."
|
| Helene Schoettle: ,,Wer Hitler wählt, wählt
den Krieg", in: Arbeiterbewegung in Stuttgart 1933. Erinnerungen, Berichte,
Dokumente, Tübingen 1984, S. 31, zit. nach: Politischer Widerstand gegen die
NS-Diktatur, in: Politik und Unterricht, 2/1994 |

|