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Primärliteratur
Frühe Neuzeit | Absolutismus | Frankreich

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König Ludwig XIV. und die Zerstörung Heidelbergs 1693
Der König von Frankreich aber, welcher damals auf der Reise nach den Niederlanden begriffen war, und zu Quesnoy die Zeitung von gedachter Eroberung bekam, schrieb an den Erzbischof von Paris, dass zu eben der Zeit, da er aufgebrochen wäre, sich an das Haupt seiner Armee in Flandern zu stellen, der Marschall de Lorges auf seinen Befehl diese Enterprise ausgeführet, und dass die Lauffgraeben den 21. Mai geöffnet, die Stadt den 22. oeberwältiget, und das Schloss den 23. übergangen waere, dass auch diese Eroberung, welche die Campagne so ruehmlich eroeffnet, ihm sogleich Gelegenheit gebe, in das Herz des Römischen Reichs tieffer zu dringen, und ein gewisses Vorzeichen eines glücklichern Successes ins künftige wäre, befehle also in der Hauptkirche zu Paris das Te Deum Laudamus singen zu lassen. Welchem auch den 3. Jan. nachgelebet, anbey eine Müntze gesehen worden, auf welcher die verbrandte Stadt Heidelberg gepreget war mit den Worten: Rex dixit et factum est: Der König spricht, und es geschah also.





aus : Karl Hofmann, Quellenbuch zur Badischen Geschichte, Karlsruhe : Friedrich Gutsch 1913, No.45 p.47 nach Theatrum Europeum Vol.14 p.453 ; Digitalisierung: A. Ganse