Shredder 12

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 13.02.2010
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Untertitel: Many-Time World Computer Chess Champion

ChessBase GmbH, Hamburg; erschienen Anfang 2010 ISBN: 978𣛮66811560; Preis ca. 49,90 Euro

Nun sind wir also bei der 12er-Serie angekommen mittlerweile gibt es Hiarcs 12, Fritz 12, warum also dann nicht auch den Shredder 12?
Was gibt es Neues zu vermelden? Lohnt sich ein Kauf? Gibt es ein 凪ust Have-Kriterium?
Wer den aktuellen Fritz 12 kennt, hat sich an eine gift-gr黱e Verpackung gew鰄nt. Shredder 12 ist da ganz anders: seine H黮le kommt in warmen rot-orange Farbt鰊en daher. Macht die Farbe den entscheidenden Unterschied aus?
Nun, die Hamburger Firma ChessBase spricht auf der Verpackung von einer 刵euen Fritz 12-Programmoberfl鋍he... f黵 mich unverst鋘dlich, warum dann das Produkt Shredder 12 und nicht Fritz 13 hei遲. Und 黚erhaupt stellt sich f黵 mich nach intensiver Betrachtung kein ele-mentarer Unterschied dar, geschweige denn, dass ich 黚erhaupt einen Unterschied bemerkt h鋞te. Hier ist die Absicht eines Face-Lifting so dezent ausgefallen, dass sie nicht erkennbar ist. Als gemeinsamer Nenner ist auch beim Shredder 12 die Oberfl鋍he dem MS Office 2007-Layout oder anderer Schachsoftware verwandt die Ribbons sind beim Start in einem aquarium-blau omnipr鋝ent. Bei der Handhabung muss sich also kein User gro umstellen. Die Installation verl鋟ft wie gewohnt problemlos, z黦ig und schaufelt rund 1 GB auf die Fest-platte, allerdings stellt sich dem Betrachter die Frage, warum sich das Programm im gleichen Ordner installieren will, in dem schon Fritz 12 liegt? Die Ablage von Er鰂fnungsbuch, Daten-banken und Partien erfolgt anschlie遝nd in genau dem Verzeichnis, das f黵 andere ChessBase-Produkte schon vorhanden war. Das vereinfacht zwar den Installationsprozess, andererseits leidet die 躡ersichtlichkeit und eine gew黱schte Trennung der unterschiedlichen Versionen darunter. Auch bei dieser Software hat ChessBase auf das Instrument einer Zwangsaktivierung zur點k-gegriffen (die Hardware wird analysiert es wird quasi ein elektroni瑂cher Fingerabdruck erzeugt), allerdings hatte ich einige Probleme, die Aktivierung durchzuf黨ren, da immer wieder die Registrierungsdaten der Fritz-Software (!) standardm溥ig vorab eingetragen waren und damit nat黵lich ein fehlerhafter Prozess vorbestimmt war. Aber wenn man geduldig den Vor-gang mehrmals wiederholt, gelingt einem die Aktivierung doch noch. Das h鋞te man meines Erachtens benutzerfreundlicher gestalten m黶sen oder die Hinweise im beiliegenden Booklet h鋞ten klarer ausfallen m黶sen. 躡erhaupt f鋖lt auf, dass dieses Programm der Fritz-Software zumindest wie 剒weieiige Zwillinge 鋒nelt. Man h鋞te es bereits vermuten k鰊nen, da sich auf der Verpackung der Name 凢ritz beinahe genauso oft zeigt wie der Name 凷hredder eine Philosophie, der ich nicht ganz folgen kann.
Was hat sich denn nun unter der Oberfl鋍he getan? Die Hamburger Firma sagt dazu:
neue Shredder 12-Engine
umfangreiches und kontinuierlich verbessertes Shredder 12-Er鰂fnungsbuch
aktuelle Datenbank mit 1,5 Mio. Partien
Mit Shredder 12 bekommt der K鋟fer einen einj鋒rig kostenfreien Basic-Zugang zum weltgr鲞-ten Schachserver 凷chach.de. Die Engine soll nach Aussage von ChessBase ca. 100 ELO-Punkte besser sein als der Vorg鋘ger. Das klingt gut, l鋝st sich aber f黵 den normalen Nutzer nicht so leicht einsch鋞zen, bzw. 黚erpr黤en. Um solche Unterschiede und Abweichungen zu erkennen, m黶ste man schon GM oder 鋒nlich spielstark sein. Daher lag nahe, die Schachengine und das Buch mit anderen Engines und Er鰂fnungsb點hern einen Vergleichstest ausf黨ren zu lassen, ein sogenanntes Engine-Turnier. Ich habe das in Kooperation mit schachbegeisterten Freunden getan und bin zu einem verbl黤fenden Ergebnis gekommen. Teilnehmer bei diesem kleinen privaten Event waren folgende Engines (mit den dazugeh鰎enden Er鰂fnungsb點hern):
Shredder 11, Shredder 12, Hiarcs 12, Fritz 12, Robbolito 0084, Rybka 3 32-bit, Rybka 3 64-bit, Stockfish 1.6 64-bit.
Hierbei gilt zu beachten, dass es sich bei Robbolito und Stockfish um Freeware-Programme handelt, die nicht kommerziell vertrieben werden und auch kein eigenes Er鰂fnungsbuch besit-zen hier wurde ein 鋖teres Fritz 10-Buch eingesetzt. Die 64-bit-Programme habe ich au遝r Konkurrenz einbezogen, da mir Shredder 12 nicht in einer 凞eep-Version vorlag und demnach ein Vergleich nicht v鰈lig fair und objektiv w鋜e. Aber er liefert dennoch mehr als nur einen guten Hinweis auf die St鋜ke des jeweiligen Programmes. Gespielt wurden mehrere Turniere mit unterschiedlichen Organisationsformen. Alle Engines spielten mit der gleichen Rechentiefe, bzw. -zeit, dem gleichen Hash-Speicher (= RAM) in gleichen Umgebungen mit 1 Prozessorkern. (die 32-bit-Versionen sind nicht unter mehreren Prozessorkernen einsetzbar). Es wurden meh-rere Schweizer Turniere, KO-Turniere, Rundenturniere meistens im Schnell- oder Blitzschach durchgef黨rt (Bedenkzeit max. 15 Minuten), einige Turnierl鋟fe wurden mit noch k黵zerer Bedenkzeit (< 1 min.) durchgespielt.
In allen Spielvarianten landete der neue Shredder 12 weit (!) abgeschlagen auf den hinteren Pl鋞zen, mehr als Platz 5 (von 8) konnte er nie erzielen. Gleichauf lag Fritz 12, wohingegen Hiarcs 12 und Shredder 11 knapp bezwungen werden konnten.
Die Ausnahmeposition von Rybka, die den meisten Schachfreunden bekannt sein d黵fte, wurde erstaunlicherweise komplettiert durch ein exzellentes Abschneiden der Stockfish-Engine, die nahezu gleichauf lag. Wenn man beachtet, dass Rybka 64-bit und Stockfish 1.6 64-bit au遝r Konkurrenz mitliefen, bleibt bemerkenswert, dass mit Robbolito sogar eine 32-bit Freeware deutlich besser abschnitt als die hochger黨mten Fritz- und Shredder-Produkte.

Systemvoraussetzungen f黵 Shredder 12:
Minimal: Pentium III 1 GHz, 1,5 GB RAM, Windows 7, Windows Vista, Windows XP SP3, DirectX9-Grafik琸arte mit 256 MB RAM, DVD朢OM朙aufwerk, Windows朚edia Player 9, Internetzugang f黵 Aktivierung und Updates.
Empfohlen: Intel Core 2 Duo 2,4 GHz oder besser, 3 GB RAM, Windows 7, DirectX10-Grafik-karte mit 512 MB, DirectX10-kompatible Soundkarte, Windows Media Player 11, DVD朢OM朙auf瑆erk, Internetzugang f黵 Aktivierung und Updates.
Was ist von dieser Rezension zu halten? Ich gebe zu, dass ich bei meinen 躡erlegungen gelenkt wurde von den privat ermittelten Spielergebnissen der verschiedenen Schach-Engines. Glei-cherma遝n habe ich die Oberfl鋍hen von Fritz und Shredder verglichen und festgestellt, dass es sich um Zwillinge zu handeln scheint. Spielspa und einen jederzeit verf黦baren Spielpartner erhalte ich mit der Shredder-Software zweifellos. Aber wer bereits eine der im Artikel genann-ten Engines besitzt, muss absolut hier nicht zugreifen. Das Facelifting und die zweifelhafte Ver-鋘derung der Spielst鋜ke rechtfertigen nach meiner Einsch鋞zung nicht den Preis von ca. 50 Euro. Daher mein ehrliches, aber hartes Fazit: ein Programm, das die Welt derzeit nicht braucht.
Trotz aller Kritik danke an ChessBase f黵 das kostenlose Rezensionsexemplar.
Heinz朩illi Jansen
(stellvertr. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in M鰊chengladbach)