Tim Martin: Schachtaktik – Jahrbuch 2013

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 01.03.2013
 Auf Amazon.de kaufenTitel: „Schachtaktik - Jahrbuch 2013“ - von Tim Martin
Brandaktuelle Kombinationen aus dem Schachjahr 2012
Herausgeber JugendSchachverlag in der Euro Schach Dresden GmbH & Co. KG;
ISBN 978-3-00-039426-3; Preis 24,80 Euro



Diese gebundene Hardcover-Ausgabe des Schachautors und Schachtaktik-Spezialisten Tim Martin gilt nach Aussagen von zahlreichen Schachverlagen und –anbietern mit rund gerechnet 370 Taktikstellungen als die größte Sammlung auf dem Markt, die sowohl in hervorragendem Maße der privaten Unterhaltung und Veranschaulichung, als auch der Verbesserung und dem gezielten Training des eigenen Spiels dienen mag. Wer sich mit ganz viel Kurzweile durch dieses Handbuch hindurchgearbeitet hat, erhält meines Erachtens einen enormen Gegenwert, bzw. Lernfortschritt, aus dem sich auf ganz einfache (und einmal nicht (!) multimedial gestützte) Art und Weise sogar für Spieler und Spielerinnen unterschiedlichster Spielstärke lernen lässt. Der Lösungscharakter, der dem Jahrbuch als forderndes Element inne liegt, lässt dabei die intrinsische Motivation noch um ein Mehrfaches anwachsen.

Unser Buchautor lässt den Leser zuerst mit einer Reihe an Kombinationen, Endspielen und Endspielstudien eine Zeitreise ins Jahr 1912 antreten, – das Jahr, in dem ein außergewöhnlicher Spieler ersten Weltruhm sammeln und erlangen konnte: Akiba Rubinstein –, bevor Martin uns dann in vier Teilen durch das rasante Schachgeschehen des Jahres 2012 leitet. Ein Jahr, das reichlich angefüllt war mit schachlichen Leckerbissen, so z. B. den Weltmeisterschaftskämpfen der Männer und Frauen, der Schach-Olympiade in Istanbul und etlichen Top-Turnieren, deren herausragende Partien allesamt überaus umfangreich und detailliert kommentiert wurden. Auf 160 Seiten lässt sich für alle Betrachter etwas Spannendes, etwas Entspannendes und auch etwa Erlesenes finden.

Sogar der Bereich des Seniorenschach mit den Senioren-Weltmeisterschaften, aber auch das Jugendschach, sowie die deutschen Jugendmeisterschaften erhielten einen relativ breiten Raum zugewiesen, so dass auch für den Nachwuchs hinreichend Motivation und Platz für taktische Erkenntnisse gegeben sind. Aus Raumgründen kann es sich um keine umfassende Enzyklopädie handeln, die auch wirklich jedes Highlight würdigt und berücksichtigt, aber dennoch macht gerade die Auswahl und deren Beschränkung einen wesentlichen schachlichen Aspekt aus, denke man zum Beispiel nur an das Ringen um die Weltspitze bei den Herren zwischen Anand, Carlsen, Aronian oder Kramnik, mit deren Highlights sich mehr als ein Buch locker füllen ließe. Beispielhaft für die hohe Dichte in der Weltspitze mag das Botwinnik Memorial in Moskau gewesen sein, bei dem Magnus Carlsen nicht eine Partie gewinnen konnte und somit nur Vierter und Letzter wurde! Dennoch ist durch ein solches Turnier sicherlich zur Popularisierung des Schachspiels beigetragen worden.

Weitere Highlights findet man in der Berichterstattung zur Mannschaftseuropameisterschaft, aus deren Bereich einige sehr schöne Partien und Erfolge unseres siegreichen Teams vorgestellt wurden, die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass wieder neue Zerwürfnisse auf Funktionärs- und Spielerebene die Zukunft des deutschen Spitzenschach nachhaltig trüben.

Fazit:
Das vorgestellte „Schachtaktik Jahrbuch 2013“ ist in der Tat sowohl für die eigene Unterhaltung als auch das eigene Lernen ein hilfreicher Partner. Mehr sogar noch: dem Schachtrainer oder AG-Leiter wird reichlich abwechslungsreiches Material angeboten, mit dem sich erfolgreich und exemplarisch anleiten und lehren lässt. Die klassische Variante des Layouts (je 6 – 9 Diagramme auf der jeweils linken Seite – daneben rechts die dazugehörigen Analysen, Lösungen und Hinweise) hat mir wirklich gut gefallen – kein unnützer Schnickschnack, dafür klar strukturiert und sehr übersichtlich. Empfehlenswert!

Danke an Euro Schach Dresden GmbH & Co. KG und den JugendSchachVerlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Heinz-Willi Jansen
(stellv. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)