Quadroschach 2.0 - inkl. Quadrodame

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 21.04.2013
Quadroschach 2.0 – inklusive QuadroDame - Schach und Dame für bis zu vier Mitspieler/-innen
Hersteller: EuroChessInternational GmbH & Co. KG; Vertrieb: Euroschach Dresden; Preis 24,95 Euro

Die Spiele ‚Schach‘ oder ‚Dame‘ werden den meisten von uns – zumindest von der Begrifflichkeit her – bekannt sein. Aber fremdartig in diesem Zusammenhang fallen im Titel sicherlich die Ergänzungen „Quadro“ auf.

Was verbirgt sich hinter diesen kombinierenden Wortschöpfungen? Schon immer werden sich viele Menschen vom Charakter des Schachspiels nicht unbedingt angesprochen gefühlt haben. Zu vieles ist starr strukturiert und besitzt ein enges Regelwerk, seit Jahrhunderten gibt es logisch analysierte Varianten, mit denen die allermeisten Partien beginnen. Es zeigt sich wenig Neues im Spielablauf (außer man begeht Patzer, Einsteller o. ä.), das Ergebnis richtet sich meist nach Theoriewissen, antrainierten Grundzügen oder ergibt sich aus gravierenden Leistungsdifferenzen. Für Kinder, Jugendliche und damit auch Schülerinnen und Schülern bedeutet das in vielen Situationen, über eine hohe Toleranz oder Motivation verfügen zu müssen, wenn sie letzten Endes erkennen müssen, dass sehr oft eine nicht auszugleichende Überlegenheit des einen dazu führt, dass der andere nie erfolgreich ein Spiel beenden kann.

Genau hieraus ergibt sich der grundlegende Ansatz des getesteten Spiels „Quadroschach“, auf dessen Bewertung ich mich in dieser Rezension beschränken möchte, da das Geäußerte analog auch für den Bereich des Damespiels gelten mag. Der Grundgedanke ist eigentlich nicht neu. Es gab bereits in der Vergangenheit zahlreiche Versuche, dem Schachspiel eine erweiterte Nuance in den Möglichkeiten des Spielens zu verleihen. Hierauf baut das vorliegende Spielexemplar auf.

Es können zwei, drei oder sogar vier Personen gemeinsam gleichzeitig Schach spielen. Die Grundzüge der Figuren sind dem ‚richtigen‘ Schach entsprechend – wer also die Zugregeln der Figuren kennt, kann sofort mit Quadroschach beginnen. Auffallend ist zu Beginn auf jeden Fall, dass das Brett über 128 Felder verfügt, also doppelt so viele wie beim normalen Schach. Das ergibt sich aus der Notwendigkeit, auch die doppelte Anzahl an Spielfiguren einsetzen zu können. Die Grundaufstellung entspricht ansonsten dem üblichen Prozedere mit dem Zusatz, dass sich die Parteien jeweils um 90 Grad gedreht am äußeren Rand des Spielfeldes verteilen. Die dem Text beigefügte Grafik, die ich den Seiten des Anbieters Euroschach Dresden (www.euroschach.de) entnommen habe, verdeutlicht dies.

Zum Spiel gehören ansonsten vier Figurensätze in den oben dargestellten Farben. Das Regelwerk gibt zwar einige Grundprinzipien vor, lässt sich aber auf Wunsch und durch Kreativität der Teilnehmer/-innen verändern. Man zieht beispielsweise im Uhrzeigersinn oder auch umgekehrt – so wie gewünscht. Bereits nach wenigen Spielzügen wird man erstaunt feststellen, wie viele Zugmöglichkeiten diese Brettgröße und die Figurenaufstellung zulassen. Besonders verblüffend sind die Auswirkungen, wenn der / die Gegner sogar von der Seite oder von hinten attackiert werden kann / können. Dieser Gruppenspielvariante konnten viele meiner Testpersonen begeistert zustimmen, da es sich sehr oft zeigte, dass nicht die bekannten Schachexperten jede Partie aufgrund ihrer Überlegenheit gewannen, sondern dass auch der kleine unscheinbare Novize durchaus überraschen konnte.

Die Spielmöglichkeiten sind meines Erachtens enorm vielfältig:
* völlig normales Schach unter Verzicht auf die ergänzten zusätzlichen Spielfelder
* zwei Spieler/-innen mit jeweils zwei Figurensätzen spielen gegeneinander
* drei Spieler spielen Jeder gegen Jeden
* zwei Teamspieler spielen gegen einen einzeln spielenden Dritten
* vier Spieler/-innen spielen Jeder gegen Jeden
* vier Spieler spielen in je zwei Teams gegeneinander

Es lässt sich sehr leicht erkennen, dass durch diese Möglichkeiten kreatives Spielen mit Schachfiguren und –brett abseits der üblichen Regelwerke durchgeführt werden kann. Den Anpassungsmöglichkeiten der Regeln sind kaum Grenzen geboten.
Wann ist denn eigentlich ein Spiel mit Matt oder Remis zu Ende? Hier gilt folgende (auch wieder veränderbare) Grundregel: Wenn ein König – wie beim ‚richtigen‘ Schach – matt ist, also sich auf keine Art und Weise dem drohenden Aus entziehen kann, hat der mit den weißen, schwarzen, blauen oder gelben Steinen Spielende verloren und muss seine restlichen Figuren vom Brett nehmen, der Rest spielt weiter. Wer eine andere Fortsetzung möchte, kann im Vorfeld mit den Mitspielern sich auch darauf einigen. Ich schätze an diesen Varianten besonders den kommunikativen Aspekt, der den Testpersonen sehr entgegenkam. Remis wird eine Partie analog zu den ‚normalen‘ Schachregeln gegeben.

Fazit:
Eine sehr schöne Idee, die mit Hilfe von Quadroschach (und ensprechend auch der Damevariante) Schachfreunden neue interessante Möglichkeiten zum kreativen Schachspielen bietet. Gerade im schulischen Bereich – vielleicht auch für Vereine – zeigt dieses Spiel, was sich dem trockenen Schach noch alles abgewinnen lässt. Für mich eine eindeutige Bereicherung der Trainings– und Lehrbedingungen.

Danke an Euro Schach Dresden GmbH & Co. KG für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Heinz-Willi Jansen
(stellv. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)