Deep Fritz 14 – das ganz große Schachprogramm - 64bit multiprozessor Version

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Dr. Matthias Bergmann am 10.02.2014
 Auf Amazon.de kaufenEin Rundum-Sorglos-Schachprogramm der ChessBase GmbH, Hamburg; erschienen November 2013 ISBN 978-3-86681-382-3; Preis 69,90 €

Die technischen Seiten des Programms, inklusive der Spielstärke wurden schon in der Rezension durch H.-W. Jansen in diesem Journal ausführlich und kompetent besprochen, daher beschränke ich mich hier auf die Anwendersicht des „einfachen“ Schachspielers auf Vereinsniveau.

Das Programm besticht definitiv durch seine kinderleichte Bedienung. Schon beim Start des Programms hat man die Möglichkeit, den Modus „Einsteiger“, „Freizeitspieler“ oder „Vereinsspieler“ anzugeben, wodurch das Programm sich auf die jeweiligen Bedürfnisse einstellen soll. Ich habe die Unterschiede, so muss ich zugeben - allerdings nicht entdecken können. Das Programm startet stets schnell und erkennt selbständig die Anzahl der Prozessorkerne des Computers. Ich habe das Programm an zwei Rechnern getestet, an einem Dual Core – Laptop und einem 6-Kern Desktop-Rechner, jeweils mit Win7 64 bit ausgestattet. Auf beiden Computern läuft die Software tadellos.

Nach dem Laden des Programms kann es im Prinzip sofort losgehen. In grafisch ansprechendem Outfit der Fritzoberfläche lassen sich nun Partien spielen. In einer sehr übersichtlichen Funktionsleiste lassen sich durch wenige Mausklicks verschiedenste Spielstufen einstellen, das Layout des Spielbretts verändern (worunter auch der 2 bzw. 3-D-Modus fällt), Trainings- und Analysemodi einstellen usw. Zur Spielstärke aktueller Schachprogramme wie Deep Fritz 14 kann ich nur noch einmal auf die Rezension von H. W. Jansen verweisen. Zu schlagen ist solch eine Software kaum mehr, wenn man es nicht spielstärketechnisch „drosselt“. Hierfür gibt es entsprechend mehrere Wege im Programm.

Zusammengefasst ergeben sich somit enorme Möglichkeiten, das Programm zu nutzen: natürlich zum „einfachen“ Schachspiel in allen möglichen Stufen, es können aber auch Eröffnungen oder Endspiele geübt werden dank einer riesigen Datenbank, die auf der DVD mitgeliefert wird. Wunderbar ist auch die Möglichkeit, über die Einstellung „Wertungspartie“ eine eigene Wertungszahl gegen den Computer mit variabler Spielstärke – je nach eigenem Bedürfnis - zu erspielen. Über Buttons kann man sich zudem helfen lassen, indem der Computer einen „Wink“ gibt oder einen Zugvorschlag macht. Er gibt die „Schärfe“ in der Stellung an, wenn man das möchte usw.

Die zuvor erwähnte Datenbank enthält im Übrigen auch eine riesige Anzahl von Turnierpartien bis ins Jahr 2013, die sich zum Beispiel nach Themen oder Eröffnungen sortieren und dann nachspielen lassen.

Ich selbst nutze das Programm sehr gerne, um eigene Partien per „Daueranalyse“ einzugeben und dann nachzuspielen bzw. in einer eigenen Datenbank abzuspeichern – eine sehr praktische bzw. komfortable Sache für die Katalogisierung der eigenen Spiele. Zu erwähnen ist schließlich noch die Mitgliedschaft bei „schach.de“, in dieser Online-Plattform kann man gegen andere Spieler aus aller Welt spielen, in einer Rangliste aufsteigen, Analysen nutzen, bei anderen Partien kiebitzen usw. Die Premium-Mitgliedschaft ist zunächst auf ein halbes Jahr begrenzt, für die Fortsetzung muss man entsprechend zahlen.

Fazit: Der kurze Überblick, den ich versucht habe zu geben, macht hoffentlich deutlich, dass dieses Programm kaum Wünsche offenlässt – mir persönlich fallen fast keine ein, bis auf die Tatsache, dass ein Handbuch fehlt, es ist weder in Papier- , noch in PDF-Form vorhanden. Auf der Chessbase-Homepage lässt sich allerdings das Handbuch für Deep Fritz 13 herunterladen, der Vorgänger scheint im Wesentlichen in den Funktionalitäten identisch zu sein, soweit ich es nach einer Stichprobe beurteilen kann.

Das Programm selbst ist stark, komfortabel und äußerst umfangreich. Der Preis ist dafür fair, wie ich finde, denn mit dieser Schachsoftware kommt man sicher erst einmal länger aus. Was will man mehr?

Systemvoraussetzungen: Vgl. dazu die Rezension von H.W. Jansen vom 29.11.2013 in diesem Journal.

Danke an ChessBase für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Dr. Matthias Bergmann (Lehrer an einer Bielefelder Gesamtschule)