Angreifen gegen seltene Eröffnungen - Sergei Tiviakov

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 02.03.2014
 Auf Amazon.de kaufenaus der Reihe: fritztrainer eröffnung (englischsprachig) - Chess Base GmbH, Hamburg;
ISBN 978-3-86681-386-1, Preis 27,90 Euro

Der eingebürgerte niederländische Großmeister Sergei Tiviakov stellt uns dieses Mal eine Repertoire-DVD für Schwarz vor, die dem Betrachter behilflich ist, gegen seltene Eröffnungen des Spielers mit den weißen Steinen erfolgreich zu bestehen - soll heißen: ohne tiefgehende Eröffnungsanalysen aller spielbaren Systeme, strategisch und auch positionell ein Repertoire verfügbar zu haben, um für diese Unwägbarkeiten gewappnet zu sein.

In 12 überaus ausführlichen Kapiteln setzt sich Tiviakov auseinander mit Eröffnungszügen wie z.B. 1. e3 ..., 1. Sc3 ..., 1. g4 ..., 1. b4 ..., 1. b3 ..., 1. g3 ..., 1. f4 ..., Seitenlinien von 1. Sf3 Sf6 (und den denkbaren Fortsetzungen mit 2. c4 b6 nachfolgend 3. g3). Damit deckt er ein gewaltiges Spektrum an seltenen Anfangszügen des Weißen ab. Ergänzend zu den vorgestellten Beispielen liegt der DVD eine Datenbank mit nahezu einer Million (zum Teil) kommentierter Partien bei, die sich zur noch intensiveren Betrachtung der ECO-Schlüssel A00-A19 und A30 nutzen lässt. Der Niederländer rundet das Ganze ab mit einer Fülle eigener ausführlich kommentierter Partien, die sich ausschließlich mit der gewählten Themenstellung beschäftigen.

Der Datenträger ist im Aufbau dem neuen Konzept von ChessBase entsprechend, d.h. ein interaktiver Lehrgang, bei dem am Ende der Darbietungen fünf Frage-/Aufgabenstellungen stehen, die der Lernende durch eigenes Handeln lösen soll. Dieser Bereich beinhaltet weitere Trainingselemente, da bei beispielsweise falscher Fortsetzung sofort eine Videorückmeldung erfolgt. Die Länge der gesamten DVD-Clips beträgt etwa 3 1/2 Stunden, sie lassen sich mit dem beigefügten ChessBase-Reader 12 problemlos betrachten und nachspielen, sofern man über eine Internetverbindung verfügt - die benötigt man nämlich zwingend zur Aktivierung der Videosequenzen, ansonsten bleibt der Bildschirm schwarz. Aus der Sicht des Produzenten ChessBase sicherlich nachvollziehbar, aber lästig bleibt das Prozedere allemal.

Systemanforderungen: (mind.)
Pentium III mit 1 GHz o. besser, 1 GB RAM, Windows XP Service Pack 3, Vista, DirectX9-Grafikkarte 256 MB RAM, DVD-ROM-Laufwerk, Windows Media Player 9, Maus, Soundkarte und Internetverbindung zur Aktivierung

Systemanforderungen: (empfohlen)
Intel Core i7 2,8 GHz, 4 GB RAM, Windows 7 oder 8, DirectX10-Grafikkarte 512 MB RAM oder mehr, DVD-ROM-Laufwerk, Windows Media Player 11, Maus, DirectX-kompatible Soundkarte und Internetverbindung zur Aktivierung

Fazit:
Wiederum gelingt es Sergei Tiviakov sehr gut, den Blickwinkel zu schärfen und den Betrachter auf ein Thema einzustimmen, das in der täglichen Spielpraxis gar nicht so selten auftaucht. Schon oft ist es dem Nachziehenden ähnlich ergangen, dass sich sein Gegenüber fernab jeder etablierten Theorie bewegt. Da ist dieses Training eine gute Waffe, um nicht in die erstbeste Falle hineinzutappen. Wer hier strukturiert und konsequent nachgearbeitet hat, erhält ein mehr als brauchbares Werkzeug für die eigene Partieführung - eine klare Kaufempfehlung!

Danke an ChessBase für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Heinz-Willi Jansen
(stellvertr. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)