„The ABC of Alekhine“ – Andrew Martin

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 21.10.2007
 Auf Amazon.de kaufenaus der Reihe: fritztrainer opening (englischsprachig)
Chess Base GmbH, Hamburg
ISBN 978-3-86681-040-2, Preis 26,99 Euro


25 Videosequenzen mit einer Gesamtdauer von 5 Stunden und 40 Minuten, sowie 22 Partien zum Thema „Aljechin-Verteidigung“ sind das Basismaterial, das von Chess Base mit Hilfe des englischen IM Andrew Martin auf dieser DVD dem/der neugierig-wissbegierigen Schachspieler/-in dargeboten wird.




Der Kommentator hat mittlerweile rund 12 DVDs zu unterschiedlichsten Schachthemen präsentiert, so dass man in diesem Falle von einem routinierten und eloquenten Experten sprechen kann, der sogar nicht englischsprachigen Interessenten Feinheiten im königlichen Spiel aufzeigen kann. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, beschränkt sich dann eben auf das stumme Nachspielen, bzw. die stumme Betrachtung der Martin‘schen Analysen, der als renommierter Trainer und Autor von Schachwerken in Sandhurst in England lebt. Die gezeigten Partien sind zwar nicht von den bekanntesten Größen des Schachs mit wohlklingenden, berühmten Namen, aber das, was dem Schachenthusiasten geboten wird, ist von hoher spielerischer und taktischer Qualität. Nahezu alle analysierten Zweikämpfe zeigen eine erstaunlich hohe Quote an Gewinnpositionen für Schwarz, so dass man einerseits dem mit den schwarzen Steinen Spielenden nur raten kann, sich mit dieser Eröffnung gewinnorientiert zu beschäftigen, andererseits ist es für den Weißen sehr ratsam, diese Eröffnungsvariante konsequent nach- und durchzuspielen, um eventuell Schlüsse ziehen zu können, wie man dem guten alten Aljechin hätte begegnen müssen (…wenn man denn jemals auf ihn getroffen wäre…).
Kennzeichnend für „Alekhine’s Defence“ (1. e4 Sf6) ist die aggressive Vorgehensweise von Schwarz, der von Anfang an versucht, die Initiative zu übernehmen und auf unbedingten Sieg zu spielen, sobald Weiß passiv reagiert und ebenso fortsetzt. Natürlich ergeben sich zwangsläufig für den Weißen Konterchancen, wenn die Genauigkeit im schwarzen Spiel fehlt oder verlorengeht, aber dennoch muss eindringlich davor gewarnt werden, die Aljechin-Verteidigung zu unterschätzen.
Die Partiebeispiele, die überwiegend aus den Jahren 2006 und 2007 sind, zeigen den aktuellen Stand der Eröffnungstheorie und –praxis der Gegenwart. Wer Schach im Verein spielt, sollte sich meines Erachtens unbedingt mit diesem Software-Training beschäftigen, vielleicht auch, um mit den schwarzen Steinen als Nachziehender einen Überraschungscoup landen zu können, weil der Gegner den Fortgang der Partie nach 1. e4 wohl eher mit Sizilianisch oder Spanisch erwartet hätte.
Die Systemanforderungen sind gering: ein Pentium-Prozessor mit 300 MHz, 64 MB RAM, Windows XP oder Vista (läuft auf einem solchermaßen ausgestatteten PC wahrscheinlich nicht), DVD-ROM-Laufwerk, Maus und Soundkarte genügen zum Abspielen der Software. Fazit: Für ambitionierte Schachspieler/-innen ist dieses Werk eigentlich ein Muss, um in Vereinskämpfen oder bei Turnieren gewappnet zu sein, falls „Aljechins Söhne oder Töchter“ auf der anderen Brettseite sitzen.
Danke an ChessBase für das Rezensionsexemplar.

Heinz-Willi Jansen
(stellvertr. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)