„Sicilian Defense with 2. c3 – Alapin Variation“ – Sergei Tiviakov

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 15.12.2007
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ChessBase GmbH, Hamburg;
aus der Reihe: fritztrainer opening (englischsprachig)
Chess Base GmbH, Hamburg; ISBN 978-3-86681-047-1, Preis 26,99 Euro
Eine der nach wie vor beliebtesten Entgegnungen auf 1. e4 ist das Sizilianisch, das mit 1. …c5 eingeleitet wird. Auf dieser ChessBase-DVD lernt der in den Grundlagen versierte Schachfreund mit 2. c3 die sogenannte Alapin-Variante kennen. Der niederländische Weltklasseschachspieler russischer Herkunft – Sergei Tiviakov (auch: Sergej Tivjakov), der mit 5 Jahren das Schachspiel erlernte – kommentiert und erläutert die genannte Variante in einer englischsprachigen Ausgabe der von ChessBase wohlbekannten und erfolgreichen Reihe „fritztrainer opening“ oder vergleichbar „fritztrainer eröffnungen“. Seine aktuelle Elo-Zahl beträgt 2643, damit liegt er hinter Loek van Wely und Ivan Sokolov auf Rang 3 in den Niederlanden. Tiviakov spielt u. a. in der deutschen Schachbundesliga. 1989 begann er seine Profispielerkarriere und gewann damals die Jugendweltmeisterschaft U16. 1990 wurde er Jugendweltmeister in der Kategorie U18. Nachfolgend verlieh ihm die FIDE den Titel Großmeister. Mit den Niederlanden wurde er zweimal Mannschaftseuropameister. Damit dürfte er, was seine schachlichen Kompetenzen anbetrifft, über jeden Zweifel erhaben sein.
Der Grundgedanke von 2. c3 liegt darin, dass Weiß versucht, das Zentrum mit einem zweiten Bauern zu besetzen, während Schwarz bemüht sein muss, durch präzises Spiel den Ausgleich zu halten, der nach Meinung von Tiviakov nur durch 2. …Sf6 zu erzielen ist. Alle anderen Entgegnungen scheinen von vornherein schwächer zu sein. Besonders gegen stärkere Gegner ist Alapin recht erfolgversprechend, da Weiß bei Minimierung von Risiken kaum verlieren kann. Durch konsequente Spielkontrolle gelingt ihm in vielen Fällen mindestens ein Remis. Im Gegensatz dazu birgt die Eröffnung für die schwarzen Steine – wenn denn gezielt auf Sieg gespielt werden sollte – ein extrem hohes Risiko und schon mancher hoch eingeschätzte Schwarze ist von der Stärke der weißen Position quasi überrollt worden. Der Aufbau der ChessBase-DVD bringt keinerlei entscheidende Neuerungen mit sich – das bewährte Prinzip der Videosequenzen in Verbindung mit Kommentaren, Erläuterungen des Experten und Abspielentwicklungen wurde auch in dieser Ausgabe beibehalten. 23 Videosequenzen mit einer Gesamtdauer von ca. 4 Stunden, sowie 24 Partien zum Thema „Alapin-Variante“ sind das Basismaterial, das von Chess Base zur Verfügung gestellt wird.
Es liegen Partien von Tiviakov gegen Van der Wiel, Krasenkov, Zarkua, Berkvens, Cifuentes Parada, Espig, Parligras, Karjakin, Bosch, Kramnik, Timman, Stellwagen, Rahman, Carlsen, Kulaots vor – zugegeben nicht alles weltbekannte Größen mit weltmeisterlichen Qualitäten, jedoch Großmeister allemal – aber das, was dem Schachbegeisterten geboten wird, ist von großer spielerischer und taktischer Qualität. Die Partiebeispiele, die überwiegend aus den Jahren 2003 bis 2007 stammen (einige Highlights sind aus den Jahren 1989, 1994 und 1995), zeigen einen guten Überblick dieser Eröffnungstheorie. Wer Vereinsschach spielt, sollte sich meines Erachtens unbedingt mit diesem Software-Training beschäftigen, es bringt für Weiß und Schwarz weitreichende Erkenntnisse mit sich. Gewöhnungsbedürftig (zumindest für meine Ohren) ist das radebrechende Englisch des Großmeisters, dem man nur mit Mühe sprachlich folgen kann. Wer aber in der Lage ist, eine Maus zu bedienen oder der Darstellung auf dem Schachbrett zu folgen, kann über diese Schwäche der gesamten „openings“-Reihe aus dem Hause ChessBase locker hinwegsehen.

Systemanforderungen: Pentium-Prozessor mit 300 MHz, 64 MB RAM, Windows XP oder Vista, DVD-ROM-Laufwerk, Maus und Soundkarte. Fazit: Für ambitionierte Schachspieler/-innen ist auch dieses Werk ein Muss, um in Vereinskämpfen oder bei Turnieren gewappnet zu sein. Danke an ChessBase für das Rezensionsexemplar.

Heinz-Willi Jansen
(stellvertr. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)