Startseite Grundlagen Antike Mittelalter Frühe_Neuzeit 18/19Jh/International18/19Jh/Deutschland20Jh/International20Jh/Deutschland Länderverzeichnis Neue_EinträgeForum1GästebuchSuche Impressum
 
Sekundaerliteratur
Frühe Neuzeit | 30jähriger Krieg

[P|S|M]

Die Folgen des dreißigjährigen Krieges
Schätzungsweise 50% der ländlichen und 33% der städtischen Bevölkerung sind dem Krieg und den Seuchen zum Opfer gefallen. Frankfurt a.M. weist beispielsweise 1618 2470 Steuerzahler auf, 1629 2140 und 1648 1450. Die Einwohnerschaft der Reichsstadt Dortmund geht von etwa 6500 auf 2000 Personen zurück. In Schlesien wird der Gesamtverlust auf 200000 Menschen geschätzt. Schwer betroffen ist die unmittelbare Umgebung Magdeburgs mit einem Verlust von 56%. Das Hzgt. Württemberg zählt vor dem Krieg 450000 Einwohner, 1639 nur noch 100000. Ein schnelles Aufholen der riesigen Bevölkerungsverluste ist durch weitere Kriege (frz. Raubkriege, Schwedenkriege usw.) weitgehend erschwert. Die starke Verminderung der arbeitenden Bevölkerung bewirkt u.a. große Störungen in der Entwicklung der landwirtschaftlichen und gewerblichen Produktion, die selbst im letzten Drittel des 17. Jh. noch nicht völlig überwunden sind. So beträgt die Zahl der Gewerbetreibenden in Wien um 1600 etwa 2000, erst um 1670 wieder 1600; in Löwenberg (Schlesien) gibt es 1620 700 Tuchmacher, 1674 sind es 250.



aus: Deutsche Geschichte in Daten, Berlin, 1969, S. 251; zit. nach: Gudrun und Alexander Decker, Lebensverhältnisse im 16., 17. und 18. Jahrhundert, in: Materialien zum historisch-politischen Unterricht, hrsg. von H. Hoffacker. Stuttgart 1982, S. 102 mit frdl. Genehmigung für psm-data

GM (digitale Edition) für psm-data