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Am 4. Januar 1919 wurde der
linke Polizeipräsident von Berlin, Emil Eichhorn (USPD), abgesetzt.
Revolutionäre Obleute und Vertreter von USPD und KPD riefen die Berliner
Arbeiter zu Protestdemonstrationen auf.
Am 5. Januar 1919 drängten
sich nahezu 300.000 Menschen in der Berliner Innenstadt. Tausende von roten
Fahnen wehten über der Menge.
Nach der Kundgebung
organisierten sich einzelne schwer bewaffnete Kampfgruppen. Sie besetzten
zunächst alle Verlagshäuser des Zeitungsviertels, dann die Reichsdruckerei,
die Nachrichtenbüros, die Telegrafenämter und alle großen Bahnhöfe. Die
Volksbeauftragten Ebert und Scheidemann flüchteten über Hintertreppen,
Nebenausgänge und über Gartenzäune aus dem Regierungsviertel.
Der 'Revolutionsausschuss'
erklärte die Regierung für abgesetzt und rief zu neuen Massendemonstrationen
auf. Am 6. Januar versammelte sich eine noch größere Menge von Arbeitern in
der Berliner Innenstadt.
Ebert hatte seinem Genossen
Gustav Noske den Oberbefehl über alle konterrevolutionären Truppen erteilt.
Noske nahm ihn an mit den Worten: "Meinetwegen! Einer muss der Bluthund
werden, ich scheue die Verantwortung nicht!"
Noske stellte Freikorps auf,
die die Revolution niederschlagen sollten. Ebert selber hatte das Kommando über
die Reste der alten Truppe in und bei Berlin.
Vom 9. Januar 1919 an ließ
er die Aufständischen zusammenschießen und die besetzten Gebäude
zurückerobern.
Am 11. Januar kam es zu
besonders schweren Kämpfen um das SPD-Verlagshaus des 'Vorwärts' in der
Lindenstraße. Nach schwerem Beschuss mussten die Besatzer aufgeben. Sie
schickten eine Abordnung von 6 Mann mit weißer Fahne zum Kommandeur der
gegnerischen Truppen um über einen freien Abzug zu verhandeln. Die sechs
Parlamentäre wurden von den Gardisten mit Kolbenschlägen und Bajonetten
empfangen und entsetzlich misshandelt. Nur einer wurde ins 'Vorwärts'-Gebäude
zurückgeschickt, um die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation zu
überbringen. Alle anderen wurden an die Wand gestellt und erschossen.
Dann wurde das Haus
gestürmt, dreihundert der Verteidiger gefangengenommen und mit Gewehrkolben
niedergeschlagen. Mindestens sieben wurden ermordet.
Am selben Samstag, dem 11.
Januar 1919, zogen nachmittags die ersten Freikorps in Berlin ein, an der Spitze
der 'Volksbeauftragte' Gustav Noske.
Das bürgerliche Publikum
jubelte.
Am 15. Januar wurden der
ganze Westen und Süden Berlins sowie die gesamte Innenstadt von Freikorps
besetzt. Nur an die Arbeiterviertel wagte man sich noch nicht heran.
Die Revolution hatte ihre
entscheidende Niederlage erlitten.
In Bremen bestand vom 10.
Januar bis 4. Februar 1919 eine Rätedemokratie. Auch sie wurde blutig beendet.
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