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Psychologische Theorie
1. Aufgrund von Ich-Schwäche misslingt
Ausgleich zw. Normsystem u. Triebbedürfnissen. Mangelnde
Konfliktverarbeitung führt zu Konfliktverschiebung (Sündenbock-Hypothese).
2. Projektion unzulässiger Triebregungen.
3. Individuelle Frustrationen erhöhen Aggressionsbereitschaft. Bei
unangreifbarem Urheber der Frustrationserfahrung u. gleichzeitiger
Angreifbarkeit der Juden besteht die Gefahr antisemitischer Aggression.
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Deprivationstheorie
Subjektive (!) Unterprivilegierung einer Gruppe gegenüber einer anderen führt
zur Abwertung der vermeintlich bevorzugten Gruppe. Gleichzeitig wird damit
der eigene Status – subjektiv – stabilisiert.
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Soziologische
Theorie
Überbewertung der eigenen Gruppe sichert soziale Identität u. Homogenität.
Diasporajuden als permanente Bedrohung nationaler Kollektive. Besonders
problematisch: Konkurrenzbeziehungen, Konfliktsituationen, Eigendynamik
von Vorurteilen und Ideologien.
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Anomietheorie
Zerbrechen traditioneller Wert- und Normsysteme führt zu
Orientierungslosigkeit, ohne dass dafür zunächst eine bestimmte Person
oder Gruppe verantwortlich gemacht werden könnte. Der relative Aufstieg
der Juden im 19. Jh. prädestiniert diese jedoch als Zielscheibe von
Aggressionen, die eigentlich auf die Anomieproblematik zurückzuführen
sind.
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Theorie
sozialer Mobilität
Individuelle oder kollektive Statusminderungen führen zu Frustrationen
und sozialen Spannungen. Dabei kann ein reales Konkurrenzverhältnis zu
Juden gegeben sein (Kleingewerbe, Studenten, Freie Berufe). Das muss
allerdings nicht der Fall sein (Handwerk, Landwirtschaft).
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Marxistische
Theorie
Unter den Rahmenbedingungen eines Klassenkampfes benutzt die herrschende
Klasse den Antisemitismus zur Verschleierung ihrer Macht. Antisemitismus
erscheint so als Merkmal der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft.
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