| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Weimarer Republik | [P|S|M] |
Die Weltwirtschaftskrise im Spiegel der Presse - Der schwarze Donnerstag in Neuyork
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Neuyork, 25. Oktober.
Die große Schlacht zwischen den Baissiers und Haussiers ist geschlagen. Zeigte
schon die Börse Bilder des Elends und des Jammers, so waren die Maklerbureaus
nach Börsenschluß die Schauplätze menschlicher Verzweiflung. Der Tonfilm wird
manche dieser unbeschreiblichen Szenen festgehalten haben, die sich außerhalb
der Börse abspielten, wo sich von Stunde zu Stunde eine immer größere
Menschenmenge ansammelte. Berittene Polizisten mußten die Ordnung
aufrechterhalten; denn die Berichte von 700 Augenzeugen, die eine Rekordzahl von
Besuchern ausstellten und die Vorgänge innerhalb der Börse beobachten, wirkten
zündstoffartig, wenn man sich vergegenwärtigt, daß vom Straßenreiniger aufwärts
seit Monaten die ganze Bevölkerung von einem Spekulationstaumel ergriffen ist.
Im allgemeinen scheinen die Anstandsregeln in den Wandelgängen der Börse nicht
durchbrochen worden zu sein. Es blieb bei zerrissenen Röcken Verzweifelter.
Andere wieder gaben sich stummer Ergebenheit in ihr Schicksal hin.
Die Verkaufsübersicht
ergibt 12 894 650 und im Freiverkehr 6 337 415 Aktien, für deren BEsitzer eine
Aktion führender Bankiers zu spät kam. Hals über Kopf waren Werte auf den
Markt geworfen. Die Stützungsaktion setzte überraschend mit ungeahntem Erfolg
ein, als 200 000 Steel=Aktien placiert werden sollten.
| | Quelle: Nordwestdeutsche Zeitung vom 27. Oktober 1929 |
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GM
(digitale Umsetzung) für psm-data 
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