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| 20. Jahrh. | Deutschland | Weimarer Republik | [P|S|M] |
RUMS 47: Thema der Stunde: 9. November 1918 - Vom Deutschen Kaiserreich zur Weimarer Republik
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1. Sachanalyse:
Das Herrschaftssystem in kaiserlichen Deutschland existierte auf Kosten
der Mehrheit der Bevölkerung. Es war vor allem gekennzeichnet durch eine
Verweigerung von Mit- und Selbststimmung, eine weitergehende wirtschaftliche
Abhängigkeit vieler Menschen , eine soziale Diskriminierung, die Opferung
vieler Menschenleben im Krieg für die Interessen der herrschenden Schichten
im Obrigkeitsstaat und das damit verbundene materielle Elend. Nach der
militärischen Niederlage und dem Bankrott dieses System entstand in
Deutschland eine revolutionäre Situation, die sich gegen das preußische
Herrscherhaus und die Militärs als die führenden Vertreter dieses
Herrschaftssystems richtete. Zur Abwehrung einer Katastrophe und Rettung der
Monarchie ersetzten die reaktionären Kräfte (Ludendorff) durch eine
"Revolution von oben" das System durch eine parlamentarische
Monarchie (Einführung der Verantwortlichkeit des Kanzlers gegenüber dem
Reichstag, Kanzlerschaft des Prinzen Max von Baden ). Gleichzeitig schob
Ludendorff damit seine Verantwortlichkeit für die militärische Niederlage den
demokantischen Kräften zu (Dolchstoßlegende). Revolutionäre Ereignisse
führten dann zur Abdankung des Kaisers, zur Einsetzung des Raters der
Volksbeauftragten und zur Ausrufung der Republik durch Scheidemann und
Liebknecht. Damit standen sich zwei politische Zielvorstellungen gegenüber :
Die Mehrheitssozialdemokraten forderten die Einberufung einer
Nationalversammlung, die aus freien, gleichen, geheimen und allgemeinen Wahlen
hervorgehen und die Verfassung für eine parlamentarische Demokratie beschließen
sollte. Dabei hatten sie zwar sozialpolitische Vorbedingungen vor Augen, wie die
Einführung des Achtstundentages, die Arbeitslosenunterstützung und eine
soziale Partnerschaft von Kapital und Arbeit, hielten aber an den
sozioökonomischen Grundbedingungen der Gesellschaft fest. Hier findet sich die
historische Vorstellung der an Lassalle orientierten Sozialdemokratischen
wieder, dass es bei einer Machtübernahme bei Ausklammerung der ökonomischen
Verhältnisse allein darauf ankommt, die Macht im Staat zu übernehmen. Die
linken Kräfte in USPD und Spartakusbund forderten demgegenüber die Einführung
des Rätesystems auf der sozio-ökonomischen Grundlage des Gemeineigentums. Im
Reichsrätekongress (16.-21.12.1918) setzte sich die Vorstellung der MSPD durch.
Damit waren die Weichen zur Einführung einer parlamentarischen Demokratie
gestellt, deren Durchsetzung aber nicht ohne Widerstände blieb (Gründung der
KPD, Räterepublik in Bremen und München). Die von der Nationalversammlung
erarbeitete und seit dem 11. August 1919 gültige Verfassung
beinhaltete u.a. eine besondere Stellung des Reichspräsidenten, die später von
besonderer Bedeutung war.
2. Ziele der
Stunde:
Die Schüler sollen
- die wichtigsten Forderungen
der MSPD und des Spartakusbundes zur Neugestaltung Deutschlands nach dem Ersten
Weltkrieg benennen können,
- wesentliche Merkmale der
parlamentarischen und der Rätedemokratie benennen können,
- die Ereignisse des 9.
Novembers 1918 benennen, historisch einordnen und bewerten können.
3. Geplanter Unterrichtsverlauf:
| Lernphase |
Unterrichtsorganisation |
Didaktischer Kommentar |
| Einstieg |
Abspielen des Video-Ausschnittes "Ausrufung
der Republik" |
Vergegenwärtigung der Konflikte
(Verlebendigung) |
| Erarbeitung 1 |
Äußerungen zum Video-Ausschnitt |
Aufbau einer sinnkonkreten Vorstellung und deren
Versprachlichung |
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Verteilung eines Arbeitsbogens und Klärung des
Arbeitsauftrages |
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Bearbeitung des Arbeitsblattes |
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| Auswertung |
Schüler benennen Arbeitsergebnisse und
begründen sie |
Verkürzung auf wesentliche Merkmale der
Zielvorstellung |
| Erarbeitung 2 |
Gegenüberstellung der Gesellschaftsmodelle mit
Hilfe der Folien 1 und 2 |
Versprachlichung von Bildinformationen
Politische Urteilsfähigkeit |
| Problematisierung |
Beschreibung, Verdeutlichung und Bewertung in
einem Unterrichtsgespräch |
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| | GM für psm-data; ©-Vermerk:
mit freundlicher Genehmigung des LFI-Bremerhaven |
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