| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Weimarer Republik | [P|S|M] |
Die Weltwirtschaftskrise im Spiegel der Presse, Das Finanz- und Handelsblatt der Vossischen Zeitung meldet am 26. Oktober 1929, Nach dem schwarzen Tag
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Beruhigungsversuche
in Wallstreet
New York, 25.Oktober
/ Ullstein Nachrichtendienst
Die New Yorker Börse
hat gestern einen ihrer schwärzesten Tage erlebt. Wenn späterhin auch eine
gewisse Beruhigung, die eine gegenüber den anfänglichen Abschlägen beträchtliche
Erholung zur Folge hatte, eingetreten ist, so hatte die riesige Verkaufswelle,
die in der zweiten Börsenstunde einsetzte, doch Kursverluste von
durchschnittlich 15 Punkten zur Folge, nachdem ursprünglich Abschläge von 50
bis 60 Dollar nicht zu den Ausnahmen gehörten. Die Verwirrung war so groß, daß
von den maßgebenden Börsenmitgliedern der allerdings vom Börsenvorstand
abgelehnte Antrag gestellt wurde, die Börse zu schließen.
Zwischen dem Präsidenten
der National City Bank Mitchell, dem Vorsitzenden der Chase National Bank,
Wiggins, dem Präsideten der Guaranty Trust Co., Potter, und dem Mitinhaber des
Bankhauses Morgan, Lammont, fand um die Mittagsstunde eine Konferenz statt, nach
deren Ende Lammont erklärte, daß trotz der ungeheuren Baisseangriffe sich
keine Finanzhäuser in Schwierigkeiten befänden, und daß die Berichte über
die Differenzzahlungen befriedigend lauten. Diese Erklärung hatte eine starke
Beruhigung zur Folge, wenn auch immer noch beträchtliche Verkauforders zu
erledigen blieben. Die Umsätze waren so groß, daß der Ticker und alle
sonstigen Börseneinrichtungen, die der Information über die Marktlage dienen,
nun über vier Stunden zurückblieben. Die Umsätze erreichten an der Stock
Exchange die Rekordhöhe von 12,58 Mill. Aktien und an der Curb-Börse von 6,34
Mill. Stück.
| | Quelle:
Vossische Zeitung Nr.256, 4. Beilage |
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GM
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