Thema: Theologische Anthropologie

Freiheit - Verantwortung - Schuld

Die Tafeln vom Sinai haben ihre Gültigkeit verloren. Das Gewissen ist eine jüdische Erfindung. Es ist wie die Beschneidung eine Verstümmelung des menschlichen Wesens...

Die Vorsehung hat mich zum größten Befreier der Menschheit vorbe-stimmt. Ich befreie den Menschen von dem Zwange eines Selbstzweck gewordenen Geistes, von der schmutzigen und erniedrigenden Selbst-peinigung einer Gewissen und Moral genannten Chimäre und von den Ansprüchen einer Freiheit und persönlichen Selbständigkeit, denen immer nur ganz wenige gewachsen sein können.

Der christlichen Lehre von der unendlichen Bedeutung der menschlichen Einzelseele und der persönlichen Verantwortung setze ich mit eiskalter Klarheit die erlösende Lehre von der Nichtigkeit und Unbedeutendheit des einzelnen Menschen und seines Fortlebens in der sichtbaren Unsterblichkeit der Nation gegenüber. An die Stelle des Dogmas von dem stellvertretenden Leiden und Sterben eines göttlichen Erlösers tritt das stellvertretende Leben und Handeln des neuen Führergesetzgebers, das die Masse der Gläubigen von der Last der freien Entscheidung entbindet.

(A. Hitler nach H. Rauschning, Gespräche mit Hitler, Europa Verlag, Zürich 1940)

Arbeitsaufträge:

1. Fassen Sie den Text mit eigenen Worten zusammen und versuchen Sie Stellung zu nehmen!

2. Erklären Sie, was die philosophische Ethik und besonders die christliche Ethik unter Gewissen und unter Gewissensphänomenen verstehen?

3. Nehmen Sie Stellung zu der Frage, ob das Gewissen angeboren ist oder anerzogen? Zeigen Sie die unterschiedlichen Positionen auf und berücksichtigen Sie dabei auch die Ausführungen des Zweiten Vatikanischen Konzils!