Thema: Theologische Anthropologie
Freiheit - Verantwortung - Schuld
In der geschichtlichen Entwicklung wurden als Menschenrechte, die ein menschenwürdiges Leben sichern, zuerst Freiheitsrechte und Schutzrechte vor staatlichen Eingriffen durchgesetzt. Der Mensch hat einen Anspruch darauf, daß seine Freiheit nicht eingeschränkt wird. Sei es, daß der Mensch gewaltsam, durch Manipulation oder durch Bevormundung abhängig gemacht wird. Dann kann er sein Leben und seine Persönlichkeit nicht frei entfalten. Das individuelle Recht auf Freiheit ist undenkbar ohne die Rechte des einzelnen auf Leben, Sicherheit der Person und Freizügigkeit. Eingriffe, die die Freiheit des Menschen einschränken, dürfen weder vom Staat, noch von Gruppen oder Einzelpersonen vorgenommen werden. Die Freiheit des einzelnen darf nur dann eingeschränkt werden, wenn die Gemeinschaft bedroht ist und daher geschützt werden muß (z.B. bei Naturkatastrophen, Krieg und Verbrechen). Das Leben und das Glück kann der Mensch nur dann gestalten, wenn auch die Freiheit des Innenlebens gesichert ist. Der Mensch muß selbst entscheiden können, was seine Überzeugung ist und ob er diese offenbaren will. Dieses sichern die Rechte auf Gedanken-, Gewissens- und Glaubensfreiheit. Die Freiheit des einzelnen darf allerdings nur soweit reichen, wie sie die Freiheit der anderen nicht einschränkt.
Die bisher genannten Freiheitsrechte gewährleisten nur dann ein menschenwürdiges Leben, wenn der Mensch vor Not bewahrt wird. Die sozialen Rechte garantieren die Freiheit von Not. Das Recht auf Arbeit und der Schutz vor Arbeitslosigkeit sichern dem Menschen das Einkommen zum Leben. Die wirtschaftliche und soziale Hilfe bewahrt den einzelnen vor Not. Darüber hinaus schaffen die Rechte auf Bildung, Arbeit und Freizeit die Grundlage für die freie Entwicklung der Persönlichkeit. Zu einem menschenwürdigen Leben in der Gemeinschaft gehört es, daß der einzelne das politische Recht hat, den Staat und die Gesellschaft mitzubestimmen und mitzugestalten.
Arbeitsaufträge:
1. Welche Menschenrechte listet der Text auf, wie vernetzt er sie untereinander und in welche Kategorien teilt er sie ein?
2. Wie werden in den verschiedenen Epochen der abendländischen Tradition die Menschenrechte begründet?
3. Was ist in der biblischen Urgeschichte (1 Mose 1-11) über das Böse gesagt, was sagt der Apostel Paulus über die Sünde? Vergleichen Sie die biblischen Erkenntnisse mit den Erkenntnissen der Psychologie!