Thema: Theologische Anthropologie
Freiheit - Verantwortung - Schuld
Rainer Maria Rilke
Wilder Rosenbusch
Wie steht er da vor den Verdunkelungen
des Regenabends, jung und rein;
in seinen Ranken schenkend ausgeschwungen
und doch versunken in sein Rose-sein;
die flachen Blüten, da und dort schon offen,
jegliche ungewollt und ungepflegt:
so, von sich selbst unendlich übertroffen
und unbeschreiblich aus sich selbst erregt,
ruft er dem Wandrer, der in abendlicher
Nachdenklichkeit den Weg vorüberkommt:
Oh sieh mich stehn, sieh her, was bin ich sicher
und unbeschützt und habe was mir frommt.
(Text: Rainer Maria Rilke: "Gedichte". Frankfurt/M, (3) 1987)
Arbeitsaufträge:
1. Begründen Sie , warum es schwierig ist zu wissen, "wer wir nun eigentlich selbst und 'als Menschen' sind"!
2. Welche Aussage enthält das Gedicht? Wofür könnte der wilde Ro-senbusch als Symbol oder Chiffre stehen? Welches Menschenbild ver-birgt sich dahinter?
3. "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt" - "Der Mensch ist zur Freiheit berufen". Erklären Sie den Unterschied zwischen den beiden Aussagen und das zugrundeliegende Freiheitsverständnis!