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THEMA: An alle Biotech. Studenten
Bisher 1 Antwort.
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Simone
begann die Diskussion am 15.05.05 (20:25) mit folgendem Beitrag:
Hallo,
Ich bin Schülerin eines Biotechnologischen Gymnasiums. Für meine GFS (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen) würde ich euch um Mithilfe bitten. In dieser GFS geht es darum, herauszufinden, ob und wie man speziell den biotechnologischen Unterricht effektiver gestalten kann und wo die Defizite liegen. Darum ein paar Fragen an euch:
1. Was hat euch Anfangs bei Biotechnologie an der Uni am meisten Probleme bereitet? Worauf, bzw. wie hätte euch euer Gymnasium besser vorbereiten sollen? 2. Wie sollten Schulen allgemein besser auf das Studium vorbereiten? Welche Kompetenzen sollten sie mehr fördern? (Und wie?)
Falls ihr sonst noch Anmerkungen zum Thema habt, nur zu. Danke für eure Mitarbeit.
Simone
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Carsten
antwortete am 24.06.05 (18:31):
Hallo Simone,
zu deinen Fragen ein paar Anmerkungen:
Große Probleme in einem naturwissenschaftlich/ingenieurwesen-orientiertem Studiengang sind im Vordiplom die klassischen Fächer Physik, Chemie, Mathematik. Diese Fächer werden zu Schulzeiten "ungern" gewählt und so fehlen häufig selbst einfache Grundkenntnisse. Diese müssen dann zu Beginn des Studiums binnen kürzester Zeit nachgeholt werden; sehr zum Frust der Studenten: an THs und TUs liegen die Durchfallquoten der Prüfungen gerne bei ca. 80%.
Das Problem hierbei liegt ergo nicht nur an den Angeboten der Gymnasien, sondern an der konkrete Fächerwahl der Schüler. Das hat oft einen simplen Grund: im Alter von 16 oder 17 Jahren ist das Berufsziel meistens noch sehr schwammig und noch nicht konkret festgelegt. Dies mündet häufig in der Entscheidung, Fächer im Abitur zu belegen, die auf den ersten Blick "sinnvoller" erscheinen; also Deutsch, Literatur, Pädagogik, Fremdsprachen etc. und eben selten Chemie oder Physik als LK.
"Wie sollten Schulen allgemein besser auf das Studium vorbereiten?"
Das Gymnasium hat nicht die exklusive Aufgabe, erfolgreich für ein Studium auszubilden, sondern erfolgreich für eine darauffolgende Ausbildung auszubilden. Ein hoher Prozentsatz der Abiturienten plant kein Studium als weitern Ausbildungsweg.
Das Studium, denn danach wurde gefragt, ist in sich ein im Schnitt 6 jähriger weiterer Lernprozess, der Kompetenzen lehrt und erweitert. Das Gymnasium kann sicher gute Vorarbeit leisten, allerdings muss jeder diese Kompetenzen selber erweitern. Und darin besteht ein großer Unterschied zur Schule. Im Studium fussen die erbrachten Leistungen auf einem eigenverantwortlichem Handel. Es gibt nicht mehr die "klassichen Lehrer", wie sie an der Schule existieren. Wer das Lehrangebot wahrnehmen möchte, kann dies tun; wer lieber ausschlafen möchte oder lieber nicht lernen möchte, kann dies auch tun. Das Fortkommen bestimmt der Student selber. Im Rahmen eines Kurs-oder Klassensystems werden Leistungen permanent vor jeweiligen Lehrer eingefordert. Eine Möglichkeit eine "bessere" Vorbereitung auf ein Studium zu realisiern könnte darin liegen, während der 12. und noch 13. Klasse ein gesteigertes Selbstverantwortungsbewussstsein zu fördern. Allerdings zeigen da einige "Experimente", dass dies nur von wenigen Prozent der Schüler sinnvoll aufgenommen wird. Gilt doch bis heute die Ansicht, dass Hausaufgaben eher Belästigung als Zugewinn und Übung sind, und dass Referate an der Grenze der Bestrafung liegen. Ein "unerzwungenes" Lern- und Leistungsverhalten ist auf die Gesamtheit gerechnet derzeit im schulischen Bereich Utopie.
Nun, was sind die entscheidenden Punkte, die gefördert werden sollten. Ganz klar zwei Stück: Motivation zu fördern, die für den Schüler einen glasklaren Erfolg und Gewinn erkennen lässt und Förderung der Selbstverantwortlichkeit für das eigene Handeln/Lernen.
Ich muss hierbei allerdings selber eingestehen, dass ich zu meiner Abi-Zeit vieles nicht so gesehen habe, wie ich es heute sehe und dass ein 17-19 jähriger womöglich auch oft überfordert ist, das alles zu kompensieren. Dafür lernt man eben im weiteren Verlauf der Ausbildung diese "skills"....
Grüße Carsten
Institut für Biotechnologie Forschungszentrum Jülich
Falls du noch zusätzliche Fragen hast, kannst du hier ne kurze Nachricht mit Mail-adresse hinterlassen. Bin ja auch sehr an der "nächsten Generation" interessiert.
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