Ein Kreisel,
der nicht kräftefrei ist, führt eine Präzessionsbewegung
aus. Wirkt eine konstante Kraft auf den Kreisel, so beschreibt die Drehachse
dabei einen Kegel. Im nebenstehenden Beispiel wirkt auf den Kreisel die
Gewichtskraft und bewirkt die Präzession. Anschaulich kann sagen,
dass der Kreisel der durch die Kraft angestrebten "Kipp-Wirkung" senkrecht
ausweicht.
Aufgrund
der Rotation ist die Erde abgeplattet, d.h. keine Kugel sondern ein Ellipsoid.
Auf die sonnenzugewandte "Ausbuchtung" wirken von Sonne und Mond Kräfte,
die den Kreisel Erde aufrichten möchte. Das Ergebnis ist eine Präzessionsbewegung
der Erdachse. Die Periodendauer der Präzessionsbewegung ist ca. 25700
Jahre. Das ist die Zeit, in der die Erdachse einen Umlauf auf dem Kegelmantel
der Öffnung 23,5° beschreibt.
Die Drehmomente, die Sonne und Mond auf die Äquatorwülste ausübt sind nicht konstant. Die durch die Abhängigkeit der Drehmomente von der Mondposition verursachte Störung der Präzessionsbewegung wird in der Astronomie Nutation genannt. Sie hat eine Periode von 18,6 Jahren. Zur gesamten Päzessionbewegung tragen auch noch die Planeten bei.
