Erinnerung sichtbar machen: Die Geschichte von Hermann Schmidt

Projekt der Berufsbildenden Schule TGHS - Technisches Gymnasium - in Bad Kreuznach (Projektleitung: Herr Sascha Eske gemeinsam mit Remigius Günster)

Die Geschichte von Hermann Schmidt

 

 

„Erinnerung sichtbar machen – 80 Jahre Reichspogromnacht“

 

Wettbewerbsbeitrag zum Schülerwettbewerb

 

Die Geschichte vom „Jüdlein“ Schmidt in Bad Kreuznach

 

Natalia Syrnicka

Michel Eckes

Sven Poth

 

Berufliches Gymnasium Technik

Jahrgangsstufe 13

Berufsbildende Schule TGHS

Ringstraße 49

55543 Bad Kreuznach

 

 

Inhaltsangabe

Vorüberlegungen

Erste Planungsideen

Zeitzeugenbericht

Rechercheergebnisse

2 Konzeption und Idee

2.1 Die Geschichte des Hermann Schmidt

2.1.1 Biografische Daten der Familie Schmidt

2.2 Historische Daten

3 Aktuelle Bezüge

4  Abschließende Bemerkungen

5  Quellenangabe

 

Vorüberlegungen

Im Vorfeld des Wettbewerbes haben wir einige grundsätzliche Überlegungen angestellt. Dabei sind wir schnell übereingekommen, auf die vermutlich übliche Darstellung der Geschichte der jüdischen Bevölkerung unserer Heimatstadt Bad Kreuznach und den Entwicklungen rund um die Reichspogromnacht zu verzichten.

Zum einen ist die Geschichte der jüdischen Bevölkerung und der Synagoge Bad Kreuznachs mehrfach wissenschaftlich erforscht und dokumentiert worden, so dass unsere Arbeit leicht Gefahr liefe, redundant zu sein. Zum anderen stünde bei dieser Vorgehensweise in erster Linie die Historie im Zentrum. Gerade angesichts aktueller Entwicklungen in unserem Land und unserer Gesellschaft wollten wir genau dieses nicht.

Der bloße Blick zurück schien uns nicht hinreichend, um die bleibende Verantwortung zu dokumentieren. Vielmehr möchten wir Parallelen aufzeigen, die die gesellschaftlichen Tendenzen unserer Zeit kritisch beleuchten.

 

Erste Planungsideen

In unserer Gruppe wussten wir von einem Gruppenmitglied etwas von der „Geschichte vom Jüdlein Schmidt“. In der Familie erzählt man sich noch heute die Geschichte von Hermann Schmidt, den man allgemein in Bad Kreuznach „das Jüdlein“ nannte. Dieser Hermann Schmidt besaß und bewohnte zeitweise ein Haus in Bad Kreuznach, das in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauses einer Familie stand, die in enger Verbindung zu einem Gruppenmitglied steht.

Als die Nationalsozialisten immer offener und drastischer gegen die jüdische Bevölkerung vorgingen, entschied sich Hermann Schmidt in die USA zu emigrieren. Zuvor überließ er seinem Nachbarn eine große Schachtel, die mit Diamanten, Gold und weiterem Schmuck gefüllt war, die dieser in einem Hohlraum des Kellergewölbes seines Hauses versteckte. Nach dem Ende des Krieges und der durch die Nationalsozialisten betriebenen „Endlösung“ kehrte Hermann Schmidt nach Bad Kreuznach zurück, um besagte Schachtel mit seinem Schmuck, den Diamanten und Wertgegenständen wieder in Besitz zu nehmen.

Das kann, ja muss doch Grundlage unseres Wettbewerbsbeitrages werden: Ein jüdischer Mitbürger, der einem deutschen Nachbarn sein Vermögen anvertraut, ehe er vor der Verfolgung fliehen muss. Nach dem Holocaust kehrt er zurück und erhält sein Vermögen zurück.

Unser Bestreben, nicht nur in die Historie zu schauen, sondern Bezüge zu aktuellen, gesellschaftlichen Entwicklungen herzustellen, kann mit dieser Geschichte gut gelingen. Sich gegen Mehrheiten, politische Parolen und menschenverachtende Ideologien zu stellen und nur nach seinem Gewissen und einer Haltung zu leben, die die Menschenwürde zum Maßstab hat, muss auch heute wieder zum Vorbild werden.

So beginnt nun die Recherchearbeit, um die Geschichte des Hermann Schmidt dokumentieren zu können.

 

Zeitzeugenberichte

Otto Bartsch, geb. 1. Dezember 1892 im Siebengebirge, gestorben am 2. Oktober 1987 in Bad Kreuznach; verheiratet mit Maria Bartsch, geb. Wallior, geb. 1901 – gestorben 1988.
Seine noch lebende Tochter Doris Lowack geb. Bartsch, geb. am 28.01.1933 in Bad Kreuznach, aufgewachsen im Haus Beinde 8, erinnert sich:

Mein Vater betrieb mit seiner Frau ein Kolonialwarengeschäft in der Beinde 8. Er war, solange ich mich erinnern konnte, befreundet mit einem Herrn Hermann Schmitt aus Den Haag, Niederlande, ein Jude. Dieser kam uns mit seiner Frau immer wieder besuchen. Er muss ein großes, gut gehendes Juweliergeschäft in Den Haag gehabt haben.

Er hatte bei der Volksbank oder der Reichsbank in der Wilhelmstraße in Bad Kreuznach ein Schließfach. Für dieses Schließfach hatte Otto Bartsch eine Vollmacht. Sein Freund Hermann Schmitt lebte weiter in Den Haag und Bad Kreuznach, flüchtete jedoch irgendwann in die USA, als immer mehr Juden über Nacht verschwanden und auch er in den Niederlanden um sein Leben fürchten musste.

Als der 2. Weltkrieg ausbrach und die Situation in Deutschland besonders für Juden immer unsicherer wurde, beschloss mein Vater, das Schließfach seines Freundes in der Volksbank oder Reichsbank in der Wilhelmstraße zu räumen. Er machte sich Sorgen, dass die dort gelagerten Wertsachen nicht sicher vor dem Zugriff der Nazis sein könnten. Er verwahrte die Wertsachen – es muss sich um ein Vermögen an Gold, Schmuck und Juwelen gehandelt haben – in seinem gemauerten Keller auf. Unter dem Treppenabgang, der hinunter in den Keller führte, befand sich eine gemauerte Wand aus Backsteinziegeln. Er entfernte einige Ziegelsteine und verteilte den Schmuck in kleinen Portionen in der Wand. Anschließend setzte er die Ziegelsteine wieder an ihren Platz. Gegen Ende des Krieges wurde mein Vater wie viele seines Alters auch – immerhin war er schon 52 – eingezogen und zur Verteidigung des Vaterlandes an den Westwall geschickt.

Einige Zeit nach Ende des 2. Weltkrieges kehrte Hermann Schmitt aus dem Exil in den USA zurück und besuchte meinen Vater in Bad Kreuznach.

Doris Lowack erinnert sich: Mein Vater holte den Schmuck aus dem Kellerversteck hervor. Im dunklen Hinterzimmer des Kolonialwarengeschäftes säuberten sie alle Teile, die Perlenketten wurden in Milch gereinigt. Diamanten waren in ein Stück Butter hineingedrückt worden und nun wieder vorsichtig befreit. Hermann Schmitt war die ganze Zeit des Krieges in der Annahme, dass sein Vermögen unwiederbringlich verloren sei. Doch mein Vater hatte alles in die Nachkriegszeit herüberretten können. Mein Vater war kein Nazi, aber als Geschäftsmann und nicht zuletzt als Vater von 2 Töchtern, musste er sich mit den Nazis vertragen. Schließlich tauschte er in seinem Geschäft die Lebensmittelkarten der Kreuznacher gegen Ware ein. Er konnte auch nichts machen, als seine ältere Tochter Rita zum BDM (Bund Deutscher Mädels) ging. Er hat die Nationalsozialisten nicht hofiert. In seiner Familie wussten alle, dass er heimlich den Feindsender BBC hörte, um ein von der nationalsozialistischen Propaganda unverfälschtes Bild von der Kriegssituation zu bekommen. Das war strengstens verboten und er riskierte damit eine hohe Gefängnisstrafe. Dadurch hatte er sich jedoch ein besseres Bild von der Lage des „Großdeutschen Reiches“ machen können, als andere.

 

1.2 Rechercheergebnisse

Im Stadtarchiv von Bad Kreuznach begann nun die Arbeit. Hermann Schmidt, manchmal auch Schmitt geschrieben, findet sich tatsächlich in den Akten des Stadtarchivs. Wir fanden Belege von ihm und seinem Beruf. Seine Meldeadresse sowie seine Schwester Franziska sind ebenso dokumentiert und es stimmt alles mit den Erzählungen überein, die wir ja bereits kannten. „Wir sind also auf der richtigen Spur“, so dachten wir zu diesem Zeitpunkt noch.

 

Plötzlich fehlten Belege, Hermann Schmidt war nicht mehr in Bad Kreuznach zu finden. Eine Adresse in den Niederlanden, vermutlich Den Haag wurde als neue Wohnort angegeben. Auch das passte noch zu den Informationen, die uns vorlagen. Den Haag, war damals schon bekannt für den Diamantenhandel. Vielleicht hat Hermann Schmidt für sein Gold in Den Haag Diamanten gekauft, um sie seinem befreundeten Nachbarn zur Aufbewahrung zu übergeben. Von den Niederlanden reiste er dann vermutlich in die USA.

Bis jetzt schien sich die Geschichte tatsächlich so ereignet zu haben, wie wir sie aus der familiären Erzählung kannten.

Dann allerdings fanden wir in einem anderen Dokument Hermann Schmidt mit dem Eintrag „evangelische Konfession“. Hermann Schmidt war doch Jude? Evangelische Konfession? Vielleicht eine fälschliche Angabe, um der Verfolgung zu entgehen? Hat sich Hermann Schmidt als evangelisch „getarnt“? Aber nein, der Eintrag erfolgte mit der „standesamtlichen Geburtsanzeige“ im Jahr 1899. Damals dachte sicher niemand daran, seinen jüdischen Glauben leugnen zu müssen.

Vielleicht war seine Frau Jüdin? Aber, um es gleich zu Beginn zu verdeutlichen. Weder Hermann Schmidt, noch seine erste Frau waren Juden, sondern evangelisch. Seine zweite Frau war ebenfalls keine Jüdin.

Soweit die ersten Rechercheergebnisse, die alles in ein anderes Licht stellen.

 

2. Konzeption und Idee

Nachdem die erste Rechercheeinheit den Wahrheitsgehalt der Geschichte, so wie sie uns bekannt war, in Frage stellte, mussten wir neu planen.

Die biografischen Daten um die Person Hermann Schmidt sind belegt und stimmen mit der Erzählung überein. Auch das Hermann Schmidt Bad Kreuznach vor der Pogromnacht verließ, stimmt und ist ebenso belegt wie die Existenz der „Schatzkiste“.

Dennoch ist er in Bad Kreuznach als „Jüdlein“ bekannt.

Immer klarer zeichnete sich ein Hintergrund ab, der so perfide ist, dass man ihn eigentlich gar nicht glauben möchte.

Wir haben uns, ausgehend von den historischen Fakten, eine Handlung überlegt, die auch unserem Anspruch gerecht wird, Bezüge zu aktuellen Entwicklungen herzustellen.

„Hermann Schmidt ist evangelischer Christ, der als Schmuckhändler offensichtlich mit Gold und Diamanten handelt und zu den reichen Bürgern zählt. Der Antisemitismus, die antijüdische Propaganda der Nationalsozialisten war wohl inzwischen so stark in der Bevölkerung verfangen, dass „Jude sein“ als Schimpfwort gereicht. Ein Bürger, der reich ist, der viel Geld verdient und erfolgreicher Geschäftsmann ist, wird nun als „Jude“, bzw. in unserem Fall als „Jud“ oder „Jüdlein“ bezeichnet.

Das ist der geistige Nährboden auf dem sich dann auch eine Reichspogromnacht entwickeln kann und der für den Holocaust die notwendigen Voraussetzungen schafft.“

In unserem Beitrag erfahren wir in alten Unterlagen, die sich beim Aufräumen finden, von der Geschichte des „Jüdlein“ Schmidt. Die Tagebucheinträge werden in einer Retrospektive lebendig und erzählen die Geschichte.

Am Ende soll - als Mahnung für die Gegenwart - aufgelöst werden, dass es sich bei Hermann Schmidt um einen evangelischen Christen handelte, der aufgrund seines geschäftlichen Erfolges als Jude diffamiert wurde.

Wir möchten uns also nicht direkt mit den Geschehnissen rund um die Reichspogromnacht befassen, sondern vielmehr die Grundlagen, die sie erst ermöglichten, aufzeigen, um die Dramatik und Gefahr aktueller Tendenzen in der Stimmung in Teilen unserer Gesellschaft aufzuzeigen.

 

2.1.Die Geschichte des Hermann Schmidt

 

Tagebucheinträge

 

Pfingsten 1947

Liebes Tagebuch,

heute war Familie Schmidt da. Ich war sehr erfreut Johanna wiedersehen zu können. Ich habe sie seit ihrer Ausreise nicht mehr gesehen, geschweige denn von ihr gehört. Ich fragte mich die ganze Zeit ob es ihnen in den USA gut geht und jetzt sind sie wieder da.

Nach diesem Eintrag ist das Interesse geweckt. Wer war Johanna? Um welche Personen handelte es sich hier? Im Tagebuch wird nun nach vorne geblättert. Die Ereignisse um die Familie Schmidt und damit die „Geschichte des Hermann Schmidt“ eröffnet sich nun…

 

 

März 1932

Liebes Tagebuch,

heute war ein schöner Sonntag. Ich habe das Mädlein Johanna, die Tochter von Herrn Schmidt kennengelernt. Sie ist sehr nett, aber traurig, da ihre Mami jetzt im Himmel ist und ihr Papi eine neue Frau mitgebracht hat. Muttchen fand das überhaupt nicht toll. Sie hat beim Essen ständig böse geguckt. Warum nur? Vielleicht hat der Frau das Mittagessen nicht geschmeckt? Mir jedenfalls hat es sehr gut geschmeckt. Es gab Klößchen mit je einer Scheibe Braten. Nach dem Mittagessen sind wir über den Bismarckplatz in die Mannheimer Straße zum Haus von Familie Schmidt gegangen. Hier hat Herr Schmidt sein Juweliergeschäft. Ich finde es toll, weil er seiner Frau, dann immer etwas schenken kann. Johannalein und ich haben jedenfalls noch den ganzen Nachmittag mit ihrer neuen Puppenstube gespielt. Ich habe meine Puppe Anna mitgebracht. Es war ein schöner Tag.

 

21. April 1932

Liebes Tagebuch,

heute war Adolf Hitler in Bad Kreuznach. Der Mann von dem Muttchen immer redet. Papi findet ihn nicht so toll; er sagt es ist nicht alles so, wie es scheint. Familie Müller nebenan finden ihn aber toll. Wir waren dann gemeinsam auf der Pfingstwiese, um seine Rede zu hören. Ich wollte ja lieber mit Johannalein gemeinsam hingehen, aber Herr Schmidt und seine Frau wollten nicht. Ich habe Papi gefragt warum, aber er meinte nur, dass Hitler Johannas Eltern nicht mag. Ich verstehe es nicht; dabei sind sie doch so nett. Deswegen sind wir alleine hingegangen. Ich fand Hitlers Auftritt schön, finde ihn aber doof, weil er Familie Schmidt nicht mag. Muttchen war begeistert.

Am Abend wollte ich nochmal zu Johanna, aber Muttchen hat mich nicht gelassen und ich musste alleine mit Anna spielen. Ich habe sie vermisst.

 

30. Januar 1933

Liebes Tagebuch,

heute hat es wieder geschneit. Es war sehr kalt. Vielen Nachbarn hat das Wetter auch nicht gefallen. Nur Familie Müller und Muttchen waren heute sehr glücklich. Aber nicht wegen dem Wetter. Heute wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt, sagt Muttchen. Ich habe sie gefragt, was der Reichskanzler macht. Muttchen meinte, er würde unser Land wieder groß machen, aber Papi meinte zu ihr, sie sollte an die Familie Schmidt denken. Er dachte wohl ich würde nicht mehr zuhören. Muttchen meinte nur, dass sie Juden wären und Juden wären alle gleich. Ich bin ganz traurig das Muttchen sie nicht mag, aber ich trau mich nicht zu fragen warum. Papi jedenfalls ist nur verärgert raus gegangen.

 

01. April 1933

Liebes Tagebuch,

heute ist was ganz Schreckliches passiert. Als ich nach der Schule zu Johanna wollte, standen vor dem Juweliergeschäft zwei Männer in SA-Uniform und haben die Leute am Eintreten gehindert. Sie sagten, man kaufe nicht bei Juden. Ich habe mich nicht getraut hineinzugehen und bin zu Muttchen nach Hause gerannt. Ich habe sehr geweint. Muttchen hat mich versucht zu trösten und wollte mich zu Familie Müller bringen, damit ich mit deren Tochter Sophie spielen kann. Aber die mag ich nicht. Ich wollte mit Johannalein spielen, weil ich mich mit ihr verabredet habe.

Muttchen erklärte mir dann, dass Schmidts Juden sind und diese anderen Menschen das Geld wegnehmen, so wie Herr Schmidt. Ich fragte dann woher sie das weiß und Muttchen meinte, man würde es an seiner großen Nase schon erkennen. Ich finde nicht das Herr Schmidt eine so große Nase hat, aber, dass er anderen das Geld wegnimmt, finde ich blöd.

 

13. Januar 1935

Liebes Tagebuch,

als ich heute in der Schule mit Johanna gespielt habe war sie sehr unglücklich. Sie sagte, dass bei ihrem Vater kaum noch Leute einkaufen kommen und dass ihre Mama Angst hat aus dem Haus zu gehen.

 

 

11. September 1935

Liebes Tagebuch,

Johannalein war heute nicht mehr in der Schule. Ich habe Muttchen gefragt warum. Sie sagte, dass die Juden endlich aus den Schulen weg sind und sie sich keine Gedanken mehr machen muss, dass Johannalein mich ansteckt. Ich habe sie überhaupt nicht verstanden. Ich dachte man kann sich mit einer großen Nase nicht anstecken, das ist ja vorher auch nicht passiert.

 

 

24. Dezember 1937

Liebes Tagebuch,

heute ist es endlich soweit! Mein Vater schenkt mir eine Kette zu Weihnachten. Ich will mir was in dem Geschäft von Herr Schmidt aussuchen, aber Muttchen sagte, dass ich es nicht darf. Ich finde die Kette, die Johannalein trägt, sehr schön und würde auch gerne so eine haben. Ich verstehe nicht, warum meine Mutter so böse zu den Schmidts ist.

 

21. Juni 1938

Liebes Tagebuch,

ich habe heute Johannalein gesehen. Ich vermisse sie sehr, weil meine Mama mir nicht erlaubt mit ihr zu spielen. Aber mein Vater wollte sich mit Herrn Schmidt treffen und hat mich mitgenommen. Herr Schmidt hatte ein blaues Auge und seine Frau war ängstlich. Johanna sagte, dass sie bald in die USA reisen. Johanna könne nur einen Koffer mitnehmen. Sie hat mir zum Abschied eine Halskette geschenkt. Und mein Vater hat von Herrn Schmidt ganz viele Pakete bekommen. Ich habe ihn gefragt, was das ist und er sagte, dass ich niemandem davon erzählen kann, weil er für Herrn Schmidt ein paar Sachen aufbewahren muss. Wenn meine Mutter davon wüsste, wäre sie sauer.

 

 

10. November 1938

Liebes Tagebuch,

ich hatte heute Nacht so viel Angst gehabt. Es war so laut und es waren überall Menschen. Sie haben den alten Laden von Familie Schmidt komplett zerstört. Und sie haben die Synagoge angezündet.

 

Brief von Familie Schmidt aus dem Ausland an Familie Bartsch:

 

An Familie Bartsch,

wir sind so froh, dass wir hier gut angekommen sind und nicht mehr in Deutschland leben müssen. Wir fanden es in Kreuznach immer schön, doch die Feindseligkeiten und der offene Hass gegen uns hat einfach überhandgenommen und wir konnten es nicht mehr aushalten, dass sie uns unsere Lebensgrundlage weggenommen haben…

 

2.1.1 Biografische Daten der Familie Schmidt

 

Die Geburtsurkunde aus dem Stadtarchiv der Stadt Bad Kreuznach war Ausgangspunkt für die folgende Recherche.

 

 

2.2 Historische Daten

 

Hier eine tabellarische Übersicht der – für unsere Geschichte – wichtigsten historischen Rahmendaten

 

28.07.1914                 Beginn des 1. Weltkrieges

11.11.1918                 Ende des 1. Weltkrieges

09.11.1923                 Hitler Putsch

04.05.1924                 Reichstagswahlen NSDAP mit 6,6%

07.12.1924                 Reichstagswahlen NSDAP mit 3%

18.07.1925                 Veröffentlichung „Mein Kampf“

20.05.1928                 Reichstagswahlen NSDAP mit 2,6%

24.10.1929                 Weltwirtschaftskrise

14.09.1930                 Reichstagswahlen NSDAP mit 18,3%

25.02.1932                 Einbürgerung Adolf Hitlers

10.04.1932                 Reichspräsidentenwahl

13.04.1932                 Verbot von SA und SS durch Innenminister Wilhelm Groener

01.06.1932                 Entlassung Brünings

14.06.1932                 Aufhebung des Verbots von der SA und SS

20.06.1932                 Antritt Franz von Papen als Reichskanzler

29.06.1932                 52 Professoren werben im Völkischen Beobachter für die NSDAP

12.09.1932                 Misstrauensvotum gegen Franz von Papen

31.07.1932                 Reichstagswahlen NSDAP mit 37,4%

06.11.1932                 Reichstagswahlen NSDAP mit 33,1%

02.12.1932                 Kurt von Schleicher wird Reichskanzler

04.01.1933                 Treffen zwischen Papen und Hitler

10.01.1933                 Treffen zwischen Papen und Hitler

18.01.1933                 Treffen zwischen Papen und Hitler

28.01.1933                 Rücktritt Schleichers

29.01.1933                 Übereinkunft Papen und Hitler

30.01.1933                 Hitler wird zum deutschen Reichskanzler ernannt

01.02.1933                 Auflösung des Reichstages durch Hindenburg

03.02.1933                 Hitler tritt vor die Reichswehr (Wehrpflicht, Osten und Aufrüstung)

04.02.1933                 Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes

06.02.1933                 Auflösung des preußischen Landtags

20.02.1933                 Geheimtreffen zur Finanzierung Hitlers Wahlkampf

27.02.1933                 Reichstagsbrand

28.02.1933                 Reichstagsbrandverordnungen

05.03.1933                 Reichstagswahlen NSDAP mit 43,9%

11.03.1933                 Gründung des Propagandaministeriums

20.03.1933                 Errichtung des KZ Dachau

23.03.1933                 Ermächtigungsgesetz

31.03.1933                 Auflösung der Landesparlamente

01.04.1933                 Boykott jüdischer Geschäfte

07.04.1933                 Gesetz der Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (Entlassung                                 jüdischer Beamter)

22.04.1933                 Zulassungsverbot für jüdische Ärzte

10.05.1933                 Bücherverbrennungen

22.06.1933                 Verbot der SPD

05.07.1933                 Selbstauflösung der Zentrumspartei

14.07.1933                 Gesetz: keine Neubildungen von Parteien mehr zugelassen

22.09.1933                 Ausschluss der Juden aus kulturellen Berufen

12.11.1933                 Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund

14.02.1934                 Aufhebung des Reichsrates der Länder

30.06.1934                 Röhm-Putsch Übernahme durch die SS von viele SA Posten

02.08.1934                 Tod Hindenburg

19.08.1934                 Volksabstimmung über die Vereinigung des Reichskanzlers und Reichspräsidenten

20.08.1934                 Treueschwur der Reichswehr auf Hitler

01.01.1935                 keine öffentlichen Aufträge mehr an jüdische Geschäfte, Bedienstete und Parteigenossen dürfen nicht mehr bei Juden einkaufen

17.08.1935                 Anordnung der „Judenkartei“ von der GeStaPo

10.09.1935                 Rassentrennung an den Schulen

15.09.1935                 Beschluss der Nürnberger Rassengesetze

01.01.1936                 Juden dürfen keine Waffenscheine mehr ausgestellt werden                             

01.12.1936                 Devisenstellen erhalten Zugriff auf jüdische Vermögen

26.01.1937                 Entlassung Beamter mit jüdischem Ehepartner

16.07.1937                 KZ Buchenwald

24.12.1937                 Streichers Weihnachtsboykott gegen Juden

07.12.1937                 40% der ehem., jüdischen Reichsbevölkerung vertrieben/emigriert

04.02.1938                 Adolf Hitler wird Oberbefehlshaber der Wehrmacht

08.02.1938                 Georg Landauer schreibt erstmals, dass es eine Art Pogrome bräuchte

12.03.1938                 Einmarsch in Österreich, heftige Ausschreitungen gegen Juden

28.03.1938                 kein staatlicher Schutz mehr für Gebäude jüdischer Gemeinden

13.04.1938                 Gesetz: „Kommissare“ enteigneter jüdischer Geschäfte in Österreich werden zu Eigentümern und müssen Vermögen offenlegen

26.04.1938                 Gesetz: Jeder Jude muss ein Vermögen über 5000 RM dem Finanzamt vorlegen

06.06.1938                 Konferenz von Evian: Regelung des Problem ansteigender Flüchtlingszahlen von Juden aus dem Deutschen Reich

08.06.1938                 Räumung und Abriss der Synagogen in München, Dortmund und Nürnberg

14.06.1938                 Jüdische Geschäfte müssen mit einem weißen Namensschriftzug am Fensterglas gekennzeichnet werden                                         

23.07.1938                 Juden müssen Kennkarten bei sich tragen

17.08.1938                  Juden erhielten den Zweitnamen Israel oder Sara

27.09.1938                 Juden dürfen nicht mehr als Rechtsanwalt tätig sein

29.09.1938                 Münchner Abkommen

 

05.10.1938                 Sonderausweis mit dem roten J dem Judenstempel

29.10.1938                 Berthold Löwenstein aus Leipzig erfuhr von ehemaligen 

                                       Richterkollegen, dass er Deutschland vor dem 5.11.1938 verlassen

                                       solle, da „etwas Schreckliches“ geplant sei

09.11.1938                 Reichspogromnacht

12.11.1938                 Verordnung zum Schutz der deutschen Rasse

03.12.1938                 Juden wird das Führen und Halten von PKWs und Krafträdern verboten

06.12.1938                 Judenbann in Berlin

30.01.1939                 Hitler droht die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa an

30.04.1939                 Juden verlieren weitgehend den gesetzlichen Mieterschutz

01.09.1939                 der Überfall auf Polen löst den 2. Weltkrieg aus

05.10.1939                 Ende des Polen Feldzugs

08.02.1940                 Ghetto in Lodz

09.04.1940                 Beginn des deutschen Angriffs auf Dänemark und Norwegen

27.04.1940                 Errichtung des KZ Auschwitz

10.05.1940                 Einmarsch in Frankreich

25.06.1940                 Bedingungslose Kapitulation Frankreichs

22.08.1940                 Gründung der „Vugesta“: Verkauf jüdischen Umzugsgutes (Gestapo)

16.10.1940                 Warschauer Ghetto

24.02.1941                 Widerstandsaktion in Amsterdam

22.04.1941                  Überfall auf die Sowjetunion

01.09.1941                 Einführung des Judensterns

03.09.1941                 „Probevergasungen“ in Auschwitz

02.10.1941                 Beginn der deutschen Offensive gegen Moskau

16.10.1941                 Beginn der Deportationen

01.11.1941                 Errichtung des Vernichtungslagers in Chelmno

08.11.1941                 Zweite Deportationswelle

25.11.1941                 Gesetz: Vermögen deportierter Juden fällt dem Reich zu

08.12.1941                 Beginn der Massenmorde in Chelmno

20.01.1942                 Wannseekonferenz

17.03.1942                 Beginn der Massentötung im Vernichtungslager Belzec

20.03.1942                 Beginn der Vergasung in Auschwitz

27.03.1942                 Beginn der Deportation aus Frankreich

01.05.1942                 Beginn der Massenmorde in Sobibor

22.07.1942                 Deportationen aus dem Warschauer Ghetto

27.07.1942                 Deportation der verbliebenen Juden aus Bad Kreuznach nach Theresienstadt

19.11.1942                 Beginn der sowjetischen Gegenoffensive am Don und bei Stalingrad

17.12.1942                 Erklärung der Alliierten

31.01.1943                 Kapitulation von Stalingrad

16.02.1943                 Anordnung zur Auflösung des Warschauer Ghettos

27.02.1943                 Beginn der Deportation der jüdischen Rüstungsarbeiter nach Auschwitz

19.04.1943                 Aufstand im Warschauer Ghetto

01.07.1943                 Gesetz: Vermögen verstorbener Juden fällt in die Hand des Reiches

02.08.1943                 Aufstand in Treblinka

01.10.1943                 Vereitelung der geplanten Deportation der Juden aus Dänemark

14.10.1943                 Aufstand von Sobibor

06.11.1943                 Befreiung Kiew

17.01.1944                 Beginn der Befreiung Leningrads

19.03.1944                 Besetzung Ungarns

10.04.1944                 Befreiung Odessas

06.06.1944                 Invasion in der Normandie

26.06.1944                 Befreiung Weißrusslands

13.07.1944                 Befreiung Wilna

20.07.1944                 Stauffenberg-Attentat

01.08.1944                 Aufstand der Heimatarmee von Polen

25.08.1944                 Befreiung von Paris

17.01.1945                 Befreiung Warschaus

19.01.1945                 Befreiung Lodz

27.01.1945                 Befreiung Auschwitz

11.04.1945                 Befreiung Buchenwalds

15.04.1945                 Befreiung Bergen-Belsen

30.04.1945                 Selbstmord Adolf Hitler und Eva Brauns im Führerbunker

01.05.1945                 Selbstmord Josef und Magda Goebbels

08.05.1945                 bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht

20.11.1945                 Beginn der Nürnberger Prozess

 

3 Aktuelle Bezüge

 

Die aktuellen, gesellschaftlichen Entwicklungen bieten unseres Erachtens Anlass für größte Sorge. Wenn jüdische Bürgerinnen und Bürger Angst haben in der Öffentlichkeit als Jude erkennbar zu sein, wenn plumpe Parolen und populistische Verallgemeinerungen zu einer rassistischen, antisemitischen Grundstimmung führen, dann darf sich niemand in Deutschland mit solchen Tendenzen abfinden.

Wenn jede Form des „anders-seins“ dazu führt, dass sich Menschen rechtfertigen oder gar fürchten müssen, werden Erinnerungen an die dunkelsten Momente unserer Geschichte wach.

Viel schlimmer ist aber womöglich die Tatsache, dass heute – wie damals – die selben Prinzipien ein solches Verhalten ermöglichen.

Vorurteile, Stimmungsmache und ideologische Verirrungen rauben Menschen deren Individualität und lassen Respekt und Menschenwürde keinen Raum.

Wenn, wie in der von uns recherchierten und dargestellten Geschichte des Hermann Schmidt, ein Mensch als Jude bezeichnet und damit diffamiert wird und seine letzte Rettung in der Emigration sieht, wird deutlich, wie gefährlich solche Verallgemeinerungen sind.

In den Tagebucheinträgen haben wir versucht, die ideologischen Verblendungen der damaligen Zeit hervorzuheben.

Wenn solche Vorurteile und populistische Stimmungsmache, wie in unserer Geschichte, letztlich zum geistigen Nährboden werden, auf dem sich eine Reichspogromnacht und der Holocaust insgesamt entwickeln konnten, dann müssen wir heute entschieden gegen jede Tendenz, die in diese Richtung geht, eintreten.

 

4 Abschließende Bemerkungen

 

Unser Film beruht auf mehreren Zeitzeugenaussagen und recherchierten Information. An Hand von Alltagsgeschichten haben wir versucht, die damalige Stimmung in Form eines Tagebuches aufzuarbeiten und wiederzugeben.

Hierbei lag unser Fokus zunächst nicht auf der Reichspogromnacht selbst, sondern den Entwicklungen bis dahin und damit zur Frage, wie es überhaupt zu so etwas kommen konnte. Die Zeitzeugen haben uns über Herrn Schmidt, einem jüdischen Kaufmann berichtet, der selbst heute noch mit den Synonymen “Jud” und “Jüdlein” bezeichnet wird.

Im Rahmen unserer Recherchen sind wir dabei zu einem erschütternden Ergebnis gekommen: Herr Schmidt war überhaupt gar kein Jude! Er war lediglich ein wohlhabender, evangelischer Kaufmann, der mit Schmuck gehandelt hat.

Es hat uns gezeigt, wie gut die damalige Propaganda funktioniert hat, denn unsere Zeitzeugen waren bis dahin im festen Glauben, dass Herr Schmidt Jude war.

Antisemitismus war bereits vor dem dritten Reich ein verbreitetes Phänomen, jedoch kam es mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zu einer massiven, schrittweise durchdachten Verschärfung.

Diese Entwicklung war so stark, dass sich innerhalb weniger Jahre ein geistiger Nährboden entwickelte, der eine Reichspogromnacht erst möglich gemacht hat.

Umso schockierender war es, als wir herausfanden, dass Herr Schmidt eben kein Jude, sondern einfach nur ein wohlhabender – evangelischer – Geschäftsmann war. Die Propaganda der Nazis hat so gut gearbeitet, dass jeder, der in das Raster passte, diffamiert und verfolgt wurde. Die Bezeichnung „Jude“ war in der Bevölkerung längst nicht mehr nur die Bezeichnung eines Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, sondern ein Schimpfwort und Ausdruck von Hass und Ablehnung.

Dies führte bei Herrn Schmidt so weit, dass er nicht nur Repressalien zu erleiden hatte, sondern letztlich sogar ins Ausland flüchten musste. Wer weiß, was Herrn Schmidt in Bad Kreuznach (oder Den Haag) passiert wäre…

 

5 Quellenangabe

 

Für die Arbeit insgesamt, insbesondere für den Film, haben wir Dokumente und Materialien folgender Quellen verwendet:

 

Stadtarchiv Bad Kreuznach

 

Bild:     Bismarckplatz, Heutiger Kornmarkt                          https://www.bildindex.de/document/obj20664300/?medium=mi06697g05

Bild:     Mannheimer Straße                                                  https://www.bildindex.de/document/obj20664343?            part=0&medium=mi06698e02

Bild:     Wahlkampfauftritt von Hitler in Bad Kreuznach      

https://www.heimatkundeverein-kh.de/fileadmin/user_upload/PDF/Heimatblaetter/2016/Apr2016.pdf

Bild:     Ernennung Hitlers zum Reichskanzler             https://www.gea.de/reutlingen_artikel,-bis-februar-1933-war-reutlingen-eher-rot-_arid,474362.html

Video: Triumphmarsch vor Reichskanzlei                            https://www.youtube.com/watch?v=jB9aNLtfuFs

Video: Boykott jüdischer Geschäfte                         https://www.youtube.com/watch?v=9B3yWSDtjHM

Bild:     Entlassung jüdischer Beamte

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/78/LiebenthalRechtsanwalt2.jpg/440px-LiebenthalRechtsanwalt2.jpg

Bild:     Zulassungsverbot von jüdischen Ärzten

https://www.aerzteblatt.de/archiv/137262/Vor-80-Jahren-Ausschluss-juedischer-Aerzte-aus-der-Kassenpraxis

Audio: Judenhetze von Hitler                                               https://www.youtube.com/watch?v=5ZPWUubS3yw

Bild:     Nürnberger Rassengesetze

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Nuremberg_laws_Racial_Chart.jpg

Audio: Rede von Göring über die Rassengesetze                https://www.youtube.com/watch?v=162snQ_T_Nw

Bild:     Kennzeichnungspflicht von jüdischen Geschäften

https://commons.wikimedia.org/wiki/Nazi_boycott_of_Jewish_businesses?uselang=de

Bild:     Innenraum der Kreuznacher Synagoge                    

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%2061/Kreuznach%20Synagoge%20007.jpg

Bild:     Gedenkstein der Kreuznacher Synagoge                 

http://www.badkreuznach.de/sv_bad_kreuznach/Politik%20und%20Verwaltung/Nachrichtenarchiv/Jahresarchiv%202013/November%202013/Gedenkveranstaltung%20an%20die%20Geschehnisse%20der%20Reichspogromnacht%20vor%2075%20Jahren%20in%20Bad%20Kreuznach%20stie%C3%9F%20auf%20gro%C3%9Fe%20Resonanz/

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