Erinnerung sichtbar machen: Jüdische Spuren in Mainz

Projektbeschreibung

 

Mein Name ist Alexander Ott, ich bin 18 Jahre alt und besuche derzeit die 13. Jahrgangsstufe des Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz. Zusammen mit meinem Freund Nils Weber habe ich mich dazu entschieden, an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Unser Geschichtslehrer Urs Matter machte uns im Februar auf die Impulsveranstaltung in der Neuen Mainzer Synagoge aufmerksam. Da wir jedoch zu diesem Zeitpunkt einige Kursarbeiten geschrieben haben, war es uns aus zeitlichen Gründen leider nicht möglich an dieser teilzunehmen. Unser Interesse war dennoch geweckt, vor allem deshalb, weil wir bereits bei anderen Wettbewerben mit dem Schwerpunkt Geschichte (Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, Wettbewerb der Landeszentrale für Politische Bildung in Rheinland-Pfalz) durchweg positive Erfahrungen sammeln konnten und uns auch die neuen technischen Möglichkeiten des Future History-Systems sehr interessant erschienen. Mit dem Thema sind wir zuvor nicht sehr oft in Berührung gekommen, jedoch nahm ich 2016 am Ravensbrücker Generationenforum teil, bei dem sich eine Gruppe von Jugendlichen eine Woche lang mit Überlebenden des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück auf dem Gelände des ehemaligen KZ in Gesprächen austauschen konnte, was sehr eindrucksvoll war. Zudem war uns bewusst, dass Mainz eine der SchUM-Städte war und hier deshalb eine große, jüdische Gemeinde lebte. Aus diesem Grund rechneten wir damit, dass wir bestimmt einige Synagogen finden würden. Doch neben der Neuen Mainzer Synagoge, die uns bereits gut bekannt war, da sie nicht allzu weit von unserer Schule entfernt ist, konnten wir nur noch die Weisenauer Synagoge und die Hechtsheimer Synagoge ausfindig machen, von der jedoch kein historisches Bildmaterial existiert. Aus diesem Grund konzentrierten wir uns fortan darauf, das Geschäftsleben Magenzas, des jüdischen Mainz, näher zu beleuchten.

Außerdem hat uns interessiert, welchen Einfluss der Nationalsozialismus wohl auf das Mainz der damaligen Zeit ausübte. Schnell stellten wir fest, dass Propagandamaßnahmen und Hakenkreuzfahnen im Alltag der Menschen eine omnipräsente Rolle einnahmen, wie sich auf vielen Bildern erkennen lässt, die uns teilweise sehr erschrocken haben, da solch eine Beflaggung an den heutigen Gebäuden unvorstellbar erscheint. Die Mainzer Juden und das jüdische Geschäftsleben wurden nach der Machtergreifung 1933 immer stärker eingeschränkt, bis schließlich durch die Reichspogromnacht eine neue Stufe der Brutalität, Skrupellosigkeit und Menschenverachtung erreicht wurde. In der Folge wurden viele Geschäfte jüdischer Inhaber arisiert, hunderte Juden deportiert. Um uns mit einzelnen dieser Schicksale genauer auseinandersetzen zu können, versuchten wir Kontakt zu mehreren Angehörigen aufzunehmen, deren jüdische Verwandte aus Mainz stammten. Leider erhielten wir nur von Dr. Joan Long Salomon aus New York eine Antwort. Ihre Mutter hatte es geschafft, in die USA zu fliehen, war jedoch ihr restliches Leben lang stark geprägt von den im Dritten Reich gesammelten Erfahrungen.

Immer wieder sind wir bei den Recherchen zu Einzelschicksalen auf die Verlegung von Stolpersteinen gestoßen, mit denen wir uns zuvor nie besonders auseinandergesetzt hatten. Deshalb entschieden wir uns dazu, Gunter Demnig zu kontaktieren, der die Idee zu den Stolpersteinen hatte. Es war sehr interessant zu erfahren, wie aus einer anfänglichen Idee am Ende ein Stolperstein wird und welch einen enormen zeitlichen Aufwand Demnig in das Projekt steckt. Nicht verstehen können wir daher die Kritiken an den Stolpersteinen, laut denen der Künstler die Steine nur aus finanziellen Gründen verlege und man auf den Opfern des Holocausts symbolisch herum trampeln würden.

Aus zeitlichen Gründen war es uns leider nicht mehr möglich, das ehemalige KZ Osthofen zu besuchen. Alle anderen Vergleichsbilder haben wir jedoch selbst geschossen, und dabei auch einige Ecken in Mainz entdeckt, die uns zuvor nicht bekannt waren. Besonders hilfreich für unsere Recherchearbeit waren die Wissenschaftliche Stadtbibliothek, das Stadtarchiv und das Stadthistorische Museum auf der Zitadelle. Zudem konnten wir den Tag des offenen Denkmals nutzen, um Zugang zu der Weisenauer Synagoge zu erhalten.

 

Anmerkung der Redaktion: Die Daten zu diesem Projekt wurden in das System von Future History eingespeist und können auch dort angeschaut werden. Wenn Sie auf die Daumenbilder in der rechten Spalte klicken, erscheint "Bild Details". Nach einem weiteren Klick darauf erhalten Sie das Bild in Großansicht mit dem beschreibenden Text. Oft sind alte und neue Ansichten überlagerbar. Hier auf ZUM.DE sind die Daten bei Future History als Iframe eingebunden. Mit der Zurücktaste des Browsers kommen Sie immer wieder zur Startseite. Da die Bilder mit den GPS-Daten versehen sind, können diese mit der Future History App am Smartphone oder Tablet vor Ort im augmented reality Modus erlebbar gemacht werden.

Achtung: Der folgende Iframe-Datensatz ist so umfangreich, dass bei Klick auf die unteren Bildlinks die Detailbilder oberhalb des sichtbaren Bildschirminhalts erscheinen können, bitte nach oben scrollen oder die Daten direkt bei Future History anschauen.

 

Jüdische Spuren in Mainz

Achtung: Der obige Iframe-Datensatz ist so umfangreich, dass bei Klick auf die unteren Bildlinks die Detailbilder oberhalb des sichtbaren Bildschirminhalts erscheinen können, bitte nach oben scrollen oder die Daten direkt bei Future History anschauen.

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