Bots in sozialen Medien

Walter Böhme

Der Diskussionsbeitrag lautet wie folgt:

 
werner jacob

31 Min. Tage her

She‘s a true traitor! Treat her like a traitor - tread her in the ass!

 

Woran erkennt man den Bot?
Die Konversation läuft durchweg auf Deutsch. Dann schaltet sich jemand plötzlich auf Englisch in die Diskussion ein, die sich auf einen Artikel im Guardian bezieht. Er gebraucht keinerlei Argument, sondern versucht nur, Emotionen zu wecken.

Kurz darauf (4 Minuten später) folgt der folgende Diskussionsbeitrag:

 

Michael Steinberg

27 Min. Tage her

  Als ich mich der Klage gegen CETA angeschlossen habe, ging es nicht im Geringsten darum, für oder gegen Frau Merkel Stimmung zu machen. Leider höre ich die Stimmen á la "Merkel muß weg" vorzugsweise aus dem Dunstkreis Pegida/AfD & Co... und so lesen sich auch Passagen wie "eine der größten ökologischen Katastrophen" (da sollte man dann doch besser die Hebel an den jeweiligen Verursachern ansetzen) oder "Frau Merkel bleibt uns für weitere 4 Jahre nicht erspart". [...]

 

Der Bot hat erfolgreich agiert.
Freilich gab es davor einen Diskussionsbeitrag auf Deutsch:

Kurt Jungwirth

57 Min. Tage her

Für mich ist Frau Merkel die größte Lügnerin die es in Deutschland je gegeben hat

 
Es fällt schwer, den Beitrag eindeutig einem Menschen oder einem Bot zuzuweisen. (Die inkorrekte Zeichensetzung spricht zwar etwas für einen Menschen, ist freilich sehr leicht auch von einem Bot zu generieren.)
Eins aber hat er mit dem Bot-Beitrag gemeinsam: Er ist kurz, enthält keinerlei Argument und ist geeignet, Emotionen wachzurufen.
Bei mir war die Reaktion bisher, dass ich bei solchen Beiträgen die gesamte Diskussion nicht mer weiter verfolgt habe. Jetzt weiß ich: Es ist ein Beitrag, der in das Umfeld von Bot-Beiträgen passt. In diesem Fall vermute ich, dass der Verfasser ein Mensch ist, der durch argumentationslose, nur auf Emotionen setzende Beiträge ermutigt worden ist, einen ähnlichen Beitrag beizusteuern. 
Man könnte ihn, auch wenn er von einem Menschen stammt, als bot-generiert bezeichnen, weil er durch bot-artige ("argumentationslose, nur auf Emotionen setzende Beiträge") ermutigt worden ist.
Ich glaube nicht, dass Michael Steinberg den Mechanismus durchschaut. Jedenfalls ist sein Beitrag vorläufig noch zu komplex, um von einem Computer zu stammen.
Wie aber soll man noch ernsthaft Meinungen im Netz austauschen, wenn man damit rechnen muss, dass ein nennenswerter Anteil der Diskussion mehr oder minder bot-generiert oder von Bots provoziert ist. 
 
Mehr dazu:
Maybe the A. I. dystopia is already here, in: The Washington Post 28.7.2017 

 

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