Mit digitalen Medien gut lernen

Karl Kirst

Digitale Medien sind, wie der Name schon sagt, Mittel. Ob man mit ihnen besser oder schlechter lernen kann, hängt sicherlich nur bedingt von diesen Medien selbst, als vielmehr davon ab, wofür und wie diese Medien eingesetzt werden.

Dass im Vordergrund eines guten und erfolgreichen Unterrichts passende Konzepte stehen müssen, ist sicherlich jedem, der unterrichtet, klar. Dass z.B. alleine ein digitales Whiteboard in einem Unterrichtsraum noch keinen guten Unterricht ausmacht, weiß man entweder aus eigener Erfahrung oder kann es sich leicht erklären lassen. Dennoch kann eben ein solches Gerät durchaus zu einem besser gelingenden Unterricht beitragen. Denn schlecht ist es sicherlich, dass ein digitales Whiteboard die Gefahr in sich birgt, Unterricht "frontal" zu gestalten. Aber es bietet halt auch die Möglichkeit, z.B. aktuelle Informationen in Text, Bild und Film verfügbar zu machen, sodass die Auseinandersetzung mit einem aktuellen Ereignis im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichts (z.B. der Erdbebenkatastrophe in Nepal in diesem Jahr) schneller, direkter und anschaulicher erfolgen kann.

Die Tatsache, dass wohl die Mehrheit der Schüler_innen und Lehrer_innen heute in der Regel jederzeit ein vielfältig nutzbares Smartphone bei sich hat, das im Unterricht schnell aktiviert und genutzt werden kann, ermöglicht prinzipiell einfachere, schnellere und zum Teil andere Handlungsschritte im Unterricht, sei es, dass schnell etwas in der Wikipedia nachgeschlagen oder an anderer Stelle gesucht wird, sei es, dass etwas aufgenommen, verarbeitet und präsentiert wird, sei es, dass eventuell sogar ein Text an einem solchen Gerät verfasst wird.

Natürlich sollte man auch Grenzen und hinderliche Bedingungen kennen:

  • Was nützt ein prinzipiell leistungs- und internetfähiges Smartphone, wenn es keine ausreichende Internetanbindung gibt?
  • Nur mit passenden Fragestellungen wird eine Internetsuche wirklich erfolgreich sein.
  • etc.

Ob man mit digitalen Medien gut oder gar besser lernen und lehren kann, lässt sich in Planspielen erkunden. Aber wenn wir in der Schulpraxis darauf warten wollten, bis Didaktiker das Potential eines neuen Mediums in allen seinen Facetten erkundet und daraus dann entsprechende Einsatzmöglichkeiten entwickelt hätten, dann würden wir viel Innvovationspotential, das in einem sinnvollen Einsatz digitaler Medien liegt, ungenutzt verkümmern lassen.

Wer sich traut, neue Wegen mit digitalen Medien zu gehen, kann hier und da sicherlich auch Irrwege gehen oder gar scheitern. Aber dies ist ja bei der Auswahl einer neuen Lektüre z.B. auch möglich, trotz sorgfältiger Abwägungen im Vorfeld.

Mein Eindruck ist, dass Lehrerinnen und Lehrer, die digitale Medien in ihrem und für ihren Unterricht einsetzen, dies in aller Regel sehr verantwortungsvoll und wohl überlegt tun. Sie eröffnen damit für sich, ihre Schüler und Schülerinnen und im Nachhinein auch für ihre Kolleginnen und Kollegen neue Wege. Dies ist für die Beteiligten ein spannender, lehrreicher und zumeist auch ertragreicher Prozess.

Mit diesem Beitrag folge ich der Einladung zur Blogparade: Mit digitalen Medien besser lernen? von Christian Ebel in seinem Blog vielfalt-lernen.de.

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Kommentare

Johann Weilharter

Mit digitalen Whiteboards konnte ich mich in meiner aktiven Zeit bis 2011 nicht so richtig anfreunden. Ich habe lieber einen Convertible PC + Beamer verwendet. Heute im Zeitalter von Cloud Computing könnte ich auch mit dem Whiteboard etwas anfangen, siehe http://weilharter.info und umfangreiches Material, welches im Internet sowieso verfügbar ist (z.B. virtuelle Experimente).

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