Schüler streiken – was tun Eltern und Lehrer?

Walter Böhme

Diese Woche werden wieder weltweit Schülerinnen und Schüler streiken.

Was haben wir als die Generationen vor Greta Thunberg und all den heute streikenden und noch nicht streikenden Schülern gemacht?

Wenn man den Blick auf wichtige Erkenntnisse der Umweltbewegung  wirft, so stehen da: Nachhaltigkeit , Einsparung von Energie und Material und "Small is beautiful".

Es wäre eine sinnlose Energieverschwendung all die Beispiele von Energieverschwendung aufzuzählen, die wir uns geleistet haben. Deshalb hier nur eine Andeutung: Weg von der energiersparenden Bahn hin zu (künstlich verbilligtem) Flugverkehr und zu immer größeren Pkws (SUV) und Lkws, zu Riesenflugzeugen und Riesen-Bahnhöfen und -Flughäfen. 

Wie soll ein intelligentes Kind, das mit diesen Erfahrungen aufgewachsen ist, glauben, dass die vorhergehende Generation nachhaltige Lösungen dafür gefunden hat, wie ein ressourcensparendes friedliches Zusammenleben der Völker gesichert werden kann?

Zum Glück haben die heutigen Schüler noch nicht all die Enttäuschungen hinter sich, die die Erwachsenen, die auf diese Ideen gesetzt haben, erfahren mussten.

Zum Glück gibt es Ideen von Kindern und Jugendlichen: Bäume pflanzen und zwar so viele Milliarden wie möglich, Sammeln des Kunststoffs, bevor er die Weltmeere endgültig verseucht ...

Und zum Glück gibt es jetzt die Möglichkeit, eine kluge Idee in kürzester Zeit über die ganze Welt zu verbreiten. 

Nicht erst Greta Thunberg, sondern schon die Bewegung "Plant for the Planet" hat die Devise ausgegeben "Nicht Reden, sondern Handeln". Und das heißt eben nicht, planlos handeln, sondern die vorhandenen Erkenntnisse nutzen und sich nicht von Ablenkungsmanövern vom Weg abbringen lassen.

Millionen haben ihr Bestes gegeben, Millionen haben nicht begriffen, was auf dem Spiel steht, Millionen haben es nicht wahrhaben wollen. Leider begreifen es viele, ohne entschieden zu handeln.

Aus der Sicht derer, die das Jahr 2070 oder gar das Jahr 2100 erleben werden, ist die Schuldfrage uninteressant. Die mag im politischen Tagesgeschäft diskutiert werden. Entscheidend ist, ob wir jetzt der kommenden Generationen Wege ebnen, oder sie ihr verbauen. In einem Beitrag der aktuellen Wochenzeitung DIE ZEIT fragt der Autor Manuel J. Hartung: „Wie kann aus den Schulstreiks gegen die Klimakrise eine große Bewegung entstehen?“ und gibt selbst die Antwort „Indem Eltern und Lehrer bei den `Fridays for Future´ mitmachen“.

Recht hat er!

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Kommentare

Thomas Nolte

Lieber Walter Böhme,

Du hast mir aus dem Herzen gesprochen! - Was für eine Erde hinterlässt Deine / meine Generation der heutigen und nachfolgenden Generation?

Als aufmerksamer Rezipient von "Grenzen des Wachstum" (1972) und des Berichts "Global 2000" an den amerikanischen Präsidenten, sowie "Degrowth"-Verfechter (=> https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/degrowth.html) kann ich Dir nur Recht geben.

Ich habe als Vater von drei erwachsenen Kindern bislang bewusst aus ökologischen Gründen auf Flugreisen und Kreuzfahrten verzichtet, ohne das Gefühl zu haben, Wesentliches verpasst zu haben. Es gibt heutzutage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und im Radio (DLF) wunderbare Länder- und Kulturberichte. Und im Internet ist Alles nur einen Click weit entfernt! - Dafür steigen jetzt meine Kinder erholungssüchtig in die Flieger.

Natürlich würde es mich reizen, alte Freunde und Bekannte in Portugal, Mexiko, Israel, Bolivien, Benin und im Süd-Sudan zu besuchen. Vielleicht werde ich sogar die eine oder andere Reise noch realisieren, aber dann sicherlich mit modernem Ablassbrief (=> https://www.atmosfair.de/de/), wohl wissend, dass das verbrannte Kerosin nie wieder kommt.

Wir Alten müssen die Jungen unterstützen in ihrer Suche nach neuen Lebens- und Konsumformen. - Sharing-Econony und Repair-Cafes sind nur zwei Wege. 

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