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kdautel

Was ich vom OER-Festival 2017 aus Berlin mitnehme

Zuerst einmal einen Award für „K. Dautels ZUM-Seiten“ und eine schöne Laudatio von Maria Eirich. Das freut mich natürlich und fühlt sich an wie ein Oscar fürs Lebenswerk.

Dann einen ganz großen Respekt vor der organisatorischen Leistung von JOERan & Konsorten und wer da noch alles mitgeplant, mitgebastelt, aufgebaut und gesponsert hat. Die Location, der „Pfefferberg“ und das Drumherum, muteten an wie eine herbstliche Insel inmitten von Verkehr und Lärm: Eine OEROase!

Des Weiteren das Catering: Natürlich vegan oder weniger vegan, Obst, Müsli, Pfefferkuchen und so weiter. Eine Rundumversorgung für NOERds und GOERls und andere WOERkaholics.

Und vor allem die Sessions: Erstaunlich, wie viele verschiedene Angebote in kürzester Zeit zusammengestellt und in ‚slots’ eingeteilt wurden. Dazu noch in den Fachforen die Gelegenheit, die wichtigen Leute (‚Entscheider‘) aus den UNESCO- und BMBF-Sphären hören (und auch sprechen) zu dürfen.

Ich habe insgesamt fünf Sessions besucht (noch mehr wären möglich gewesen), drei Vorträge gehört, einer vergnüglichen Versteigerung beigewohnt und interessante Gespräche geführt.

Dabei habe ich z.B. in den Fachforen erfahren,

  • dass OER in Deutschland stark im Kommen ist, weil beim zweiten Weltkongress in Ljubljana die deutsche Beteiligung die umfangreichste war;
  • dass an vielen Hochschulen vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderte Projekte anlaufen, die sich mit Qualitätssicherung, Technik, Didaktik rund um OER beschäftigen;
  • dass es für erfahrene Antragssteller so manchen Fördertopf auszuschöpfen gibt;
  • dass der UNESCO-Weltkongress fünf Handlungsfelder für "sustainable development goals" identifiziert hat und bald eine Standard-setzende "recommendation" herausgeben wird;
  • dass OER bis 2030 einen großen Beitrag zu weltweiter Bildungsgerechtigkeit leisten kann und soll.

Das ist ermutigend und "definitely a challenge". Aber hin und wieder konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das alles nur sehr vermittelt mit schulischem Lehren und Lernen zu tun hat.

Fragen wie diese bleiben ungeklärt - oder ungestellt:

  1. Welche Rolle spielt OER im täglichen Schulleben, außer dass der Umgang mit Arbeitsmaterial rechtsicherer werden könnte?
  2. Wo sind die Anreize für Lehrkräfte und Schüler, sich mit dem Thema OER zu beschäftigen?
  3. Wer soll eigentlich OER für die Schule erstellen: Sollen es die Lehrkräfte machen, in welchem Rahmen, mit welcher Entschädigung?
  4. Ist UNESCO- und BMWF-seitig überhaupt daran gedacht, dass Lehrerinnen und Lehrer selbst OER erstellen? Denkt man da vielleicht doch eher an Hochschulen, Landesinstitute und Verlage?
  5. Wie sieht ein Qualitätssicherungsmechanismus aus, in dem die Erfahrung und Kompetenz von Lehrkräften nicht durch praxisferne Instanzen und Raster in Frage gestellt werden?
  6. Wie gehen die einzelnen Bundesländer und ihre Kultusbehörden mit der Forderung nach Erstellung von offenen Bildungsinhalten um? Fördern, ignorieren, blockieren sie Initiativen von Lehrkräften?
  7. Verändert OER überhaupt das Unterrichten oder fügt es der vorhandenen Fülle von „Unterrichtsmaterial“ lediglich noch ein paar Pools und Repositorien hinzu und erhöht damit den auch so schon enormen Entscheidungsdruck.

Fragen über Fragen für weitere EduCamps und darüber hinaus.

Ich nehme vom OER-Festival also mit:

  • Es ist toll, wie vielfältig und dynamisch sich die Thematik OER in EduCamps, Blogs und Konferenzen entwickelt.
  • Es ist löblich, dass auf Bundesebene bald ordentlich Geld zur Verfügung gestellt werden soll.
  • Es ist zu vermuten, dass von diesem Geld in den Schulen und Kollegien wenig ankommen wird.
  • Es ist gut, dass es dennoch Kolleginnen und Kollegen gibt, die ehrenamtlich Unterrichtsideen, Tools und Materialien zur Verfügung und unter eine freie Lizenz stellen.
  • Und ich bin froh, ein Teil davon zu sein und dass mir dafür sogar ein Award verliehen wurde.

 

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