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Lesen unter den Bedingungen der Digitalisierung

Durch die Digitalisierung verändern sich viele Aspekte von Kultur und Gesellschaft. Die Kulturtechnik „Lesen“ ist keine Ausnahme. Wie genau sich das Lesen durch die Anwesenheit oder die Benutzung digitaler Geräte verändert, war Gegenstand des großen interdisziplinären Forschungsvorhabens E-READ (Evolution of reading in the age of digitisation). Im Kern sollte die Frage beantwortet werden, ob wir Texte anders verstehen, erinnern und erleben, wenn wir sie auf Bildschirmen lesen anstatt auf Papier. Empirische Belege sollten an die Stelle der verbreiteten Spekulationen über die obige Frage treten, so dass man gut begründete Handlungsempfehlungen ableiten kann.

Fast 200 Forscher/innen waren an diesem Projekt beteiligt und trugen von 2014 – 2018 Ergebnisse aus verschiedensten Forschungsgebieten zusammen. Das Abschlusstreffen fand im Oktober 2018 im norwegischen Stavanger statt und brachte die so genannte Stavanger Erklärung (PDF) hervor. In dieser sind einige Schlüsselergebnisse zusammengefasst.

Ergebnisse

Für längere informative Texte ist das Medium Papier dem Bildschirm überlegen, v.a. wenn man die Aspekte Verständnis und Behalten betrachtet. Da diese Leseweise für wichtige kognitive Leistungen wie Konzentration, Gedächtnis und den Aufbau von Vokabular zentral ist, sollte das Lesen längerer Texte auf Papier – als einer von mehreren Lesemodi –  weiterhin bewahrt und gefördert werden. Bei narrativen Texten war hingegen kein Unterschied zu erkennen zwischen dem Lesen auf Papier und dem Lesen auf digitalen Displays.

Es spielte bei den beobachteten Unterschieden keine Rolle, ob die Leser/innen bereits Erfahrung mit digitalen Geräten hatten oder nicht. Bei “digital natives” waren die kognitiven Leistungen bei längeren informativen Texten ebenfalls besser, wenn diese auf Papier dargeboten wurden.

Außerdem zeigte sich, dass Leser/innen beim Lesen auf digitalen Geräten dazu neigten, das eigene Textverständnis eher zu überschätzen und daher oft oberflächlicher und weniger konzentriert lasen.

Digitale Texte zeigten dort Vorteile im Bezug auf Verständnis und Motivation, wo die Textpräsentation bewusst und sorgfältig auf die individuellen Bedürfnisse der Lesenden abgestimmt war.

Schlussfolgerungen

Die Forscher geben eine Reihe von Empfehlungen ab. Allen voran die, dass weitere systematische Forschung nötig sei. Man müsse die Bedingungen besser verstehen, unter denen sowohl Print- als auch digitale Medien dem Leseerfolg förderlich oder hinderlich seien.

Darüber hinaus sollten Schüler/innen lernen, wie sie vertieftes Lesen und Verstehen auch auf digitalen Geräten praktizieren können. Das Lesen von Papierbüchern solle aber weiterhin ein Pfeiler der Leseförderung sein.

Vor allem in der Primarstufe müssten Lehrer/innen sich bewusst sein, dass das Ersetzen von Papier durch digitale Geräte bezüglich des Leseerfolges nicht neutral sei. Wenn die Nutzung digitaler Geräte nicht durch sorgfältig entwickelte digitale Lernwerkzeuge begleitet werde, könnte der Leseerfolg der Schüler/innen gemindert werden.

Fazit

Das sind nur einige der genannten Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Stavanger Erklärung (PDF). Das Thema ist so zentral für den Lernerfolg auf jeder Stufe des Bildungssystems, dass Lehrende und politisch Verantwortliche diese Erklärung intensiv rezipieren und diskutieren sollten.

Weiterführende Lektüre

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