Nach dem ersten Hamburger H5P Happening 2025 – organisiert von Oliver Tacke – folgte in diesem Jahr die offizielle Einladung durch die H5P Group. Das Interesse war groß: Ein internationales Publikum, unter anderem aus der Türkei, Rumänien, Estland, Finnland, Dänemark und weiteren Ländern, traf sich an der HAW Hamburg.
Ein Tag voll Inspiration & Austausch
Begrüßt wurden die Gäste von Nils Viken (H5P Group) und Kelly Choi (H5P-Community-Managerin), die durch den Tag führten. Im Mittelpunkt standen Lightning Talks aus der Community – kurze, prägnante Vorträge, die die Vielfalt von H5P zeigten.

Besonders beeindruckend für mich als OER-Influencer war der Vortrag von Peter Leth aus Dänemark: ein Appell für Zusammenarbeit nach den Standards von OEP (Open Educational Practices) und OER, unterstützt durch die CC-Lizenzen.
Praktische Tipps, wie z. B. die Grundlagen für Escape Rooms mit H5P und das dazugehörige Storytelling wurden von Ceren Calici aus der Türkei vorgestellt.
ZUM-Apps und die H5P-Workflows
Zusammen mit Arne Spielhoff vom ZUM-Apps-Adminteam vertrat ich die ZUM e.V. auf dem Event. Im Anschluss an Ceren durfte ich im Rahmen eines Lightning Talks den H5P-OER-Hub vorstellen – von seiner Entwicklung vom internen Wiki-Tool hin zum offenen OER-Speicher mit Community-Strukturen.

Foto: Peter Leth
Der zweite Teil meines Vortrags widmete sich den H5P-Workflows und ihren sechs Schwerpunktthemen, unterstützt durch zahlreiche beeindruckende Beispiele aus der ZUM-Apps-Community. Das sehr kompetente Publikum zeigte besonders großes Interesse an diesem Teil – und daran, wie die ZUM ihre Community unterstützt und mit ihr interagiert.
H5P Pain Points
Die „H5P Pain Points“, moderiert vom „H5P-Dinosaurier“ Oliver Tacke, sammelte die größten „Bauchschmerzen“ der Community.
Nils betonte in seinen Eröffnungsworten das Ziel von H5P:
„Wir wollen Menschen ermächtigen, freies Bildungsmaterial zu erstellen.“

Doch genau daran wird sich H5P messen lassen müssen, speziell bei der deutlich schnelleren Bearbeitung von neuen Inhaltstypen für die Aufnahme in den H5P-Kern. Die aktuellen Wartezeiten in der Pipeline bewegen sich in der Regel im Bereich von Jahren.
„Quo vadis, H5P?“ – Eine Frage ohne einfache Antwort
Das H5P Hamburg Event 2026 zeigte: Die Community ist lebendig, engagiert und voller Ideen.
Damit H5P als Bestandteil der digitalen Infrastruktur in unserem Bildungssystem langfristig erfolgreich bleibt, braucht es ein eindeutiges Statement von D2L zur Open-Source-Sparte, verbunden mit den nötigen Ressourcen.
In vielen persönlichen Gesprächen mit Community-Mitgliedern war dies ein zentrales Thema: „Die Zukunft von H5P muss mitgedacht werden“, konkret:
- Wie sieht eine „Exit-Strategie“ aus, falls die H5P Group ihre Rolle nicht mehr erfüllen kann?
- Wer übernimmt die Verantwortung für die vielen Nutzer:innen weltweit, die H5P täglich im Bildungsbereich einsetzen?
- Wie bleibt H5P nachhaltig – auch ohne zentrale Steuerung?
Die Frage „Quo vadis, H5P?“ bleibt offen – aber die Diskussion hat begonnen.
Patrick Oberdörfer
