ZUM-Angebote wie Klexikon.de als „Wikipedia für Kinder“ können dazu beitragen, Basiskompetenzen und Bildungschancen bundesweit zu stärken. Denn frei zugängliche digitale Bildungsangebote stehen Kindern und Schulen unabhängig von Bundesland, Wohnort und finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung. Damit dieses Potenzial dauerhaft genutzt werden kann, braucht es auch für solche gemeinnützigen Angebote verlässliche und langfristige Förderung.
 
Die am 8. September veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen erneut erheblichen Handlungsbedarf bei Basiskompetenzen und Bildungschancen. Bundesbildungsministerin Karin Prien und die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Länder wollen insbesondere das Lesen und weitere grundlegende Kompetenzen stärken. Gleichzeitig soll die weiterhin starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft verringert werden.

Ein kostenloses und verlässliches Lexikon-Angebot für Schulkinder in allen 16 Bundesländern

Digitale Bildungsangebote haben einen besonderen Vorteil: Ein gutes Angebot kann von Kindern und Schulen in allen Bundesländern genutzt werden. Es muss nicht an jedem Ort neu entwickelt werden. „Chancengerechtigkeit entscheidet sich auch daran, ob jedes Kind kostenlos Zugang zu guten, verständlichen und verlässlichen Informationen unabhängig von Google und ChatGPT hat“, sagt Michael Schulte, Mitgründer und Projektleiter von Klexikon.de. „Der Föderalismus im Bildungsbereich hat gute Gründe. Aber bei digitalen Angeboten, die von Flensburg über Dresden bis Konstanz von allen Schulen genutzt werden können, müssen Bund und Länder viel stärker gemeinsam denken. Ein gutes Angebot muss nicht sechzehnmal neu erfunden werden.“
 
Genau hier liegt beim Klexikon eine große Chance. Bundesweit verfügbare gemeinnützige Bildungsangebote könnten gezielt gemeinsam von Bund und Ländern gefördert werden. Davon würden nicht einzelne Schulen oder Regionen profitieren, sondern unmittelbar Kinder in ganz Deutschland. Das Klexikon unterstützt mehrere Kompetenzen, die auch angesichts der aktuellen PISA-Ergebnisse wichtig sind. Kinder lesen altersgerechte Sachtexte, erschließen neue Begriffe und suchen gezielt nach Informationen. Gleichzeitig lernen sie, zu recherchieren, Informationen einzuordnen und unterschiedliche Quellen zu beurteilen. Das wird angesichts von Suchmaschinen, sozialen Medien und generativer Künstlicher Intelligenz immer wichtiger. 
 
Kinder begegnen Informationen heute überall. Umso wichtiger sind Orte im Internet, an denen Wissen verlässlich, verständlich und speziell für sie aufbereitet wird. Das Klexikon versteht sich deshalb nicht nur als Nachschlagewerk, sondern auch als Alternative und Ergänzung zu Google, ChatGPT und anderen Angeboten, bei denen Kinder häufig erst selbst beurteilen müssen, wie zuverlässig oder altersgerecht eine Antwort ist.

Medienkompetenz entsteht auch durch eigenes Mitmachen

Neben den Artikeln gewinnen Angebote für Schulen zunehmend an Bedeutung. In zahlreichen Klexikon-Workshops recherchieren Schülerinnen und Schüler gemeinsam, überprüfen Informationen und beschäftigen sich damit, wie verlässliches Wissen im Internet überhaupt entsteht.
Kinder können dabei selbst erfahren, warum Quellen wichtig sind, warum nicht jede Information im Netz stimmt und weshalb verständliche Texte oft viel Arbeit machen. Damit verbinden sich Lese-, Informations- und Medienkompetenz ganz praktisch. Solche Workshops könnten künftig deutlich mehr Schulklassen erreichen. Gleichzeitig gehen beim Klexikon zahlreiche Rückmeldungen von Kindern ein, neue Themen müssen aufgenommen und bestehende Artikel regelmäßig aktualisiert werden.
 
In den vergangenen Jahren wurde das Klexikon von verschiedenen öffentlichen und privaten Förderern unterstützt. Dazu gehören unter anderem die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die Schöpflin Stiftung, Wikimedia Deutschland und das Bundesbildungsministerium. Viele dieser Förderungen ermöglichen wichtige neue Projekte und Weiterentwicklungen.
Sie sind allerdings meist auf einzelne Vorhaben und begrenzte Zeiträume ausgerichtet.
 
Was bislang fehlt, ist eine stabile und langfristige Finanzierung einer professionellen Klexikon-Redaktion. Sie könnte dauerhaft sicherstellen, dass Artikel aktuell bleiben, Kinderfragen beantwortet, neue Themen entwickelt und Medienkompetenz-Angebote für Schulen ausgebaut werden.
 
Auch prominente Unterstützerinnen und Unterstützer weisen seit Jahren auf die Bedeutung des Angebots hin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nennt „Klexikon.de als mehrfach ausgezeichnete Initiative unverzichtbar“. Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner hebt die „frei zugänglichen, verlässlichen und verständlichen Informationen“ hervor. Und „Checker Julian“ Janssen, der das Klexikon selbst für die Vorbereitung seiner Sendungen nutzt, sagt: „Deshalb liebe ich das Klexikon!“

Michael Schulte, Klexikon