{"id":52489,"date":"2026-04-07T18:49:00","date_gmt":"2026-04-07T16:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zum.de\/portal\/?p=52489"},"modified":"2026-04-10T10:33:12","modified_gmt":"2026-04-10T08:33:12","slug":"schule-gemeinsam-besser-gestalten-laeuft-bei-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zum.de\/portal\/schule-gemeinsam-besser-gestalten-laeuft-bei-uns\/","title":{"rendered":"Schule gemeinsam besser gestalten: \u201eL\u00e4uft bei uns!\u201c"},"content":{"rendered":"<ul><i>&#8222;Anhand ihrer Praxiserfahrungen aus Schule sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie beleuchten\u00a0<b>Sven Donner<\/b>\u00a0und\u00a0<b>Lars Bednorz<\/b>\u00a0in ihrem Buch\u00a0\u201eL\u00e4uft bei uns!\u201c\u00a0die kommunikativen und strukturellen Geflechte aller Beteiligten im Kontext Schule. Neben den schulischen Strukturen werden Konflikte (dazugeh\u00f6rig auch Mobbing, Stress und psychische Probleme) in den Blick genommen und es wird auf entsprechende Hilfsangebote au\u00dferhalb und innerhalb des schulischen Bereichs aufmerksam gemacht. Die Autoren widmen sich auch den Herausforderungen der Digitalisierung des (schulischen) Sozialraums. Das Buch zeigt auf, wie ein Perspektivwechsel gelingen kann \u2013 weg vom Gegeneinander hin zu einem konstruktiven Miteinander.&#8220; <\/i><\/ul>\n<p>So hei\u00dft es im Ank\u00fcndigungstext des Verlags. Wir werfen einen genaueren Blick ins Buch:<\/p>\n<h4>Wie gehen die Autoren vor?<\/h4>\n<p>Mittels eines Fragebogens zur &#8222;Hypothesengenerierung&#8220; wurden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu ihren W\u00fcnschen und Ver\u00e4nderungspotenzialen befragt, die R\u00fcckmeldungen sollten dann die Themen-Liste des Buches ma\u00dfgeblich bestimmen. Die Ausgangsfrage lautete: <\/p>\n<ul>\n<li>\u201eWas k\u00e4me heraus, wenn man Schule &#8222;anders&#8220; denkt und die im System Beteiligten dazu auffordert bzw. ihnen die Gelegenheit gibt, sich etwas zu w\u00fcnschen &#8211; und auf diese Weise nicht nur beim Fachpersonal, sondern auch bei Sch\u00fclern und Eltern das \u201einterne Wissen&#8220; \u00fcber das \u201eSystem Schule&#8220; abruft.&#8220; (S. 20)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus den 158 abgegebenen Antwortb\u00f6gen wurden schlie\u00dflich diese Themen zusammengestellt:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcber starre Strukturen<\/li>\n<li>Konflikte zwischen Sch\u00fcler:innen, sowie zwischen Sch\u00fcler:innen und Lehrer:innen<\/li>\n<li>das Allgemeinbefinden in den Blick nehmen\n<li>Mobbing<\/li>\n<li>Umgang mit Stress und Leistung<\/li>\n<li>psychische Probleme<\/li>\n<li>Hilfsangebote au\u00dferhalb und innerhalb des schulischen Bereichs<\/li>\n<li>Elternsprechtag<\/li>\n<li>Digitalisierung des schulischen Sozialraums<\/li>\n<li>wechselseitige R\u00fcckmeldungen zwischen Eltern, Sch\u00fcler:innen und Lehrenden<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Daraus entwickeln die Autoren folgende Darstellungsform: <\/h4>\n<p>Jedes der 11 Kapitel des Buches hat <\/p>\n<ul>\n<li>einen &#8222;Allgemeinen Teil&#8220;, der sich dem &#8222;entsprechenden Themenanliegen widmet&#8220;,<\/li>\n<li>dazu nehmen die beiden Autoren aus ihrer beruflichen Alltagserfahrung als Lehrkraft und als Psychologe Stellung<\/li>\n<li>und schlie\u00dflich werden in &#8222;Kommunikations- und Interaktionsimpulsen&#8220; konkrete \u00dcbungen und &#8222;exemplarische L\u00f6sungen f\u00fcr unterschiedliche Beziehungskonstellationen&#8220; angeboten&#8220; (S. 15)<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Zwei Beispiele:<\/h4>\n<p><b>Kap 5: Mobbing<\/b><br \/>\nDie Autoren n\u00e4hern sich dem Thema Mobbing vorsichtig an: Was Mobbing sei, unterliege meist einem &#8222;subjektiven Bewertungsvorgang&#8220; und werde auf eine sehr breite Streuung von Verhaltensweisen und Problemlagen angewendet, sodass zun\u00e4chst eine begriffliche Kl\u00e4rung not tue (S. 95): Ein wichtiges Merkmal f\u00fcr Mobbing bestehe darin, dass es &#8222;chronisch&#8220; ist, dass sich Sticheleien und Verletzungen auf eine oder mehrere Personen fokussieren und dies \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum.<br \/>\nDie Autoren fordern zuallererst eine &#8222;offene Haltung&#8220; des ganzen Schulleitungsteams gegen\u00fcber &#8222;Mobbingvorw\u00fcrfen&#8220;. Sie sollen in jedem Fall Ernst genommen werden. Des Weiteren ist die st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit von &#8218;Mechanismen&#8216; dringlich, um z\u00fcgig und zielf\u00fchrend reagieren zu k\u00f6nnen. Hilfreich sei es, wenn Betroffene ein Mobbing-Tagebuch f\u00fchren, nicht selten stellten Sch\u00fcler dadurch auch fest, dass es sich nicht unbedingt um Mobbing handelt, wenn ein Mitsch\u00fcler seine Hausaufgaben nicht zum Abschreiben zur Verf\u00fcgung stellen m\u00f6chte (100).<br \/>\nEtwas weiter geht der Psychologe in seiner Betrachtung des Ph\u00e4nomens Mobbing (103): Es sind auch die Pers\u00f6nlichkeitsstrukturen zu ber\u00fccksichtigen, die dazu beitragen, dass Mobbing entsteht, dass es &#8222;Opfer&#8220; und &#8222;T\u00e4ter&#8220; gibt, dass es auch um Machtaus\u00fcbung und ein &#8222;intendiertes&#8220; Verhalten geht. Und schlie\u00dflich, dass im &#8222;System Schule&#8220; das Grundprinzip des Vergleichs und der Bewertung vorherrsche: Es gibt &#8222;schlechtere&#8220; und &#8222;bessere&#8220; Sch\u00fcler, Schule sei &#8222;stark hierarchisch gepr\u00e4gt&#8220;, somit Mobbing auch ein &#8222;strukturelles&#8220; Problem (S. 104).<br \/>\nAls &#8222;Kommunikations- und Interaktionsimpulse&#8220; schlagen die Autoren u.a. vor: Die Formulierung eines &#8222;Werte- und Normensystems der entsprechenden Schule&#8220; (S. 105), die Entwicklung einer &#8222;Charta des Miteinanders&#8220;, die gemeinsame Definition des Mobbing-Begriffs und die Bereithaltung von konkreten Handlungsabl\u00e4ufen und wichtigen Ansprechpartnern. Klassen k\u00f6nnen in &#8222;Ja-oder-Nein-Spielen&#8220; ausgew\u00e4hlte Aussagen und Handlungen daraufhin bewerten, ob es sich dabei um Mobbing handelt oder nicht (Beispielkatalog S. 106\/7). Schulen sollten sich &#8211; wenn noch nicht geschehen &#8211; um die Einrichtung und Ausbildung von Mobbing-Interventions-Teams (MIT) bem\u00fchen.<\/p>\n<p><b>Kap 10: &#8222;Digital &#8230; aber sinnvoll&#8220;<\/b><br \/>\nEs ist \u00fcblich geworden, die Qualit\u00e4t von Schulen und Unterricht nach dem Vorhandensein von Screens und Tablets zu bewerten oder nach der H\u00e4ufigkeit des Medieneinsatzes und der IT-Kompetenz der Lehrkr\u00e4fte. Die Autoren stellen die Frage anders: Was bietet die &#8222;herk\u00f6mmliche Schule&#8220;, was Digitalit\u00e4t nicht leisten kann? Die Antwort: Einen <b>Sozialraum<\/b>, in dem gelernt wird, Unbehagen und Auseinandersetzungen auszuhalten und Bed\u00fcrfnisaufschub und Kompromissbereitschaft einzu\u00fcben. (S. 179)<br \/>\nDie Autoren sehen die digitalen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Schule und das Lernen durchaus, m\u00f6chten aber ein Entweder-Oder vermeiden und stattdessen das Miteinander von &#8222;Sozialraum Schule und Digitalisierung&#8220; produktiv gestalten.<br \/>\nDazu gilt es, die Gefahrenstellen zu erkennen und m\u00f6glichst auszur\u00e4umen. So brauchen z.B. auch digitale Elterngruppen Verhaltensregeln, die gemeinsam mit Lehrer:innen und mittels eines Fragenkatalogs auf Elternabenden aufgestellt werden (S. 191). Mit Schulklassen k\u00f6nnen &#8222;Digitale-Detox-Challenges&#8220; diskutiert und vereinbart werden (S. 192f). Oder wie w\u00e4re es mit einem &#8222;Handy-erlaubt-Tag&#8220; an der Schule, der gut vorbereitet und schlie\u00dflich mit Frageb\u00f6gen gewissenhaft aufgearbeitet wird (S. 195)? Und in kurzen Szenen k\u00f6nnte durchgespielt werden, wie eine Unterst\u00fctzung bei Pr\u00fcfungs- oder Auftrittsangst im analogen und im digitale Modus aussehen kann (S. 196).  <\/p>\n<h4>Abschlie\u00dfend<\/h4>\n<p>Der pragmatische Ansatz zur Themenfindung (siehe oben) kann als gelungen bewertet werden, er enth\u00e4lt eine Vielzahl von aktuellen Problemlagen und Erfahrungen im schulischen Raum. Die Hinf\u00fchrungen zur jeweiligen Thematik sind erkennbar erfahrungsbasiert, die Vertiefungen aus der jeweiligen Lehrkraft- bzw. Psychologen-Perspektive sind hilfreich, wenn auch nicht immer ganz abgestimmt. Es ist bemerkbar, dass der Psychologe kein Lehrer sondern ein &#8222;therapeutischer Stationsleiter&#8220; (Klappentext) ist, also die Problemlagen und Auswirkungen mehr vom Ende her wahrnimmt und beurteilt. Auch daraus erwachsen wichtige Einsichten und Facetten dieser &#8211; nicht nur schulischen &#8211; Problemlagen.<br \/>\nZu ber\u00fccksichtigen ist schlie\u00dflich, dass das Buch sich auf nur 220 Seiten mit elf hochkomplexen Handlungsfeldern im System Schule besch\u00e4ftigt. Das kann als vermessen und verwegen eingesch\u00e4tzt werden, oder als hilfreich und kollegial: Ich bin f\u00fcr letzteres.<\/p>\n<p><i> Klaus Dautel, April 2026<\/i><\/p>\n<p><i><a href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/themen-entdecken\/paedagogik-soziale-arbeit\/schulpaedagogik\/60326\/laeuft-bei-uns-ein-paedagogisch-psychologischer-wegweiser-fuer-ein-neues-miteinander-in-der-schule\">Schule gemeinsam besser gestalten: \u201eL\u00e4uft bei uns!\u201c <\/a> von Sven Donner und Lars Bednorz erschienen M\u00e4rz 2026  bei Vandenhoeck &#038; Ruprecht<\/i><\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\" style=\"display:none\" data-url=\"https%3A%2F%2Fwww.zum.de%2Fportal%2Fschule-gemeinsam-besser-gestalten-laeuft-bei-uns%2F\" data-timestamp=\"1775817192\" data-backendurl=\"https:\/\/www.zum.de\/portal\/wp-json\/shariff\/v1\/share_counts?\"><div class=\"ShariffHeadline\">Teilen<\/div><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button whatsapp shariff-nocustomcolor shariff-mobile\" style=\"background-color:#5cbe4a\"><a href=\"https:\/\/api.whatsapp.com\/send?text=https%3A%2F%2Fwww.zum.de%2Fportal%2Fschule-gemeinsam-besser-gestalten-laeuft-bei-uns%2F%20Schule%20gemeinsam%20besser%20gestalten%3A%20%E2%80%9EL%C3%A4uft%20bei%20uns%21%E2%80%9C\" title=\"Bei Whatsapp teilen\" aria-label=\"Bei Whatsapp teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#34af23; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#34af23\" d=\"M17.6 17.4q0.2 0 1.7 0.8t1.6 0.9q0 0.1 0 0.3 0 0.6-0.3 1.4-0.3 0.7-1.3 1.2t-1.8 0.5q-1 0-3.4-1.1-1.7-0.8-3-2.1t-2.6-3.3q-1.3-1.9-1.3-3.5v-0.1q0.1-1.6 1.3-2.8 0.4-0.4 0.9-0.4 0.1 0 0.3 0t0.3 0q0.3 0 0.5 0.1t0.3 0.5q0.1 0.4 0.6 1.6t0.4 1.3q0 0.4-0.6 1t-0.6 0.8q0 0.1 0.1 0.3 0.6 1.3 1.8 2.4 1 0.9 2.7 1.8 0.2 0.1 0.4 0.1 0.3 0 1-0.9t0.9-0.9zM14 26.9q2.3 0 4.3-0.9t3.6-2.4 2.4-3.6 0.9-4.3-0.9-4.3-2.4-3.6-3.6-2.4-4.3-0.9-4.3 0.9-3.6 2.4-2.4 3.6-0.9 4.3q0 3.6 2.1 6.6l-1.4 4.2 4.3-1.4q2.8 1.9 6.2 1.9zM14 2.2q2.7 0 5.2 1.1t4.3 2.9 2.9 4.3 1.1 5.2-1.1 5.2-2.9 4.3-4.3 2.9-5.2 1.1q-3.5 0-6.5-1.7l-7.4 2.4 2.4-7.2q-1.9-3.2-1.9-6.9 0-2.7 1.1-5.2t2.9-4.3 4.3-2.9 5.2-1.1z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button mailto shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#a8a8a8\"><a href=\"mailto:?body=https%3A%2F%2Fwww.zum.de%2Fportal%2Fschule-gemeinsam-besser-gestalten-laeuft-bei-uns%2F&subject=Schule%20gemeinsam%20besser%20gestalten%3A%20%E2%80%9EL%C3%A4uft%20bei%20uns%21%E2%80%9C\" title=\"Per E-Mail versenden\" aria-label=\"Per E-Mail versenden\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#999; color:#fff\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 32 32\"><path fill=\"#999\" d=\"M32 12.7v14.2q0 1.2-0.8 2t-2 0.9h-26.3q-1.2 0-2-0.9t-0.8-2v-14.2q0.8 0.9 1.8 1.6 6.5 4.4 8.9 6.1 1 0.8 1.6 1.2t1.7 0.9 2 0.4h0.1q0.9 0 2-0.4t1.7-0.9 1.6-1.2q3-2.2 8.9-6.1 1-0.7 1.8-1.6zM32 7.4q0 1.4-0.9 2.7t-2.2 2.2q-6.7 4.7-8.4 5.8-0.2 0.1-0.7 0.5t-1 0.7-0.9 0.6-1.1 0.5-0.9 0.2h-0.1q-0.4 0-0.9-0.2t-1.1-0.5-0.9-0.6-1-0.7-0.7-0.5q-1.6-1.1-4.7-3.2t-3.6-2.6q-1.1-0.7-2.1-2t-1-2.5q0-1.4 0.7-2.3t2.1-0.9h26.3q1.2 0 2 0.8t0.9 2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Anhand ihrer Praxiserfahrungen aus Schule sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie beleuchten\u00a0Sven Donner\u00a0und\u00a0Lars Bednorz\u00a0in ihrem Buch\u00a0\u201eL\u00e4uft bei uns!\u201c\u00a0die kommunikativen und strukturellen Geflechte aller Beteiligten im Kontext Schule. 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