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Ruprechtsbau

Der Ruprechtsbau im Hof des Heidelberger Schlosses

Der Ruprechtsbau ist der älteste erhaltene Bau im Schloss. Er wird seit dem 16. Jahrhundert dem Kurfürsten Ruprecht III., als Ruprecht I. deutscher König von 1400 - 1410, zugeschrieben. Er stammt allerdings eher aus den Jahrzehnten nach dieser Zeit, sogar eine Datierung in die Zeit des Kurfürsten Friedrich des Siegreichen in der Mitte des 15. Jahrhunderts ist möglich. Das Gebäude lehnt sich an die Südwestecke der alten inneren Burgmauer an.

Die Wappen in den Schlusssteinen des Gangs stammen aus der Zeit Ludwigs III. oder IV. (1410-36 bzw. 1437-49).

Er bewahrt in seinem Innern einen prachtvollen Renaissance-Kamin aus der Zeit Friedrichs II., ehemals im Obergeschoss, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das Erdgeschoss verbracht.

Die Zweckbestimmung des Baus wird allgemein als "Palas" angegeben, doch lassen Lage im Hof und Größe allenfalls auf eine eher untergeordnete Aufgabe schließen.

Ruprechtsbau, Detailansicht

Das Gebäude enthält im Erdgeschoss zwei kreuzgewölbte Säle mit jeweils 2 x 2 Jochen, die durch einen Mittgelgang erschlossen werden. Von ihm aus führt eine im 16. Jahrhundert angebaute Wendeltreppe in die ebenfalls im 16. Jahrhundert erneuerten Obergeschosse. Während der südliche (linke) Raum noch original erhalten ist, war der nördliche (rechte) zerstört und wurde in den 1950er Jahren wieder eingewölbt, vor allem, um die Schlossmodelle unterzubringen und im Obergeschoss Raum zu gewinnen. Von den großen Maßwerkfenstern des nördlichen Teils (2. Hälfte 17. Jahrhundert) sind nur noch die Umrandungen erhalten, die dreiteiligen Rechteckfenster entstammen wohl dem Umbau unter Ludwig V.

Der Ruprechtsbau wurde im 16. Jahrhundert unter Ludwig V. mit steinernen Obergeschossen versehen. Von dieser Baumaßnahme kündet nicht nur die Jahreszahl 1534 im Innern des Gebäudes, sondern auch der deutlich sichtbare Absatz in der Mauerung an den vorderen  Kanten. Auf seine Bautätigkeit geht auch der Durchgang vom nördlichen Obergeschoss-Saal in den nebenan liegenden Herrentafelstubenbau (sog. Bibliotheksbau) zurück.

Das Engelswappen am Ruprechtsbau

Über dem Portal des Ruprechtsbaus befindet sich das berühmte Engelswappen, wohl das Abzeichen des Baumeisters. Die Legende berichtet, dass hier die zwei Kinder ds Baumeisters dargestellt sind, die bei den Bauarbeiten vom Gerüst fielen und zu Tode kamen. Allerdings handelt es sich bei dem Engeln mit dem Zirkel im Rosenkranz um eine Allegorie auf das "rechte Maß" als Regierungsmaxime des Kurfürsten und damit um ein allgemein verwendetes Motiv der Baukunst (Kopie der 1950er Jahre, das Original im Obergeschoss).

weiter:
Führung zur Baugeschichte
Ostbefestigung
Führung im Schlosshof Herrentafelstubenbau
siehe auch: Kurfürst Ruprecht III

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