Der Herrentafelstubenbau verläßt als erster
den Bereich der alten inneren Mauer und steht auf dem Gelände
des alten Burggrabens (siehe Plan).
Das ist besonders gut von der Rückseite, vom
Stückgarten aus zu beobachten.
Das Gebäude beherbergte in seinem ersten Obergeschoss
die Herrentafelstube, einen fürstlichen Speisesaal, der auf drei
Seiten durch große Fenster einen freien Blick auf das umliegende
Land erlaubte und dessen Gewölbe mit ca. 6,60 m Höhe auf einer
einzigen Mittelsäule ruhte. Die Errichtung der Herrentafelstube
wird mit
einer Veränderung
im sozialen Gefüge des Hofs und mit einer Absonderung des Fürsten
von der allgemeinen Hoftafel in Verbindung gebracht.
Dazu gehört auch der durch die Kragsteine erkennbare
balkonartige Austritt in den Hof, der vor allem Funktionen im Zusammenhang
eines sich verändernden Hofzeremoniells hatte.
Schon im 17. Jahrhundert, als durch neue Bauten der
Herrentafelstubenbau außer Gebrauch gekommen war, bürgerte sich der
Name Bibliotheksbau ein. Die Unterbringung einer Bibliothek ist
allerdings ebensowenig belegt wie die einer Münze oder Gemäldegalerie.
Blick
ins Innere des Herrentafelstubenbaus. Im Obergeschoss der große
gewölbte
Saal mit großen Fenstern, die über den Stückgarten weg den freien Ausblick ins pfälzische
Land ermöglichen
Der Ausblick aus dem Obergeschoss des Herrentafelstubenbaus erscheint dem heutigen Betrachter durch die massive Wand des Stückgartens und den Dicken Turm gestört. Dem Betrachter des 16. Jahunderts galten jedoch diese Blicke auf architektonische Meisterwerke der Festungsbaukunst als mindestens ebenso attraktiv wie ein Blick in eine Landschaft. |