Kult und Macht in der Bronzezeit

  

Bild:
Goldgefäßdepot von Borgbjerg (Seeland)
11. bis 9. Jh. v. Chr.
Gold
Foto: Kit Weiss, Dänisches Nationalmuseum, Kopenhagen

Hortfunde und Deponierungen - Vergraben und versenkt

Nicht nur die Gräber der Menschen und die Spuren ihrer Siedlungen geben uns Aufschluss über das Leben in der Bronzezeit, sondern auch viele, meist sehr wertvolle Gegenstände, die in der Erde vergraben oder in Flüssen und Seen versenkt wurden. Es handelt sich dabei um rituelle Versenkungen und Vergrabungen vorwiegend von Metallobjekten – die so genannten Deponierungen. Dazu gehören wertvolle goldene Gefäße, aber auch Trachtschmuck, kosmetisches Gerät und Werkzeuge wie Beile, Sicheln oder Messer. Sogar Waffen, Pferdegeschirr und nicht zuletzt ganze Wagen wurden in Flüssen und Seen versenkt oder zu Land vergraben. Dabei wurden diese Dinge vor ihrer Versenkung oder Vergrabung häufig zerstört. Sie sind teils als Opfer- und Votivgaben, teils auch als verkappte Grabbeigaben zu werten.

Die Ausstellung „Goldene Zeichen. Kult und Macht in der Bronzezeit“ zeigt einige der bedeutendsten bronzezeitlichen Funde dieser Gattung aus Deutschland. Zu sehen sind unter anderem prunkvolle Schutzwaffen aus Bronze wie Schilder, Helme, Brustpanzer und Beinschienen. Diese wenigen aus der Bronzezeit bekannten Stücke wurden ausschließlich in Mooren, Seen und Flüssen gefunden, wo sie von ihren Besitzern versenkt worden waren.

Auch nahezu alle goldenen Gefäße der Bronzezeit wurden als Deponierungen in der Erde vergraben. Wertvolle Funde aus Dänemark, Frankreich, Deutschland und der Schweiz bezeugen in der Ausstellung die große Kunstfertigkeit und Sorgfalt, mit der sie hergestellt worden waren. Die „Gefäße von Borgbjerg auf Seeland“, Leihgaben des Dänischen Nationalmuseums in Kopenhagen, verdeutlichen beispielsweise, dass goldene Becher und Schalen fast immer paarweise vergraben wurden.


Alle diese hochwertigen Behältnisse aus Gold sind kunstvoll verziert und so dünnwandig, dass sie zum häufigen Gebrauch nicht geeignet waren. Sie sind deswegen als besonders wertvolle Opfergaben einer einflussreichen und vermögenden Persönlichkeit zu deuten. Sehr selten kommen diese Gefäße auch in Gräbern der spätbronzezeitlichen Oberschicht, dem Schwertträgeradel, vor. Dadurch kann eine direkte Verbindung von den Gräbern dieser einflussreichen Menschen zu den Depots mit Goldgefäßpaaren geschlagen werden.

Einen in Europa einzigartigen Überblick über die Gegenstände, die in der Bronzezeit dem Fluss übergeben wurden, bieten die etwa 400 Einzelfunde aus dem Rhein bei Roxheim, die in der Ausstellung auch präsentiert werden: Schwerter, Lanzenspitzen, Beile, Nadeln, Wagenbeschläge und sogar das Fragment eines Helms wurden dabei im Rhein gefunden. Möglicherweise bezeugen diese vielen Funde eine Wandlung der bronzezeitlichen Bestattungszeremonie: die vielen Bronzeobjekte könnten als Beigaben gedient haben, die im Rahmen eines neuen Bestattungsrituals im Fluss versenkt wurden..

Goldene Zeichen
Kult und Macht in der Bronzezeit
8. Mai - 11. September 2005, Historisches Museum der Pfalz. Speyer

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