Karlsruhe, Badisches Landesmuseum
München, Staatliche Münzsammlung
Abb. aus: Barock in Baden-Württemberg 1 S. 492

Zerstörung der Pfalz 1688

Nach dem Tod des Kurfürsten Karl 1685 erhob Ludwig XIV. Erbansprüche auf Teile des pfälzischen Besitzes, um sein Ziel einer Vergrößerung Frankreichs bis an die Rheingrenze durchzusetzen. Im Verlauf dieses Feldzuges, der als Pfälzischer Erbfolgekrieg oder Orléansscher Krieg bekannt ist, wurde die Kurpfalz 1689 eingenommen und die Hauptstadt Heidelberg zerstört.

Die Medaille zeigt auf der Vorderseite mordende und plündernde Soldaten vor brennenden Häusern, dahinter angedeutet aufmarschierte Truppen. Im Hintergrund benannt die Festungen Philippsburg (links), Koblenz (rechts) und Heidelberg (rechts darunter). Die Landschaft selbst ist in der Mitte mit "Pfaltz" bezeichnet. Im unteren Teil der Schriftzug "DENCK TEVTSCHLAND AN DEN FRIDENBRVCH MDCLXXXVIII" (1688)

Die Rückseite zeigt hinter einem Adler stehend Minerva mit Helm und Ägis, ihr zur Rechten (also links) eine gleichfalls antikisch gekleidete Frauengestalt mit einem mit drei Herzen belegten Schild und Masken zu ihren Füßen, ihr zur Linken eine Frauengestalt mit sieben Pfeilen vor einem Schiffsbug.
Die Deutung dieses Bildes ist nicht klar.
Entweder handelt es sich um die Besonnenheit (Minerva) mit der Treue (links) und der Einigkeit (rechts), oder um eine Personifikation Deutschlands (Adler) und der Verbündeten England (links) und der Niederlande (rechts).

Die nächste Medaille stellt die Greueltaten der Osmanen und der Franzosen gegenüber.

Höhepunkt des Krieges war die Eroberung und Zerstörung Heidelbergs, die von Ludwig XIV. mit einer Medaille gefeiert wurde


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