Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, Inv.-Nr. M 578
Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Abb aus: Barock in Baden-Württemberg 1 S. 506

Kurfürst Karl Ludwig

"Kniestück" des Kurfürsten mit schulterlangen Locken, Harnisch und Hosenbandorden nach rechts; in der rechten Hand hält er waagerecht einen Kommandostab, die Linke hat er auf Helm und Kurhut gelegt, die vor ihm auf einem Tisch stehen. Im Ornament der Tischdecke ist das verschlungene Spiegelmonogramm CL zu entdecken.
Es handelt sie hier um die Vorderseite einer Medaille auf die Wiederherstellung Heidelbergs, datiert 1661.

Karl Ludwig übernahm die Regierung nach der Restitution der Kurpfalz am Ende des Dreißigjährigen Krieges und bemühte sich einerseits um den zügigen Wiederaufbau des Landes (besonders der Stadt Mannheim), verfolgte andererseits eine Politik, die sich eng an Frankreich und seinen König Ludwig XIV. anlehnte.

Die Umschrift der Medaille:
CAR(olus): LUD(owicus): D(ei): G(ratia): COM(es): PAL(atinus): RHEN(i): ELECT(or): B(avariae): D(ux)
(Karl Ludwig, von Gottes Gnaden Pfalzgraf bei Rhein, Kurfürst, Herzog von Bayern)
Im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung des Königreiches Austrasien, das er von Frankreich zu Lehen nehmen wollte, steht der Plan eines großen Residenzschlosses in Mannheim; zur Unterstützung seiner Pläne verheiratete er seine Tochter Elisabeth Charlotte mit dem Bruder Ludwigs XIV., Philipp von Orléans.
Karl Ludwigs Ehe mit Charlotte von Hessen war nicht glücklich. Aus ihr gingen der Nachfolger in der Kur, Karl, und Elisabeth Charlotte hervor, die "Liselotte von der Pfalz".

Kurfürst

Karl Ludwig

Karl Ludwigs Sohn Karl starb allerdings bereits fünf Jahre später. Darauf erhob Ludwig XIV. von Frankreich Erbansprüche auf die Pfalz und versuchte, sie im pfälzischen Erbfolgekrieg durchzusetzen.
Karl Ludwigs Liebe galt Luise von Degenfeld, mit der er morganatisch verheiratet war und die ihm 13 Kinder gebar. Sie wurden zu Raugrafen erhoben.

siehe auch:

Karl Ludwig, Brustbild
Karl, der Nachfolger
Anna Gonzaga, die Schwägerin
Elisabeth Charlotte, die Tochter

weiter:

Die Kurzführung zeigt als nächstes
seine Tochter Elisabeth Charlotte, die
"Liselotte von der Pfalz"


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