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11.02.21 | Neue Komposition 2021

... am 8. Februar beendet:

"composition no.87 (Klimaschrei)"
für Violine und großes Orchester
(2. Violinkonzert)

Dauer: 16'

28.10.20 | NEU ! Shakespeare & Eluard

"No, Time! Thee I do defy"
für
Tenor und Streichquartett
2020

Dauer: ca. 30'

Begonnen: 24. Juni 2020 in Bremen
Beendet: 13. Oktober 2020 in Bremen

Uraufführung:
noch offen

Kommentar:

In dieser Komposition von Erwin Koch-Raphael treffen drei Sonette von Shakespeare
mit dem Gedicht "Mauvaise Mémoire" von Paul Eluard zusammen. Alle Gedichte hadern mit der Zeit als Herrscherin über die Geschicke der Menschheit und die des Einzelnen.

Sie trotzen, je auf eigene Weise, der Macht der Zeit. Für den Komponisten schien diese Haltung eine Widerspiegelung des gesellschaftlichen Grundgefühls unsrer Gegenwart, zumindesten in Europa, zu sein. Hier wird auch Persönlichstes dem Allgemeinen anheim gegeben und auch umgekehrt: So war es und wird es sein - nichts Neues passiert in der Geschichte? Und es täte so not, wenn wenigstens jetzt sich Grundlegendes änderte.

Die Musik deutet nicht die Textebenen aus sondern entwickelt sich: Oft unabhängig und selbstständig, nach eigenen Impulsen und in eigenen Ausdrucksfeldern. Ihre ständigen Verzweigungen und Widersprüchlichkeiten - auch zum Text - spannen zu einer für sich selbst existierenden Welt immer wieder neue Wege, Abzweige und labyrinthische Gänge auf, die - im Unterschied zu mancher Konkretheit im Text - den Blick ausweiten, ihn aufheben zu den Sternen über uns ...

A.Q.

25.08.20 | Neues Streichquartett

" ... pour ne plus penser au désert"


für
Streichquartett

2020

Begonnen: 24. Juni 2020 in Bremen
Beendet: 8. Juli 2020 in Bremen
Spieldauer: 8 Minuten


Uraufführung:
noch offen




Kommentar


"... pour ne plus penser au désert", dieser Satz stammt aus dem Gedicht
"Mauvaise Mémoire" von Paul Eluard (1895-1952).

Wie in Eluards Gedicht verschwimmen in dieser Musik Liebe, Traum und Revolte zu einer innerlichen Wirklichkeit, in welcher die Zerrissenheit des Menschen von heute in ihren immer neuen und immer anderen Spannungen hörbar und persönlich erfahren wird.

Das Musikstück spiegelt die Suche nach dem richtigen Umgang mit dieser Ungewißheit
wider, das Ungenügende daran - und das Zuviel. Abbrüche, Aufschwünge, Einsamkeit und
Verbundenheit wechseln sich ab. Und wir erfahren, was auch im Gedicht gesagt wird: "Le temps n'est pas le maître...", die Zeit ist nicht der Meister, denn wie im Traum verflüchtigt sich die gewohnte Ordnung von Zeit und Raum und hinterläßt eine Wüste leeren Existierens. Um nicht mehr länger an diese Wüste denken zu müssen bleibt nur der Schritt aus der Einsamkeit heraus zum anderen Menschen hin.

Die Komposition entstand im Sommer 2020, inmitten der ersten Corona-Welle, als das
öffentliche Leben weltweit stille stand und schließt an die beiden vorauf gegangenen Kompositionen
Koch-Raphaels an.

HINWEIS

Das Gedicht von Eluard wird unmittelbar vor dem ersten Takt der Komposition in der Originalsprache vorgetragen (eine Übersetzung kann im Programmheft abgedruckt werden).

A.Q.

08.07.20 | Neues Klaviertrio


"composition no. 84 (resurgence)"
für
Klaviertrio
2020

Dauer: 22'

Begonnen: 27. Dezember 2019 in Bremen
Beendet: 7. Juni 2020 in Bremen

Uraufführung:
noch offen

Kommentar:

„composition no.84 (resurgence)“ paraphrasiert die vorangegangene Komposition
„Die Schöpfung hat nicht mit dem Menschen gerechnet“ für Chor und Klaviertrio
aus dem Jahr 2020 von Erwin Koch-Raphael.

Der Titel jener Komposition stammt aus der Romantrilogie „Fluß ohne Ufer“,
an der Hans Henny Jahnn von 1935 bis 1947 gearbeitet hat und in der er das Verhältnis
des Menschen zur Natur in einer Weise verortet hat, dass der Roman wie kaum ein
anderer auf unsere heutige Zeit und auf den Menschen von heute, in seiner Problematik, passt.

Koch-Raphael hat sich in jener Komposition als auch in „composition no.84 (resurgence)“
auf dieses Spannungsfeld eingelassen und bringt hier wie dort die
gegen- und miteinander wirkenden Kräfte unserer Welt, deren
Zerstörungspotential erheblich ist, zum Ausdruck:
es gibt hier Trauer, Wut und Verzweiflung, aber auch Hoffnung auf ein besseres Zusammensein
aller mit allem – und allen in dieser Welt.

„Composition no. 84 (resurgence)“ verhält sich damit gegenüber der Chorkomposition
so wie ein Palimpsest, indem hier der gesamte Instrumentalpart der Chorkomposition
weitgehend original belassen wird, jedoch Zwischenteile eingefügt
und verschiedene freiere Stellen umgestaltet werden.

Es entsteht ein Sinn, welcher die Ideen und Vorstellungen der Chorkomposition weiterführt:
Die Wahrnehmung dieser Welt und die ihrer leidvollen Gegenwart werden hier jetzt
zurückgespiegelt aufs erwachende Individuum.

Die Musik zeigt unsern individuellen Standort und unsre emotionale Ambivalenz.
Sie weckt in dieser offenen und mitfühlenden Darstellung vielleicht Hoffnung ...
Hoffnung auf Wiederkehr des Menschlichen, auf eine innere „Auferstehung“,
wie Tolstoi sie in seinem gleichnamigen Roman detailreich darstellt.

„Composition no. 84 (resurgence)“ ... die freie Restaurierung einer alten Wandmalerei ...
sagt sie uns noch was?
A.Q.

19.04.20 | Komposition für die Mädchenkantorei am Bremer Dom

"Die Schöpfung hat nicht mit dem Menschen gerechnet" ... für 3-stimmigen Mädchenchor und Klaviertrio

Uraufführung: 4. Juli 2021,Bremer Dom
Mädchenkantorei am Bremer Dom, Trio Manuk Ltg.: Markus Kaiser

Begonnen: 27. Dezember 2019 in Bremen
Beendet: 11. April 2020 in Bremen

Die Komposition entstand auf Anregung von Markus Kaiser, Leiter der Mädchenkantorei am Bremer Dom.

Kommentar:

"Die Schöpfung hat nicht mit dem Menschen gerechnet", dieser Satz stammt aus der Romantrilogie "Fluß ohne Ufer", an der Hans Henny Jahnn von 1935 bis 1947 gearbeitet hat und in der er das Verhältnis des Menschen zur Natur in einer Weise verortet hat, dass der Roman wie kaum ein anderer auf unsere heutige Zeit und auf den Menschen von heute, in seiner Problematik, passt.

Koch-Raphael hat sich in seiner Musik auf dieses Spannungsfeld eingelassen und bringt die gegen- und miteinander wirkenden Kräfte unserer Welt, deren Zerstörungspotential, wie wir sehen können, erheblich ist, zum Ausdruck: es gibt hier Trauer, Wut und Verzweiflung, aber auch Hoffnung auf ein besseres Zusammensein aller mit allem – allen in dieser Welt.

A.Q.

11.02.20 | SCHWONTKOWSKI

Neue Komposition für Flöte solo (2020)

"Schwontkowski"
Dauer 13'

ZUM WERK:

Koch-Raphaels erster Kontakt mit dem Bremer Maler Norbert Schwontkowski war 1984, als Koch-Raphael
den "Bremer Förderpreis für besondere kompositorische Leistungen" und Schwontkowski den Bremer
Kunstpreis in derselben offiziellen Veranstaltung verliehen bekam. In dieser Veranstaltung trug auch der Pianist
Jochen Köhler Auszüge aus Koch-Raphaels "Septembertage" vor
und die Gruppe ganZeit gab ihre erste Performance.

Beide sind 1949 geboren, und im Entstehungsjahr dieses Zyklus' ist beider 70. Geburtstag ...

Beide Künstler sind sich seitdem nie wieder persönlich begegnet, für Koch-Raphael jedoch waren von da an
Schwontkowskis Bilder ständige Begleiter. Andere Zugänge, künstlerischer und persönlicher Art, kamen hinzu.
Als Schwontkowski 2013 starb keimte die Idee zu einer Komposition, die sich auf eine sehr persönliche Art mit der
Arbeitsweise und Ästhetik Schwontkowskis, die auch immer schon die des Komponisten war, befasst.

Es ist die eigenartige, merkwürdig stille und nur scheinbar profane Welt des Malers, die sich seit jeher auch
in der Musik des Komponisten findet. Davon geben die vorliegenden 11 Flötenstücke ein aktuelles Beispiel, von
denen sich allerdings keines auf ein konkretes Bild des Malers beziehen lässt. Der Bezug ist gegeben auf einer
sehr viel inneren Ebene von Bild und Musik ...

A.Q.

04.12.19 | Portraitkonzert am 6.12.

Portraitkonzert
Erwin Koch-Raphael zum 70. Geburtstag

Freitag den 6.12. um 20 Uhr
Kulturkirche St. Stephani Bremen


Konzertprogramm ...


"NachtStücke" (1974) 7’
5 kleine Stücke nach literarischen Grundideen von E.T.A.Hoffmann

"Sekitei" (1979) 12’
für Violine solo

"The mirror of love" (1977) 6’
Sechs kurze Stücke für Violoncello solo
(nach einer Idee und nach Titeln von François Couperin)

(1) Die Hoffnung - (2) Die Liebesglut - (3) Die schweigsame Eifersucht - (4) Die Raserei
(5) Die Koketterie - (6) Der Abschied (oder: Die ewige Liebe)


„composition no. 79 (Kinder)“ (2018) 16’ (Uraufführung)
7 Sätze für Streichquartett

Fantasie – Nr.1 – Nr.2 – Nr.3 - Erinnerungen (1) - Erinnerungen (2) - Coda


... PAUSE ...


„composition no. 79 (Kinder)“ (2018) 16’ (Wiederholung)
7 Sätze für Streichquartett

"basalt" (1993) 18’
4 Solostücke für Flöte

„composition no. 80 (la viola)“ (2019) 8’ (Uraufführung)
für Sopran, Bratsche und Ensemble


Besetzung:

Sopran - Stefanie Golisch
Ensemble New Babylon und Radial Quartett

Flöte - Christian Pedro Vásquez Miranda
Klarinette - Nayoung Cheong
Klavier - Mireia Vendrell del Álamo
Schlagzeug - Hsin Lee
Violine - Marijke Tjoelker und Salome Althammer
Viola - Hannah Craib
Violoncello - Lynda Anne Cortis

Zu den Stücken:

„NachtStücke“ op. 3 von 1974 sind 5 kurze, im Charakter lyrische Stücke für 5 Musiker*innen die nach literarischen Grundideen von E.T.A.Hoffmann gestaltet wurden. Der Sopran steht hierbei nicht solistisch im Vordergrund sondern fügt sich ohne Hervorhebung in den instrumentalen Gesamtklang ein nach dem Vorbild der Gesangstechnik im koreanischen Kasa. In dieser Komposition hat Koch-Raphael seine bis heute gültige Kompositionstechnik mit „Prinzipalrhythmen“ – einer Art Weiterentwicklung serieller Grundlagen – gefunden und seitdem immer wieder angewendet.


„Sekitei“ op. 17 von 1979 entstand direkt nach Koch-Raphaels Studienabschluss und ist in einem japanischen Idiom geschrieben. Dieses äußert sich in der ruhig fließenden Gestalt der Melodie. Zu Beginn öffnet sie einen Tritonusraum ohne tonale Anmutung. Diese ruhigen Passagen werden durch charakterlich ganz andere Abschnitte unterbrochen. Sie sind bewegt, teilweise virtuos und expressiv in ihrer Geste. Der Komponist verbindet hier die beiden Seiten seiner musikalischen Sozialisation, die europäische mit der ostasiatischen. Der Titel der Komposition bedeutet »Der steinerne Garten« und spielt auf die Gärten der Zen-Klöster an, die der Kontemplation dienen.


„The mirror of love“ op. 9 von 1977 ist inspiriert von 12 sehr kurzen Kompositionen Couperins für Clavecin (1722), die sich auf jeweils einen Affekt der Liebe beziehen. Koch-Raphael regten diese Miniaturen zu einem 6-teiligen Cellozyklus mit ebenfalls sehr kurzen Einzelstücken an, der sich ähnlich mit Affekten der Liebe musikalisch abwechslungsreich befasst. Bis auf den Titel des letzten Stückes sind die Überschriften von Couperin übernommen. Der Gesamttitel spielt auf das berühmte Bild „The Mirror of Love“ von Aubrey Beardsley an.


„composition no. 79 (Kinder)“ von 2018 schaut Kindern beim Spielen und ihren vielen anderen ernstzunehmenden Tätigkeiten zu. Hier werden Kinder und Kindheit musikalisch erinnert. Waren die unmittelbar zuvor von Koch-Raphael komponierten „Totenzettellieder“ hochdifferenzierte Betrachtungen über Trauer, Leben und Sterben von uns Menschen, so will „composition no. 79 (Kinder)“ diese Betrachtungen erweitern durch einen genauen und exklusiven Blick auf die Anfänge eines jeden menschlichen Lebens – die Kindheit. Der Komponist sagt zu seinen Beweggründen zur Komposition: „Wir leben und wir sterben alle, individuell, beides gehört zum Menschen. Aber Kinder sind unser aller Zukunft. Wenn der Mensch überhaupt im Universum Bedeutung hat dann haben die Schlüssel dazu immer jeweils vor allem oder gar nur die Kinder der jeweiligen Generation. Das ist eine unumstößliche, ja geradezu banale Tatsache.“

In der formalen Anlage von „composition no. 79 (Kinder)“ klingt umrisshaft die Struktur der antiken Rhetorik durch, nur werden hier beispielsweise die Teile „Exordium“ und „Conclusio“ der Rhetorik musikalisch als „Fantasie“ und „Coda“ bezeichnet. Dazwischen liegen die Erzählungen („narratio“) Nr.1 bis Nr.3 sowie die beiden Erinnerungen, an welche dann die knappe Coda anschließt.


„basalt“ von 1993 ist ein freier Zyklus von Flötenstücken, in welchem verschiedene Typen der heutigen Konzertflöten zum Zuge kommen. Die einzelnen und im Ausdruck unterschiedlich gestalteten Kompositionen entstanden in einem längeren Zeitraum und repräsentieren damit verschiedene Stile und Arbeitsweisen des Komponisten. Sie legen sich in der Stückfolge so „übereinander“ wie Basaltschichten, die aus Abkühlungsprozessen vulkanischer Aktivitäten der frühen Erdgeschichte entstehen und vergangene Umwelten wieder sichtbar machen.


„composition no. 80 (la viola)“ von 2019 schließt atmosphärisch an die anfangs gespielten „NachtStücke“ an. Wie diese eher lyrisch angelegt finden sich hier jedoch unregelmäßig heftige, aber kurze Ausbrüche in der Musik. Wir lauschen Zwiegesprächen zwischen der Zeit und der Nicht-Zeit, zwischen Raum und Nicht-Raum und hören die Klänge des „Zwischen“. Ortlos und zeitlos: Das sind wir, wir Menschen. „composition no. 80 (la viola)“ ist die Frage nach unserm „wo“ und dem „wohin“ ... sie ist heute aktueller denn je.

07.11.19 | 13.11. Kempen: PerformanceKonzert

Mittwoch, 13. November 2019
19.00 Uhr
Paterskirche Kempen (Kulturforum)

„DAS ENDE DER WELT“
„composition no. 73 (popol wuj)“
von Erwin Koch-Raphael (2013)

Näheres dazu:
Hier unter Aktuelles/Projekte/Maya

Rezitation und szenische Darstellung aus dem popol wuj der Maya und dem Bericht von Las Casas

Ausführende:

Dietmar Sander – Bariton
Juliane Busse – Klavier und Konzeption
Schüler*innen des
Gymnasium Thomaeum Kempen - Rezitation und Darstellung

Kooperation des Kulturamts der Stadt Kempen und des Gymnasium Thomaeum

13.09.19 | Neue Komposition

Neue Komposition Konzert für Klavier und Orchester Nr.2

... über Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488

Dauer: 18 Minuten

Besetzung:
1 Fl., 2 Klar.,2 Fg.,2 Hrn.
Perc (Gr. Tr., Tamtam, Tomtoms)
Soloklavier
Streicher (8fach geteilt)

02.02.19 | Neue Komposition für Ensemble

Neue Komposition für Ensemble"composition no. 80 (la viola)"

... für Angelika

Begonnen: 8. Januar 2019 in Bremen
Beendet: 29. Januar 2019 in Bremen
Spieldauer: 8 Minuten

Besetzung:

Viola, Sopran, Bassflöte, Bassklarinette, Percussion, Violine, Violoncello, Klavier


Kommentar

Zeit & Nicht-Zeit. Raum & Nicht-Raum. Zwischen.
Ortlos. Zeitlos.

Menschen. Wir. Wo? Wohin?

Aber diese Musik braucht keinen Kommentar. Sie spricht klar.
Von uns.
Zu uns.

A.Q.



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