Handwerker und Händler in Kaiseraugst


Vase aus Kaiseraugst

Güteraustausch zwischen Nord und Süd im römischen Reich

Im ganzen römischen Reich fand ein ständiger, gut organisierter Handel statt, insbesondere zwischen den nördlichen und den südlichen Provinzen. Vom Süden wurden vor allem haltbare Lebensmittel wie z. B. Datteln, Oliven, Fischsoße und Wein in den Norden transportiert. Aber auch Steine und Metalle brachte man nach z.B. Augst.

Aus den nördlichen Provinzen Roms wurden Hölzer, Räucherschinken und Salz in den Süden exportiert. Die Waren wurden meistens auf dem Wasserweg befördert.

Handel, Handwerk und Gewerbe in Kaiseraugst

Glaswaren aus Kaiseraugst

Viele Handwerksbetriebe, deren Erzeugnisse ganz oder in Resten im Boden erhalten geblieben sind, sind in heutiger Zeit natürlich bekannt. Zu den verbreitetsten Handwerkersberufen gehören unter anderem: Metallgießer, Schmiede, Maurer, Maler und Töpfer. Beinschnitzer, Weber, Stoffhändler, Schuhmacher, Schreiner und Bäcker gehören zu den Berufen, deren Produkte leider nicht mehr erhalten sind. Die Großmetzgereien haben durch Räuchern das Fleisch haltbar gemacht. Mit kreisrunden Mühlen und Backöfen stellten die Müller Brot her.

Da man von den Betrieben, die mit Metall arbeiteten, einige gefunden hat, sind wir über diese gut informiert. Die Werkzeuge des Schmiedehandwerks wurden in Augst hergestellt. Außerdem wurde dort auch Altglas in Öfen geschmolzen und weiterverarbeitet. Auch von Knochenschnitzern hat man viele Schnitzereien gefunden, wie z. B. Löffel und Spindeln. Hornschnitzer machten aus Rinderhörnern Kämme und Becher. Töpfer stellten Eß- und Gebrauchsgeschirr her. Die Schreiner verrichteten Schreiner- und Zimmermannsarbeiten.

Als Zahlungsmittel dienten Denare, die oft gefälscht wurden. Diese goß man aus einer Blei - Zinn Legierung. Dinare als Währungseinheit gibt es heute noch.

Die Kaiseraugster Spezialität

1940 fand man südlich des Theaters sensationelleRäucherkammern. Räucherschinken, Würste und Speck waren sehr große Spezialitäten in Augst, die auch exportiert wurden.

Wo die Handwerkerquartiere lagen

Südlich des Hauptforums und auf den Hauptstraßen waren die Schmiedewerkstätten, Metzgereien und Hornschnitzereien. Andere Handwerksbetriebe lagen in Wohngebieten und hatten ein gemeinsames Quartier. Die wegen der Feuergefahr weitläufig angelegten Töpfereien und Ziegeleien befanden sich dagegen am Stadtrand.

Amphoren: Transportgefäße der Antike

Die Amphoren waren große Tongefäße aus rotem oder gelbem Ton mit zwei Henkeln an den Seiten (griech. Amphi = beide, beidseits) und wohl die bekanntesten Gefäße der Römerzeit. Sie waren Wegwerfpackungen und dienten hauptsächlich zum Transport von Wein, Olivenöl und Fischsoße. Die Amphoren hatten verschiedene Formen und wurden auf dem Flußweg transportiert.


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