Kapitel 34: Neurogenetik

34.1.3 Signalkaskaden und genetische Wirkgefüge

Der wissenschaftliche Wert der gezielten ektopischen Expression von Genen besteht auch darin, daß molekular definierte, dominant-negative Mutationen dazu genutzt werden können, interagierende Genprodukte zu identifizieren. Ein dominanter Phänotyp, der durch eine zweite ("second site") Mutation modifiziert wird (unterdrückt durch Suppressor-Mutation oder verstärkt durch Enhancer-Mutation), betrifft meistens Gene, die direkt oder indirekt in die Wirkung des ektopisch exprimierten Gens eingreifen. Ektopische Expression definierter Allele in Kombination mit Mutagenese ist daher eine sehr effektive Methode zur Identifizierung von Teilen eines Wirkgefüges und komplementiert die klassische Methode der Translokationsanalyse, bei der man Gendosiseffekte zur Bestimmung von epistatischen Beziehungen nutzt.

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