Kapitel 34: Neurogenetik

34.5.2 Einige wichtige Begriffe

Da die Entwicklung des Nervensystems genetisch kontrolliert wird und darüber hinaus die Funktionen der ausdifferenzierten Nervenzellen direkt von der Existenz spezifischer Genprodukte abhängen, kann es nicht verwundern, daß viele Mutationen auch Aspekte des Verhaltens betreffen; schließlich beruht das Verhaltensrepertoire eines Organismus auf der Leistungsfähigkeit seines Nervensystems. Deshalb ist heute nicht mehr die Frage, ob genetische Einflüsse auf das Verhalten bestehen, sondern vielmehr, wie spezifisch einzelne Mutationen Verhalten verändern können (neurogenetischer Ansatz), und in welchem Grad die verhaltensrelevante Heterogenität im Genpool einer Population vorkommt (populationsgenetischer Ansatz). Zwei Begriffe, "Heritabilität" (s. 25.2.3) und "angeboren", die immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen stehen, die um die genetischen Grundlagen des Verhaltens kreisen, spiegeln diese unterschiedlichen Fragestellungen wider.

Blättern Sie durch Klick auf die Pfeilköpfe