Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen & Friedliche Zeiten

PHASE 7: Schreibaufträge aller Art

Das Muschelessen

S. 109: ...und wir haben nur noch gehört, wie die Schalen geklappert haben, das Telefon haben wir gar nicht gehört, nur noch, wie die Schalen geklappert haben, als meine Mutter die Muscheln in den Müll geworfen hat, dann ist sie wieder hereingekommen und hat zu meinem Bruder gesagt, würdest du bitte den Müll runtertragen?“
Fahren Sie fort im Stile der Ich-Erzählerin in einem assoziativen Gedankenfluss. Bedenken Sie die kindlich-naive Perspektive, berücksichtigen Sie den Anfang der Erzählung.

S.103: In richtigen Familien hat man Verbote nicht nötig, hat mein Vater gesagt, und sie sind wirklich überflüssig gewesen, weil wir uns immer verstanden haben und wenn ich manchmal trotzig gewesen bin und gesagt habe, keineswegs, hat es von vorne angefangen und ...“
Fahren Sie fort.

Stellen Sie sich vor, die Ich-Erzählerin ist jetzt Mathematik-Studentin und die Vorsitzende der Aktionsgruppe Die Mathematik ist weiblich. Logarithmentafeln in Frauenhände“. Sie erzählt einer Kommilitonin, wie ihre Familiengeschichte sie dazu gebracht hat.

S. 18: Meine Mutter hat sich oft am Tag gleich mehrmals umgestellt und zu jeder Umstellung hat ein neues Gesicht gehört.“ Übertragen Sie dies auf die Ich-Erzählerin, auch Sie hat bestimmt viele Gesichter’. Lassen Sie die Tochter über ihre Umstellungen erzählen.

Friedliche Zeiten

S. 77: “wir wußten es jedesmal wieder, daß sie es ernst meinte, also warteten wir, daß sie nicht wiederkom-men würde, und ich überlegte manchmal, wie es danach weitergeht ...”
Fahren Sie fort im Stile der Ich-Erzählerin in einem assoziativen Gedankenfluss. Bedenken Sie die kindlich-naive Perspektive, die Sehnsüchte und Wünsche des Mädchens.

S.81: Ein Kinobesuch
Stellen sie sich vor, Sie sind sieben oder acht Jahre alt und sehen mit Ihrem Vater oder großen Bruder/ gro-ßer Schwester den Film Titanic” (oder einen ähnlichen Film). Der Titel des Filmes sagt Ihnen nichts oder ist schon wieder vergessen. Geben Sie dieses Filmerlebnis aus der Kindersicht wieder.
Nennen Sie den Filmtitel nicht, verfremden Sie den Erlebnisbericht auch, indem keine Namen, weder von Schauspielern noch von Filmhelden genannt werden.
Denken Sie immer daran, deutlich zu machen, was das Gesehene und Gehörte bei Ihnen bewirkt.

S.100: Scheiden tut weh?! Die beiden Mädchen beobachten die Elternbeziehung (Krieg”) und suchen nach einer Lösung: Sollen die Eltern sich scheiden lassen? Was heißt überhaupt sich scheiden lassen”? Wer hat etwas davon?
Verfassen Sie einen Dialog der beiden Töchter, abends in Bett, nachdem die Mutter gerade wieder über ihr schweres Los geklagt hat.

Jetzt wird’s schwierig. Ausblicke in die Zukunft: Die Ich-Erzählerin studiert Psychologie an der Universität Heidelberg, entdeckt an ihrem Verhalten einige Dinge, über die sie sehr unglücklich ist, z.B. Verlassensängste in Paar-Beziehungen, und steckt gerade in einem großen Streit mit ihrem Freund (ihre Eifersucht ist die Ursache). Da sie den Freund unter keinen Umständen verlieren möchte, dieser aber telefonisch nicht erreichbar ist (Händi kaputt), versucht sie ihm in einem Brief die möglichen Gründe für ihr Verhalten zu erklären. Diese sieht sie im häuslichen “Ehekrieg” ihrer Jugend. Schreiben Sie einen solchen Brief.

  • Anhand dieser Auswahl von Schreibaufträgen bietet es sich an, die Unterscheidung zwischen "kreativem Schreiben" und "Gestaltendem Interpretieren" abzuklären! Siehe hierzu die Ausführungen zu "Produktive Schreibanlässe und Gestaltendes Interpretieren" im Literaturunterricht. Die Unterscheidung besteht hauptsächlich darin:
    • Kreatives Schreiben kann sich von den Vorgaben der Textvorlage weitgehend entfernen. Die Textvorlage hat dabei inspirierenden Charakter, im kreativen Schreiben findet eine ganz subjektive Reaktion auf das Gelesene statt ("Konkretisation"). Kreatives Schreiben sollte nicht mit Noten bewertet werden!
    • Beim Gestaltenden Interpretieren geht es darum, sich beim Schreiben eng an den inhaltlichen und stilistischen Vorgaben ("Leerstellen") des Ausgangstextes zu orientieren: Erzähl- und Figurenperspektive, Sprachstil, Handlungslinien. Im Gestaltenden Interpretieren muss ein umfassenderes Verständnis des Ausgangstextes erkennbar sein. Die Ergebnisse des Gestaltenden Interpretierens können Teil der Leistungsmessung sein!

  • Die Ergebnisse der Schreibarbeit wurden in einer zweiten Überarbeitungsphase in die Homepage der Schule (das "HöGy-Wiki") eingearbeitet. Denkbar ist natürlich auch ein Weblog als Schreib- und Präsentations-Medium, das über die Kommentar-Funktion auch Feedback-Optionen ermöglicht und dadurch interaktive Elemente enthält.

     


    Ohne etwas Werbung geht es nicht. Falls diese nicht ganz passt, bitte ich um Nachsicht.

    Dautels ZUM-Materialien: Google-Fuss