Vauban


Hauptwerke Vaubans:

Arras (Pas de Calais)
Bayonne (Aquitanien)
Belfort (Territoire-de-Belfort)
Besançon (Franche-Comté)
Bitche (Bitsch, Lothringen)
Breisach (Deutschland, Baden-Württemberg)
Colmars les Alpes (Alpes des Hte. Prov.)
Dünkirchen (Französisch-Flandern)
Entrevaux (Alpes-de-Haute-Provence)
Freiburg im Breisgau (Deutschland, Baden-Württemberg)
Fort Lagarde, Prats-de-Mollo-la-Preste (Languedoc-Roussillon)
Fort Libéria, Villefranche-de-Conflent (Languedoc-Roussillon)
Fort-Louis (Ludwigsfeste, Elsass)
Haguenau (Hagenau, Elsass)
Homburg (Saarland)
Huningue (Hüningen, Elsass)
Landau (Rheinland-Pfalz)
Lichtenberg (Elsass)
Luxemburg (Hauptstadt von Luxemburg)
Maubeuge (Département Nord)
Metz (Lothringen)
Festung Mont Royal (bei Traben-Trarbach/Mosel)
Neuf-Brisach (Neubreisach, Elsass)
La Petite-Pierre (Lützelstein, Elsass)
Phalsbourg (Pfalzburg, Lothringen)
Saarlouis (Saarland)
Saint-Martin-de-Ré (Île de Ré, Atlantik-Küste)
Sélestat (Schlettstadt, Elsass)
Strasbourg (Straßburg, Elsass)
Toul (Toul, Meurthe-et-Moselle)
Verdun (Lothringen)

siehe auch:
Vaubans Prè Carré

UNESCO-Weltkulturerbe "Festungen Vaubans"

 
  

Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban, auch Marquis de Vauban (* 1. Mai oder 4. Mai, getauft am 15. Mai) 1633 in Saint-Léger-Foucheret (Dept. Yonne); † 30. März 1707 in Paris), französischer General, Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich.


Hyacinthe Rigaud (1659 - 1743): Portrait Vaubans
Pastell, genannt "aux trois crayons" (drei Kreiden), 17. Jh.

Sébastien le Prestre, der spätere Marquis de Vauban, stammte aus bescheidenem burgundischem Landadel und wurde Anfang Mai 1633 in Saint-Léger-le-Foucheret bei Avallon als Sohn von Urbain le Prestre und Edmée Cormignolles geboren. Die Le Prestres wirkten als Notare und waren in der Land- und Fortwirtschaft tätig. Urbain le Prestre führte auf seinen Ländereien im nördlichen Morvan das dort bis dahin unbekannte Veredeln von Obstbäumen durch Pfropfen ein. Dorf und Herrschaft Vauban (Dept. Nièvre), nach der sich Sébastien le Prestre später nannte, hatte sein Urgroßvater Emery le Prestre erworben. Schon als Schüler im Kolleg der Karmeliter in Semur-en-Auxois zeigte der Junge eine große Begabung für Mathematik.

Im Alter von knapp 18 Jahren trat Vauban als Kadett in das Regiment des Prinzen Condé ein, ein Vetter von Ludwig XIV. und einer der führenden Köpfe der Fronde genannten Opposition des französischen Adels gegen die Krone. Hier machte Vauban erste Erfahrungen im Festungsbau. 1653 geriet er in Gefangenschaft, und Kardinal Mazarin selbst überzeugte den talentierten und vielversprechenden jungen Ingenieur-Soldaten zum Übertritt in die königliche Armee, in der er bis in die höchsten Positionen aufstieg.

1655 wurde der gerade 22-jährige Vauban zum "Ingénieur ordinaire du roi" ernannt. Im den folgenden Jahren leitete er erfolgreich Angriffe auf Montmedy, Gravelines, Ypern und Oudenaarde. 1663 erhielt er eine eigene Kompanie im Regiment der Picardie. 1676 wurde Vauban zum Feldmarschall, 1678 schließlich zum "Commissaire géneral des fortifications" ernannt, also Generalkommissar aller französischen Festungen. Den höchstmöglichen Rang in der königlichen Armee erreichte Vauban im Jahr 1703 als er nach der Rückeroberung von Alt-Breisach - der letzten Belagerung, an der der 70-Jährige aktiv teilnahm - zum Maréchal de France erhoben wurde. 1705 folgte die Aufnahme als Ritter in den exklusiven königlichen "Ordre du Saint-Esprit".

Vauban war seit dem 25. März 1660 mit seiner Kusine Jeanne d'Aunay, der Tochter des Baron d'Epiry verheiratet. Das Paar hatte drei Kinder: zwei Töchter und einen Sohn, der schon früh verstarb. Vauban war die meiste Zeit des Jahres im Dienst des Königs in ganz Frankreich und den angrenzenden Gebieten unterwegs. 1675 erwarb Vauban die Herrschaft Bazoches mit Dorf und Schloss unweit von Vézelay. Es wurde von ihm zum Landsitz für seine Familie aber auch zum technischen Hauptquartier mit einem eigens angefügten Atelierflügel ausgebaut.


Festung Belfort © Wikimedia Commons

Die zu Beginn des Jahres 1707 anonym publizierte und von Vauban an zahlreiche Freunde und politisch interessierte Bekannte verteilte Schrift "Projèt d'une dixme royale" (Projekt eines königlichen Zehnten], in der er eine Reform der vor allem für die Landbevölkerung drückenden Steuern vorschlug, brachte Vauban am Ende seines Lebens beim König in Ungnade. Am 30. März 1707 starb er in seinem Pariser Stadtpalais an einer Lungenentzündung und wurde am 16. April in der von ihm selbst als Familiengrablege an die Pfarrkirche Saint-Hilaire von Bazoches (Dept. Nièvre) angefügten Sebastianskapelle begraben. 1793 brachen Revolutionäre die Gruft auf und raubten die Bleisärge, um daraus Kugeln zu gießen. Bei Bauarbeiten in der Kirche fand man 1804 die separat bestattete Bleiurne mit Vaubans Herz. Sie wurde auf Veranlassung Napoleons I. nach Paris gebracht. Am 28 Mai 1808 wurde die Urne feierlich in den Invalidendom überführt. Das eigens geschaffene mächtige Grabdenkmal Vaubans in der östlichen Seitenkapelle bildet seither das Pendant zu einem Monument für Turenne in der gegenüberliegenden Kapelle, das schon 1800 auf Befehl Napoleons aufgestellt worden war. Vaubans Geburtsort Saint-Léger-le-Foucheret erhielt 1867 per Dekret Napoleons III. zu Ehren des Marschalls den Namen "Saint-Léger-Vauban".

Literarisches und wissenschaftliches Werk

In seinen 56 Dienstjahren hat Vauban, schon zu Lebzeiten mit dem Ehrentitel "Ingénieur de France" belegt, 33 neue Festungen geplant, für 160 Plätze über 400 Projekte geliefert und unzählige bestehende Festungsanlagen modernisiert. Er ist der eigentliche Schöpfer der "enceinte de fer", des eisernen Gürtels, mit dem Frankreich unter Ludwig XIV. seine Außengrenzen sicherte. Vauban gilt zu Recht als der bedeutendste Militärachitekt der Barockzeit. Als Soldat und Feldherr nahm er an 53 Belagerungen und 140 Gefechten teil und wurde mehrfach verwundet. Vor Maastricht führte er 1673 das Angriffssystem der Parallelen ein und erfand den Rikoschettschuss, den er 1697 vor Ath erstmals einsetzte. Als sein Hauptwerk gilt die Festungsstadt Neuf-Brisach/Neu-Breisach (Dept. Haut-Rhin).

Neben dem eigentlichen Festungsbau befasste sich Vauban mit Fragen der Stadtplanung, der Landwirtschaft, des Ackerbaus und der Viehzucht, des Wasser- und Verkehrswegebaus mit Schleusen, Kanälen und Aquädukten, darüber hinaus auch mit Statistik, Ökonomie, Steuerwesen und Finanzpolitik, Religion und Philosophie. Sein besonderes Interesse galt der Verbesserung der Lebensbedingungen für die ärmeren Schichten des Volkes. Ausdrücklich warnte er vor den ökonomischen Folgen der Verfolgung und Vertreibung der Hugenotten nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes. Vauban pflegte eine ausgedehnte Korrespondenz mit zahlreichenden führenden Geistesgrößen seiner Epoche, darunter die Minister Louvois und Colbert, oder Literaten wie Racine, Fénelon und anderen. Seit 1699 war Vauban Ehrenmitglied der französischen Akademie der Wissenschaften.

Vauban veröffentlichte wenige seiner Schriften selbst, legte aber in zahlreichen handschriftlichen "Mémoires" und Traktaten, darunter den 12 Bänden seiner als "Mes Oysivetés" (Meine Müßiggängereien) zusammengefassten Gedanken, die Grundlage der unter seinem Namen gedruckten Publikationen. Ein Teil der "Oisivetes" wurde 1843-1846 in 4 Bänden publiziert; ferner erschienen nach seinem Tod unter Benutzung seiner Handschriften:

  • Traite de l'attaque et defense des places (1737, 2 Bände; neue Ausg. 1829 - deutsch als Der Angriff und die Vertheidigung der Festungen (hg. von Major de Humbert, 2 Bände, Berlin 1744)
  • Traite des mines (1737)
  • Traite des sieges (1747, neue Ausg. 1829)
  • Œuvres militaires (hrsg. von Foissac, 1793, 3 Bände)
  • Memoires militaires (hrsg. von Fave, 1847)
  • Memoires inedits du marechal V. sur Landau. Luxembourg etc. (hrsg. von Antoine-Marie Augoyat, 1841)

Vaubans 1707 anonym publizierte Schrift "Projèt d'une dixme royal" wurde zeitweise auch seinem Vetter Bois-Guillebert zugeschrieben.

 

    Text: Wikipedia (Version 9.7.08)
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im Detail:

weiter:

Webadressen: Les Fortifications de Vauban (frz.)
Association Vauban (frz.)

siehe auch:

 

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