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Spätmittelalter am Oberrhein:

Alltag, Handwerk und Handel

Maler und Werkstätten

1350 — 1525

Resümee: Ausstellung geht zu Ende
Aktionen im Landesmuseum
Ausstellungszyklus 2001 in Basel, Colmar, Freiburg, Karlsruhe, Strassburg, Bruchsal und Staufen
Zum ersten Mal haben sich neun kunst und kulturgeschichtliche Museen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden, in dem in einem Zyklus von Ausstellungen der Oberrhein als künstlerisches Zentrum von Weltgeltung präsentiert wird.

Seit dem Mittelalter ist der Oberrhein als Kulturlandschaft geprägt vom politischen, wirtschaftlichen und geistigen Zusammenwirken der benachbart liegenden Städte Basel, Freiburg, Colmar und Straßburg. In Verlauf des 15. Jahrhunderts wird diese Beziehung besonders eng. Die Region wird Anziehungspunkt großer Künstlerpersönlichkeiten. Der Kreis der hier tätigen Humanisten intensiviert den intellektuellen Austausch innerhalb der Region.

Nikolaus Hagenower: Bauer mit Schwein (Ende 15. Jh.). Musée d’Unterlinden, Colmar
Die Jahre um 1500 bedeuten für die Region des Oberrheins eine Epoche des Übergangs. In der bildenden Kunst begegnet der letzten Blüte der niederländisch geprägten Spätgotik eine erste Adaption der italienischen Renaissance, Theologie und Philosophie sind geprägt vom Humanismus, auf das von tiefer altgläubiger Frömmigkeit geprägte 15. Jahrhundert folgt alsbald eine entschiedene Bereitschaft, sich reformatorischen Ideen zu öffnen.

Noch vor dem Hintergrund mittelalterlicher Frömmigkeit und Reliquienverehrung ist das Ensemble romanischer und gotischer Goldschmiedekunst zu sehen, das in der Ausstellung des Basler Münsterschatzes gezeigt wird (Basel, Historisches Museum). Hans Baldung Grien und Hans Holbein d.J. kennzeichnen den hohen Anspruch, den die Region an die Kunst stellte; ihnen sind die Ausstellungen in Basel (Kunstmuseum) und Freiburg (Augustinermuseum) gewidmet. Das Unterlindenmuseum dokumentiert mit einer Präsentation der Werke von Jost Haller, welch hohes Niveau die oberrheinische Malerei bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts erreicht hatte.

Die Ausstellungen in Karlsruhe (Staatliche Kunsthalle und Badisches Landesmuseum) dokumentieren die Kultur des Spätmittelalters am Oberrhein in Kunst und Alltag. In Bruchsal (Schloss) wird ein Kapitel aus der Geschichte des Bauernkrieges aufgeschlagen, in Staufen (Keramikmuseum) besteht das Angebot, Geschichte aus Keramik zu lesen.

Das frühe 16. Jahrhundert bringt eine Zäsur: Straßburg und Basel öffnen sich der Reformation. Es ändert sich das Verhältnis zur sakralen Kunst: Heiligenbilder werden als „Götzenbilder" verdächtigt und schliesslich zerstört. Diesem Phänomen, dem Bildersturm, widmet sich die Ausstellung in Straßburg (Frauenhausmuseum).

Die Ausstellung wird unter der Adresse http://www.uml500-versl500.org auch im Internet vertreten sein. Die Badische Heimat wird sie in ihre digitale Enzyklopädie „Landeskunde am Oberrhein (Surfin’ Oberrhein)",  auch unter der Adresse www.spaetmittelalter-online.de.vu aufnehmen.
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