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Klimaskepsis - Symptom einer überforderten Gesellschaft

Harald Thielen-Redlich
Lehrer für Biologie und Chemie
09.11.2015



Klimaforscher Stefan Rahmstorf über die Auswahl von Talkshow-Gästen zum Thema: "Die Medien schätzen Menschen, die provokante Aussagen machen, auch wenn sie unbelastet von jeder Sachkenntnis sind. Jemanden einzuladen, der sich über viele Jahre wissenschaftlicher Beschäftigung mit einem Thema eine solide Reputation erarbeitet hat, ist dagegen vergleichsweise uninteressant, weil dessen Aussagen nicht kontrovers wären."

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Anthony Watts Widget wird von Klimaskeptikern gern zitiert: http://wattsupwiththat.com/widget

Stefan Rahmstorf kritisiert das Widget: http://www.scilogs.de


Inhalt



Vorwort - wie die Klimafrage unsere Gesellschaft überfordert



Die Grundlagen des anthropogenen Treibhauseffekts durch CO2 sind schon lange bekannt, und erste Spekulationen über die Folgen der antropogenen CO2-Emissionen durch den Nobelpreisträger Arrhenius sind schon über 100 Jahre alt:

"Joseph Fourier speculated on the greenhouse effect in 1824,
John Tyndall demonstrated that CO2 absorbs infrared light in 1859,
Svante Arrhenius made the first quantitative estimate of global warming under increased CO2 in 1896."
[Barton Paul Levinson, aus dem Internetforum realclimate.org]
Nils Ekholm postulierte bereits 1901, dass die IR-Abstrahlung der Erde aus Luftschichten oberhalb der Wolken erfolgt - wo die Treibhauswirkung des Wasserdampfs kaum noch ins Gewicht fällt.
Hans Suess schließlich bewies die Aufnahme anthropogenen Kohlendioxids in den Ozean bereits im Jahr 1955.

Die physikalischen Grundlagen des anthropogenen Klimawandels sind in der Fachwelt also längst unumstritten.

Auch die Temperatur-Messungen der letzten Jahre bestätigen die von der Klimaforschung gemachten Vorhersagen:


Bernd Herd programmierte dieses php-Programm: http://herdsoft.com/climate/widget/config.php

Es bezieht seine Daten aus folgenden Quellen:
globale Mitteltemperaturen: http://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v3/GLB.Ts+dSST.txt
Sonnenfleckenzahlen: http://sidc.oma.be/DATA/yearssn.dat
p(CO2): ftp://ftp.cmdl.noaa.gov/ccg/co2/trends/co2_annmean_mlo.txt
Die Daten werden durch das Programm automatisch monatlich aktualisiert.


Bei meiner Unterrichtsvorbereitung in Ökologie stieß ich Anfang der 2000er Jahre auf ein Problem. Die aktuelle Klimaforschung macht zwar eine klare Aussage: seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts ist eine globale Erwärmung messbar, und die menschengemachten CO2-Emissionen spielen hierbei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine bedeutende Rolle. Diese Aussage wird bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts (19. Jhdt.: 1801-1900!) intensiv diskutiert und mit immer besseren Modellen versucht man Prognosen. Mittlerweile hat sich aus der Diskussion ein weitestgehender Konsens herauskristallisiert.
Doch andererseits findet sich weltweit eine rührige Gemeinde von (fast ausschließlich fachfremden) Wissenschaftlern, Ingenieuren, Lehrern und wissenschaftlich mehr oder weniger gebildeten Laien, die sich öffentlich gegen diese Lehrmeinung stellen, und meist lautstark politische Konsequenzen fordern. Die Einheitlichkeit der Lehrmeinung sehen sie als Produkt einer wissenschaftlichen Inquisition, dahinter vermuten sie eine Verschwörung. Gerade weil sie sich gegen eine unbequeme Behauptung stellen, bietet ihnen das Web 2.0 eine Plattform mit überwältigender Resonanzfläche. Sie werden häufig als Klimaskeptiker bezeichnet, teilweise nennen sie sich selbst so.

Weil die Klimaskeptiker mit naturwissenschaftlichen Aspekten argumentieren, stellte sich für mich als Laien die Frage, wer denn nun recht hat.

Meine Recherche begann auf den Internetseiten von Ernst Georg Beck (Biologielehrer), Alvo von Alvensleben (Dipl.-Physiker) und Peter Krahmer (Physiklehrer); dort fand ich Verweise zu vielen, vielen anderen Quellen. In der Zwischenzeit hatte Herr Beck seine klimabezogenen Inhalte im Internet extrem verkürzt - man findet nur noch einen einschlägigen Buchtipp und eine Möglichkeit, seine Html-Schriften als CD zu bestellen. Von da her ist meine Reibungsfläche zu Herrn Becks Arbeit zwar nicht mehr "online". Er selbst ist 2010 verstorben, Krahmer bereits 2007. Ihre Schriften leben im Internet aber weiter, zigfach kopiert. Immer wieder stößt man auf neue Klimaskeptiker-Seiten.
Ich möchte dem Leser einen Überblick geben, auf welchen Feldern der Diskurs stattfindet und wie (nach meinem Verständnis) die Argumentation lautet. Natürlich kann ich bei der Fülle der Materialien niemals den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, diese Auswahl beschränkt sich fast ausschließlich auf deutsche Autoren. Mit der Aufbereitung kann ich freilich meine eigene Entscheidung Pro-Klimaforschung nicht verbergen - die Argumente sprechen für sich. Ausführliche Quellenangaben sollen dem kritischen Leser immerhin das Weiterlesen auf beiden Seiten ermöglichen.

Ich hoffe, dem Leser durch einen direkten Vergleich unter möglichst vielen Aspekten die allgemeine Verunsicherung nehmen zu können, die bei diesem Thema vielfach geschürt wird und die ich bei meinen ersten Recherchen zeitweise selber empfand.
Wer denn nun Recht hat - das kann ich als Laie nicht endgültig entscheiden. Dies ist kein klimatologischer Übersichtsartikel, sondern eine Materialsammlung von einem Lehrer für Lehrer und interessierte Laien - auch gerne für sogenannte "Entscheider". Nur halte ich persönlich die Konsequenz der weltweiten Politik, im möglichen (gleichwohl wie ich denke absolut unangebrachten) Zweifel gegen Klimaschutz, Umweltschutz und Ressourcenschonung zu entscheiden, bei mangelnder Einsicht für grob fahrlässig (auch dafür, dass man sich nicht ausreichend informiert hat), andernfalls für ein bewusstes, kapitales Verbrechen an den kommenden Generationen und der gesamten Biosphäre.

Die Menschheit hat wohl noch nie ein Forschungsobjekt gekannt, das derartige Interessenkonflikte hervorruft, sich aber gleichzeitig einer leicht nachvollziehbaren Erkenntnis entzieht - und das trotz eines nie vorher gekanntem Flusses an Information. An der Rat- und Tatenlosigkeit der Politiker zeigt sich, dass unsere Gesellschaft mit der Informationsflut überfordert ist - was weniger an der Menge liegt, sondern mehr an der mangelnden Urteilsfähigkeit der meisten Leser und so mancher Medienautoren, die aber auch teilweise von sachfremden Interessen geleitet sind. So transportieren viele Medien klimaskeptische Thesen, wenn der Stoff Auflage bzw. Einschaltquote verspricht, oder auch im Interesse von Werbungskunden ist. So etwas passiert, wenn die aufgeklärte, demokratische Gesellschaft in ihrem Wohlstand immer unbeweglicher wird. Ein katastrophaler Mangel an naturwissenschaftlichem Allgemeinwissen tut sein Übriges - die sprichwörtlichen Rattenfänger haben leichtes Spiel.
Selbst die jüngste Geschichte scheint oft nicht mehr präsent. Die meisten Klimaskeptiker können tatsächlich Vielen weismachen, dass auch die Warnungen vor Wald- und Seensterben, vor Atomkraft und FCKW genau solche Alarmismen gewesen seien wie heute die Außendarstellung der Klimaforschung. Dass die Umweltschutzbewegung maßgeblich die Gesetzgebung beeinflusst und damit erfolgreich u.a. sauren Regen, Verseuchung mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen, Phosphatbelastung der Gewässer, weitere Ozonzerstörung u.v.m. gestoppt oder wenigstens vermindert hat, wird von ihnen verschwiegen. Umweltschutz ist immer noch in weiten Teilen der Bevölkerung verpönt. Dabei spielen viele Trendsetter unserer Gesellschaft eine unrühmliche Rolle - sie lassen sich allzu gern vor den Schlitten der Konsumwirtschaft spannen, wenn es (neben Tantiemen) Publicity verspricht. Viele Zeitgenossen legen gegen das vermeintliche Diktat ökologischer Korrektheit einen pubertär anmutenden Trotz an den Tag, à la "ich lebe klimaschädlich, na und?" Klar, dass eine konsumberauschte, ölverwöhnte Gesellschaft applaudiert, wenn man den Klima-"Moralaposteln" lautstark widerspricht. So wie es allgemein eh zum guten Ton gehört, bei jeder (ob passenden oder nicht passenden) Gelegenheit Menschen mit Gewissen als "Gutmenschen" zu diskreditieren. Die ökologische Skrupellosigkeit eines coolen PS-Protz-Piloten imponiert - und regt zur öffentlichkeitswirksamen Nachahmung an.
Wer dagegen versucht, mit seiner ökologischen Haltung Andere zum Nachdenken zu bewegen, wird umso kritischer beäugt. Das Problem ist dabei, dass man unterscheiden muss zwischen Vorbildanspruch und Haltung. Wer ökologisches Vorbild sein will, erhebt einen Anspruch, dem kaum jemand gerecht werden kann. Manchem geht es dabei leider mehr um Selbstverwirklichung (manchmal über Selbstdarstellung) als um die Sache. Wer dagegen eine ökologische Haltung zeigt, dem sagt man schnell nach, er erhebe den Anspruch, Vorbild zu sein - selbst wenn er das gar nicht tut. Genau das ist, was Viele davon abschreckt, selber eine ökologische Haltung zu demonstrieren: die Angst, sich in einer unhaltbaren Position zu exponieren. So gilt allgemein "lieber den Ball flach halten".
Die Ursachen für dieses irrationale Verhalten liegt in der Funktionsweise menschlicher Gemeinschaft - man orientiert sich am "Mainstream", denn gegen den Strom schwimmen ist schwer. Im Schwarm bestätigt man sich gegenseitig der Richtigkeit des eigenen Verhaltens - "die anderen machen es genauso wie ich, dann kann es doch nicht falsch sein". Wer als "Öko" da nicht im Schwarm mitschwimmt, macht scheinbar irgendwas falsch - wenn schon nicht in der Sache, dann doch mindestens 'mal im Sozialverhalten. Weil der Schwarm sich mittlerweile marktkonform verhält, wird dieses fatale Phänomen als "Schwarmintelligenz" schöngeredet.
Auch die Vorstellung, dass die Ölressourcen endlich sein könnten, oder dass die Geldmengenexplosion der letzten Jahre Probleme verursachen könnte, kollidiert heftig mit der vorherrschenden Wachstumsideologie. Sie verschlingt nicht nur gierig ökologische Ressourcen - selbst humane Ressourcen werden überfordert. Unter "Work-Life-Balance" verstehen manche demgemäß "volle Leistung bei der Arbeit - und in der Freizeit" (was natürlich meist beides mit hohem Ressourcenverbrauch gekoppelt ist).
Auch wenn immer mehr Menschen dämmert, dass etwas gewaltig schief läuft, es bleibt bei dem Gerücht "es fehlen realistische Alternativ-Konzepte" - und man wurschtelt lieber weiter wie bisher. Besser man macht nicht zu viel Wind um mögliche Probleme - da werden sich schon die Verantwortlichen irgendwann d'rum kümmern. Tun sie aber vielleicht doch nicht - oder wenn, dann vielleicht zu spät. (Eine Alternative gibt es aber immer noch: selbst machen!)

Was hat das nun mit Klimaskepsis zu tun?

Das Thema sind nicht allein die Fakten, sondern die Frage, wie die (skeptische) Gesellschaft mit den Fakten umgeht. Es zeigt sich, dass unsere Gesellschaft mit dem Thema völlig überfordert ist, und deshalb ist das Thema in Nicht-Fachkreisen immer noch brandheiß. Warum sollte man sich aber in der Schule mit offensichtlichem Unsinn beschäftigen, über den die Fachleute nur den Kopf schütteln? Leider muss man viele Meinungsmacher und vor allem die Entscheider weltweit zu den Nicht-Fachleuten zählen - und sie folgen mit ihrem Nichtstun eher den Forderungen der Klimaskeptiker als denen der Klimaforscher, von Lippenbekenntnissen abgesehen. Und hier beginnt die Relevanz dieser Arbeit: die Klimaskeptiker haben über die Medien und die Lobbies große Resonanz bis in die politischen Gremien, und so konnten sie bislang erfolgreich tiefgreifende Konsequenzen abwehren.
So durfte erst Oktober 2010 der weltweit bekannte Klimaskeptiker Fred Singer auf Einladung der FDP-Fraktion im Bundestag referieren, und eben dieser Vortrag wurde von der umweltpolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion Dött als "sehr, sehr einleuchtend" bezeichnet. Singer hat u.a. jahrelang für die amerikanische Tabakindustrie in seinem ThinkTank TASSC den Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Zigarettenkonsum systematisch geleugnet - und für diesen Skandal ist er einschlägig bekannt. Aber auch andere Politiker wie Wolfgang Clement oder Fritz Vahrenholt (SPD) fischen im klimaskeptischen Sumpf. Sigmar Gabriel und Hannelore Kraft (SPD) stehen traditionell für das Festhalten an der "Kohleverstromung".

Doch nicht nur in der Lobby wird die politische Zukunft entschieden - auch an den Stammtischen. Vor allem dort konnten Klimaskeptiker die Meinung verbreiten, dass möglicherweise alles nur Panikmache sei, mit der die Bürger 'mal wieder irgendwie abgezockt werden sollen. Peter Altmaiers Strompreisdebatte ist nur ein Beispiel. Die politische Panik nach Fukushima reichte immerhin dafür aus, eine sehr atomkraft-freundliche deutsche Regierung zur Abkehr von der Atomwirtschaft zu bewegen. Diesen Druck haben die Klimaskeptiker in Klimafragen bisher verhindern können - weil ein potentieller Klima-GAU naturgemäß auf sich warten lässt. Im Herbst 2013 wurde in den Verhandlungen zur großen Koalition sogar eine Energie-Kehrtwende eingeleitet.
Unsere öl-abhängige Gesellschaft ist in diesem Thema noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt: wer könnte denn irgendwie aus Klimapolitik Vorteile schlagen, wer könnte benachteiligt sein, wer ist überhaupt schuld etc.. Und wem bitte soll man unbequeme Konsequenzen verkaufen, wo der Klimawandel noch gar nicht so richtig weh tut - wenn er denn überhaupt stattfindet? Solche und ähnliche (für eingefahrene Gesellschaften mit ihren zahlreichen Pfründen symptomatische) Motive verhinderten schon so manche effektive Gefahrenabwehr. Es muss immer zuerst etwas Schlimmes passieren, bevor der Mensch Gegenmaßnahmen trifft. Und es darf niemandem weh tun - dann lieber riskieren, dass es nachher allen weh tut.
Vor diesem Hintergrund ist auch den Klimaforschern die sich abzeichnende Gewissheit eines Klimawandels unbequem: sie haben sich großteils nicht getraut, dem Risiko angemessen Alarm zu schlagen und sind bei ihren Prognosen bisher (2014) eher konservativ geblieben. Die ersten Folgen des Abwartens und Zögerns der weltweiten Politik sehen wir aber möglicherweise schon jetzt. Die aktuelle Entwicklung liegt im Erwartungsbereich des IPCC - trotz geringerer Sonnenaktivität bleibt der Trend zur Erwärmung ungebrochen. Nur La-Niña-Ereignisse und große Vulkanausbrüche sorgen für kleine Ausreißer der T-Kurve nach unten. Wie vorhergesagt nimmt zwar nicht unbedingt die Anzahl, wohl aber die Heftigkeit von Extremstürmen zu; unnormal anhaltende Dürren, Regen-, Sturm und Kältewellen lassen sich auf veränderte Jet-Streams zurückführen. Wann schließlich Überschwemmungen und Dürren - gepaart mit Knappheit konventioneller Energien - bei zunehmender Bevölkerung zu Aufständen, Kriegen und massenhafter Migration führen, diese Frage scheint man weiter abwarten zu wollen. Der arabische Frühling und ein Teil der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer sind nur erste Anzeichen dafür, was steigende Nahrungsmittelpreise auslösen können. Die Syrienkrise ist zwar nicht auf Klimaprobleme zurückzuführen, ist jedoch ein anderes Ergebnis einer verfehlten Ressourcenverteilungs-Politik. Russland und die USA wären längst nicht so mächtig, wenn sie nicht die Haupt-Dealer der Drogen Öl und Gas wären.

Wissenschaftler sind manchmal diejenigen, die in ihrem Kulturkreis liebgewonnene, althergebrachte Konzepte in Frage stellen müssen. In Frage steht schlicht der ganze erdölbasierte Lebensstil. Das ist für fast alle Menschen, die sich Öl leisten können, zunächst unbequem. Seit vielen Jahren winden sich die Politiker daher weltweit um Entscheidungen. Angesichts eines immer klarer werdenden Konsens unter den Wissenschaftlern ist dies ein erschreckendes Zeugnis über die mangelnde Handlungsfähigkeit unserer Staatswesen - auch und gerade der "aufgeklärten" westlichen Demokratien.

Ich verweise auch auf die medienkritischen und biographischen Aspekte im Anhang, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin.
Für sachliche, konstruktive Anregungen oder Hinweise auf Fehler bin ich dankbar.


Übersicht der Streitfragen

Die m.E. aktuelleren Streitfragen sind mit vorangestellten "*" markiert.

Streit über Phänomene

Wärmeinseln
Validität der Temperaturmessungen
**seit dem Rekordjahr 1998 macht GW eine Pause
Temperaturtrends auf dem Hohenpeißenberg (Allgäu)
***Rekordwinter 2009/10/11/12
**Gesamtbilanz der Eisschmelze
Meeresspiegel
*Relation geologische/ anthropogene CO2- Emission
*paläoklimatischer Zusammenhang p(CO2) und T
*p(CO2) und T: Ursache und Wirkung heute
*Trägheit des Ozeans und Rückkopplungseffekte
T-Entwicklung im 20. Jahrhundert
T-Entwicklung im 2. Jahrtausend
**so warm wie befürchtet war es noch im Mittelalter
T seit der Antike
**Hockey-Stick-Affäre
Eem-Zeit (vor 120.000a)
Fluktuation der antarktischen Eisbedeckung (seit 4 Mio a)
CO2-Daten der letzten 180a
CO2-Eisbohrkerndaten der letzten 800.000a

Streit über Ursachen

Solareinstrahlung
*T-Antrieb der letzten 750a: Eisbohrkerndaten aus dem Altai
Sonnenwindtheorie
neue Datenauswertung für Sonnenwindtheorie
CCN-Bildung im Experiment
paläoklimatische Daten
es gibt eine Treibhauswirkung der Atmosphäre
**CO2 ist ein relevantes Treibhausgas
Quantität der IR-Reflektion
Mechanismus der IR-Reflektion
*Rückkopplungswirkung von Wasserdampf

Streit über Konsequenzen

Entwicklung p(CO2)
T-Modell
Bestätigung des T-Modells des IPCC durch Beobachtung
***Kaltzeit kommt
**die schwache Sonne gibt uns eine Bedenkzeit
*Wetterextreme
p(CO2)- Zunahme steigert Primärproduktion
Anpassung globaler Ökosysteme an Klimawandel
Aufforstung als Gegenmaßnahme
CO2-freies Kraftwerk und CO2-Sequestrierung
Global Dimming

Pro und Contra - die Argumente im Einzelnen

Auch wenn die Argumente der Skeptiker hier in einer Tabellenspalte auftauchen: nicht alle skeptischen Argumente werden von allen Skeptikern geteilt.


Kriterium Argumente der Skeptiker Argumente der Klimaforschung

Phänomene

Es gibt aktuell weder globale Erwärmung, noch einen klaren Trend der CO2-Entwicklung, noch globale Eisschmelze, noch globale Meeresspiegelerhöhung, noch eine Häufung von Wetterextremen

Es gibt aktuell eine Zunahme atmosphärischen CO2, in der Folge globale Erwärmung, in der Folge globale Eisschmelze, globale Meeresspiegelerhöhung sowie eine Häufung von Wetterextremen

Wärmeinseln
T-Bodenmessungen in Städten seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dadurch verfälscht, dass die Städte zunehmend Wärmeinseln darstellten [Alvensleben 2002, Beck 2006] bei der Auswahl der Messstationen für die Klimamodelle hat man Wärmeinseln ausgelassen
[wikipedia/Kontroverse 2004, (Parker 2004, Peterson 2003)]
Validität der Temperatur-
messungen
"Die verschiedenen Meßdaten (Thermometer Erde, Ballon und Satellit) sind nachfolgend nochmals zusammengestellt und zeigen die Tatsache, daß im Mittel erdgestützte Messungen eine Erwärmung, Ballon - und Satellitenmessungen keine Erwärmung zeigen. ... Für die Zeit seit 1979 kann man die "globale Erwärmung" mit gutem Gewissen als ein Märchen bezeichnen. (siehe oben) Die Satellitenmessungen stimmen untereinander auf 0.02°C, mit Ballonsondenmessungen auf 0.03°C überein, und sie zeigen nur einen minimalen Anstiegstrend (von 0.038°C pro Jahrzehnt) seit 1979, also in der Zeit, in der der steilste Anstieg des CO2 in der Atmosphäre zu verzeichnen war." [Beck 2006]
An dieser Stelle zeigt Beck die Bearbeitung einer Grafik, die aus einer Anhörung zum Thema im US-Repräsentantenhaus stammt [ein Hinweis auf eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift fehlt]:

[Michaels 1999]
  • Skeptiker verlassen sich lieber auf Strahlungsmessungen von Satelliten als auf Thermometer, sie präsentieren jedoch auch ausgewählte Stationen für ihre Theorie; in den letzten Jahren wurden jedoch immer wieder neue Temperaturrekorde aufgestellt
  • die Satellitenmessungen integrieren die Temperaturen der oberen Luftschichten, die aufgrund der verminderten IR-Abstrahlung der Erdoberfläche von der Erde weg abfallen - ein weiterer Hinweis auf die Wirkung der Treibhausgase [wikipedia/Kontroverse 2004, Fu 2004];
    • relevant für unser Klima sind ohnehin die Temperaturen am Boden
  • die verwendeten kurzlebigen Satelliten fallen pro Jahr 1,2km, was aber bei den Auswertungen bei Beck und von Alvensleben noch nicht berücksichtigt wurde; nach dieser Korrektur weisen die Daten einen Trend von +0,05K pro Jahrzehnt auf
[UBA 2004 32]

[wikipedia/Kontroverse 2004, (USCCSP 2006)]
seit dem Rekordjahr 1998 macht GW eine Pause
1998 war tatsächlich ein T-Rekordjahr, seitdem geht T zurück [oft gelesen in Presseberichten, Blogs, Newsgroups etc.; z.B. Robert Ellison in www.realclimate.org (http://www.realclimate.org/index.php/archives/2006/10/taking-cosmic-rays-for-a-spin/)] es gibt hier verschiedene Angaben:
(1) 1998 bleibt zwar laut MetOffice bis heute (2009) ein T-Rekordjahr, doch die Temperaturen verblieben seitdem auf hohem Niveau und GW geht weiter
(2) 1998 war laut NOAA nicht das wärmste Jahr: T steigt weiter, 2005 war wärmer

[Brohan 2006]
  • egal, ob 1998 den Rekord hält oder nicht - T-Rekordjahre sagen nichts über den mittelfristigen Trend aus, denn selbst in einer ansteigenden Temperaturreihe tauchen immer wieder T-Abweichungen nach oben auf, die viele Jahre lang unerreicht bleiben; der mittelfristige Trend bleibt immer noch steigend
  • eine Erklärung der momentanen Abschwächung des GW ist der momentan starke Eintrag von Wärme in den Pazifik durch eine PDO (dekadische Pazifik-Oszillation):
  • eine solche bewirkte erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine zwischenzeitliche Abkühlungsphase:

[JISAO 2013]
[Latif 2009]
Temperaturtrends auf dem Hohenpeißenberg (Allgäu)

Der Zoologe Josef Reichholf stellt auf einem Treffen der Hayek-Gesellschaft 2008 seine Interpretation von Temperaturdaten vom Hohenpeißenberg vor. Zum Darstellen eines Trends benutzt er eine Regressionsgerade.

Seine Konsequenz: "Prominente Vertreter des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) haben extreme Ideologien geäußert, wie die Notwendigkeit einer diktatorischen Weltregierung und 'gleiche CO2-Rationen pro Kopf für alle Menschen'. Der in Gang gekommene Kreuzzug gegen den Klimawandel stellt ähnlich wie im Spätmittelalter eine pseudo-religiöse Weltuntergangs-Wahnvorstellung dar; die politisch bereits praktizierten Methoden entsprechen einem 'Ablasshandel' und 'Flagellanten' bahnen den Weg in ein neues Mittelalter."

[Reichholf 2008]

Im Blog PrimaKlima wertet Georg Hoffmann die selben Daten ganz anders aus; er benutzt einen multi-dekadischen Filter zum Erkennen langfristiger Trends.

[Hoffmann 2008]

[ein Beispiel, das sich in der Unterrichtseinheit Statistik der gymnasialen Oberstufe sehr gut eignet]

Rekordwinter 2009/10/11/12/13/14/15
der Jahrhundertwinter in den USA und Europa zeigt: der Trend der globalen Erwärmung ist gebrochen; Schuld ist die schwache Sonnenaktivität
Der russische Solarforscher Abdusamatow, der Meteorologe Malberg und der Physiker Lüdecke vertreten diese Ansicht in:
[Odenwald 2010]
Die Strahlströme (Jetstreams), die früher für eine Bewegung der Hoch- und Tiefdrucksysteme in West-Ost-Richtung sorgten, sind durch die starke Erwärmung der Pole abgeschwächt und bilden immer stärkere, stabile Mäander aus. [Francis 2015]
Jetstream
[NASA 2015]
Dadurch ziehen die Drucksysteme viel langsamer und verursachen anhaltende extreme Wetterlagen. [Petoukhow 2010]
So wie bei uns im späten Winter 2012/13 lang anhaltend extreme Kälte herrschte, haben wir 2013/14 seit Wochen Herbstwetter mit einem Temperaturrekord zu Weihnachten. Dasselbe Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, das uns anhaltend Warmluft zuströmen lässt, bringt den westlichen USA klirrende Kälte. Genauso hielt sich Ostern 2015 tagelang Sturmwetter, das mit Orkan Niklas seinen Höhepunkt hatte. Auch die extrem anhaltenden Dürren in den USA, Russland und Australien der letzten Jahre sind so erklärbar.
Die thermische Energie, die die Jetsreams antreibt, fließt nun in die Drucksysteme: Orkane werden heftiger, zumal sie mehr Zeit über dem Meer haben, in der sie Dampfenergie aufnehmen.
Die aktuell sehr stabilen Windsysteme weiten sich oft zu sogenannten planetaren Wellen aus, deren aktuelle Entwicklung man hier live betrachten kann.
Als weiterer Grund wurde für den besonders kalten Winter 2009/10 schon das gleichzeitige Auftreten einer stark negativen Nordatlantischen Oszillation (-NAO) und El Nino diskutiert; diese Konstellation kommt nur alle 100-200a vor [Deutschlandfunk. Forschung aktuell.  27.09.2010]

[NOAA 2010]
aber: GW hält weiter an; entsprechend gab es andernorts extrem hohe Temperaturen, z.B. am 02.02. 7°C in Vancouver und 9°C in Godthaab/ Grönland [NOAA]
Die globale Januartemperatur 2010 lag 0,71K über dem Mittelwert der Jahre 1951 bis 1980. Nur der Januar 2007 war seit 1850 wärmer und der Januar 2002 genauso warm.
[Pomrehn 2010]
zur NAO siehe:
[IFM 2005]
Auch die folgenden Winter brachten starke Fröste, wobei die USA 2012 nicht so stark abkühlten. Auch ohne El Nino gibt es kontinentaleres Klima in Mitteleuropa, so wie es in den 90er Jahren vorhergesagt wurde. Immerhin liegt Mitteleuropa auf der geographischen Breite von Kanada - unsere vergleichsweise milden Winter gehen nicht nur auf die Meeresströmung vom mexikanischen Golf zurück, sondern auch auf eine warme Luftströmung - die nordatlantische Oszillation (NAO). Diese schwächt sich durch die Klimaerwärmung ab, bzw. kehrt sich zeitweise komplett um (negative NAO, -NAO). Die Bedeutung der negativen NAO ist mittlerweile (2012) weiter erforscht worden:
2010 vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung in Simulationen berechnet, hat das Alfred-Wegener-Institut 2012 diese Tatsache mit Messdaten bestätigt [Petoukhov 2010, Jaiser 2012, AWI 2012]. Der Wissenschaftsjournalist Wolfgang Pomrehn fasst die Erkenntnisse allgemein verständlich zusammen, Zitat:
"Die Erklärung der Bremerhavener geht so: Für gewöhnlich herrscht im Winter zwischen den hohen Breiten der Arktis und den weiter südlichen Gefilden des Nordatlantiks mit ihren Tiefdruckgebieten ein starker Luftdruckgegensatz. Dadurch können starke Westwinde vom Atlantik vergleichsweise warme Luft weit nach Mitteleuropa hinein transportieren. Anders sieht es aus, wenn über dem arktischen Ozean die Luft erwärmt wird. Warme Luft steigt nämlich auf und das ist gleichbedeutend mit niedrigem Luftdruck.
Eine solche Erwärmung findet nun statt, wenn die oben genannten Gewässer nördlich und östlich von Skandinavien großflächig eisfrei bleiben. Für gewöhnlich verhindert im Winter das Meereis, dass der Ozean die dann deutlich kältere Luft erwärmen kann. Doch derzeit fehlt dieses Eis und damit steigt die Tendenz, dass sich dort niedriger Luftdruck herausbildet. Zum Ausgleich dehnen sich über den benachbarten, sehr kalten Landmassen Nordskandinaviens und Nordwestrusslands Hochdruckgebiete aus, die Väterchen Frost bis vor unsere Haustüren fegen." [Pomrehn 2012]
Gesamtbilanz der Eisschmelze
in dem Maße, wie mancherorts das Eis schmilzt, entsteht es andernorts mindestens wieder neu; eine Netto-Abnahme ist nicht bewiesen [Alvensleben 2002, Beck 2006]
  • die Zunahme der antarktischen Eismassen ist auf höhere Verdunstung von Meerwasser zurück zu führen; hier gibt es Schmelze nur durch Eintauchen wachsender Gletscher in Meerwasser (globale Kühlfalle)
  • insgesamt nimmt die Eismenge stärker ab als zu 
[UBA 2004]
  • die Dicke des arktischen Eisgangs nahm in den letzten 30a um 40% ab
[Rahmstorf 2004]
  • auch die Antarktis schmilzt
[Dönges 2014]
Meeresspiegel
steigt nicht, sinkt sogar an einigen Stationen [Alvensleben 2002, Beck 2006] Der Permanent Service for Mean Sea Level am Proudman Oceanographic Laboratory (gehört zum britischen Natural Environment Research Council) veröffentlichte hierzu 2006 folgende Graphik:

[Jevrejeva 2006]
Relation geologische/ anthropogene CO2- Emission
  • gegenüber der natürlichen (geologischen) CO2-Emission ist die anthropogene durch Verbrennung fossiler Brennstoffe vernachlässigbar
  • allein der Ätna emittiert 35kt/d [das sind 1,3Mt/a]; aber auch an den Abtauchzonen wird Carbonatgestein ständig unter starker CO2-Emission thermolysiert

[Baier]

  • geologische Emissionen im Mittel: 300Mt/a
[Hards 2005]
  • Vulkanausbrüche rufen keine dramatischen Spitzenwerte von p(CO2) hervor

[Rahmstorf 2004]

  • => die jährlichen anthropogenen CO2 Emissionen sind mit 35Gt/a 100mal so hoch [IWR 2015]
  • wesentlich klimawirksamer sind die Aersol-Mengen, die Sonnenstrahlung abschirmen
paläo-
klimatischer Zusammenhang p(CO2) und T
  • da die Löslichkeit von CO2 in Wasser mit zunehmender Temperatur abnimmt (siehe Sprudelflasche), folgt p(CO2) generell T (mit einer deutlichen Verzögerung von ca. 800a)
  • aber nicht umgekehrt, denn Veränderung von p(CO2) ist ohne Bedeutung für die Treibhauswirkung
    [Beck 2006]
  • z.B.: p(CO2) stieg am Ende der vorletzten Eiszeit tatsächlich mit T,  und zwar mit einer Verzögerung von 800a
  • verstärkte jedoch den 5000a andauernden Trend der Erwärmung durch Rückkopplung [Rahmstorf 2004, Caillon 2003],
  • denn es ist ein wirksames Treibhausgas [Arrhenius 1896]
p(CO2) und T: 
Ursache und Wirkung heute
wie sonst auch: p(CO2) folgt T
[Alvensleben 2002, Beck 2006]
  • der Mensch emittiert CO2 durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, das nicht wieder im CO2-Kreislauf gebunden wird
  • die CO2-Lösung im Ozean ist nicht im Gleichgewicht mit der wassernahen Luftschicht, der Ozean ist untersättigt
  • der 14C-Gehalt in ozeanischem und im Luft-CO2 weist auf fossilen Ursprung, nicht auf Ausgasung aus dem Meer [Suess 1955, Quay 1992]
    • => das Meer fungiert derzeit als Senke und nicht als Quelle, der Zusammenhang ist also: p(CO2) folgt nicht zwangsläufig T; 1/6 der CO2- Senke ist unbekannten Ursprungs ("missing sink") [UBA 2004 24]
  • die aktuelle Erhöhung von p(CO2) kann nicht die Folge einer T-Erhöhung sein, denn sie zeigt nicht die Verzögerung von mehreren 100a [Rahmstorf 2004]
Trägheit des Ozeans und Rückkopplungs-
effekte
da eine Veränderung von p(CO2) keine signifikante Wirkung auf den globalen Wärmehaushalt hat, ist auch keine Rückkopplung durch Ausgasung von CO2 zu befürchten [Alvensleben 2002] Dass in den paläoklimatischen Proxydaten der Anstieg von p(CO2) dem von T folgt, wird von der aktuellen Klimaforschung gar nicht bestritten. Die Verzögerung von vielen 100a ermöglicht erst die Rekonstruktion der Reihenfolge der Ereignisse - denn auf den  Zeitskalen dieser Proxydaten sind wenige Jahre gar nicht aufzulösen.
Der aktuelle Anstieg von p(CO2) jedoch folgt jedoch nicht dem von T, denn
  • es ist keine auch nur im entferntesten vergleichbare Verzögerung zu sehen
  • der CO2-Strom ist z. Zt. noch umgekehrt (nämlich aus der Atmosphäre in die Ozeane), denn 
    • auf Grund ihrer enormen Wärmekapazität bei geringer Wärmeleitfähigkeit reagieren sie nur träge auf die Erwärmung der Atmosphäre (sie sind noch kalt genug)
    • p(CO2) ist hoch genug
Die Trägheit der riesigen ozeanischen Wassermasse mindert derzeit also sowohl die Steigerung von T wie die von p(CO2). Hierin liegen jedoch Gefahren: 
  • das ganze Ausmaß globaler Erwärmung wird erst deutlich, wenn die Ozeane sich auch erwärmt haben; dann jedoch bremsen die Ozeane eine eventuell einsetzende globale Abkühlung
  • das kalte Ozeanwasser kann jetzt noch viel von dem hohen atmosphärischen CO2-Angebot aufnehmen - doch mit steigendem T fällt die Aufnahmefähigkeit, und bei anhaltend steigender Wassertemperatur kommt es zur Verminderung der CO2-Aufnahme: p(CO2) wird (anhaltende anthropogene Emissionen vorausgesetzt) viel schneller ansteigen
  • schlimmstenfalls kommt es schließlich zur Ausgasung: je mehr p(CO2), desto höher T; je höher T, desto mehr Ausgasung, desto höher p(CO2), usw. => positive Rückkopplung des Treibhauseffekts
  • am Meeresgrund lagern riesige Vorkommen aus Methanhydrat; bei Erwärmen setzen sie das starke Treibhausgas Methan frei, das sich nicht in Wasser löst, sondern sofort in die Atmosphäre übergeht => positive Rückkopplung des Treibhauseffekts
T-Entwicklung im 20. Jahrhundert
Eine Korrelation von T und p(CO2) ist nicht erkennbar, denn in der ersten Hälfte des 20.Jhdts. gab es zwar Erwärmung, von den 40er bis 70er Jahren (zur Zeit der stärksten Emissionen) jedoch Abkühlung.
[Alvensleben 2002, Beck 2006]
Der Treibhauseffekt ist nicht der einzige klimabestimmende Faktor, weshalb es zwischenzeitlich zu einer Abkühlung kommen kann; der T-Trend nach oben ist aber unübersehbar [Rahmstorf 2004] und lässt sich mit Modellen nachbilden:

[Karl 2002]
T-Entwicklung im 2. Jahrtausend

Der Temperaturunterschied zwischen der mittelalterlichen Warmzeit (bisheriges 1000a-Maximum) und der Kleinen Eiszeit (1000a-Minimum) liegt im Bereich von 4,5°C. D.h. die bisherige gemessene Erwärmung ist im Vergleich zu den natürlichen Schwankungen gering. Die derzeitigen Temperaturen liegen noch weit unter denen des Mittelalters. [Beck 2006, Beck 2007]

Der Temperaturunterschied zwischen Maximum und Minimum der letzten 1000a wird vom IPCC 1990 im Bereich von 2°C geschätzt. [IPCC 1990]. McIntyre und McKitrick geben 2003 ein noch kleineres Intervall an: 1°C. Die aktuellen Temperaturen übersteigen bereits jetzt die bisherigen Maximalwerte des Mittelalters. [McIntyre/ McKitrick 2003]
[Die Kurven von McIntyre und McKitrick (sie zeigen das kleine T-Intervall von nur 1°C) finden sich bei Beck nicht weit unterhalb einer Darstellung mit einem T-Intervall von mächtigen 4,5°C, die als "Collage EGB 2003" mit dem Quellenhinweis "Quelle IPCC 1990 u.a." deklariert ist. [Beck 2006]]
so warm wie befürchtet war es noch im Mittelalter

Fritz Vahrenholt in einem Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung über die Besorgnis um die arktische Eisschmelze: "Gerade macht der Rückgang des Grönland-Eises wieder Schlagzeilen. Das mag zwar schrecklich sein und hat auch mit der Erderwärmung zu tun; doch jeder sollte wissen, dass wir vor tausend Jahren einen viel größeren Eis-Rückgang gehabt haben. Grönland war damals fast eisfrei. Erik der Rote hat dort Landwirtschaft betrieben und Brunnen angelegt, die jetzt wieder zum Vorschein kommen. Es hat immer wieder alle tausend Jahre solche Warm- und Kaltperioden gegeben. Deswegen sollten wir nicht so tun, als ob das Klima sich erst seit 150 Jahren verändert hat, nur weil wegen der Menschen das CO2 auf der Erde angestiegen ist."
[Vahrenholt NOZ 2012]

Die Klimageschichte weist zuletzt vor über 120.000a eine ausgeprägte Warmzeit mit +2°C und +6m Meeresspiegel aus (das letzte Interglazial, die Eem-Zeit). Diese Fakten decken sich mit dem Alter der untersten dauerhaft stabilen Eisschichten der arktischen Eisbohrkerne (>100.000a) (http://de.wikipedia.org/wiki/GRIP_(Bohrung)). Alles ältere Eis ist damals zumindest angetaut oder durch Schmelzvorgänge umgeschichtet worden (m.E. im besagten Interglazial). D.h. nicht im Mittelalter war die letzte arktische Totalschmelze, sondern mindestens 100mal früher. Im Mittelalter gab es also wohl Grünland - aber am Grund stabiler Gletscher. Mittlerweile werden durch die globale Erwärmung die mittelalterlichen Siedlungsreste freigelegt, also ist möglicherweise das mittelalterliche Temperaturniveau bereits erreicht. Bei völliger Eisschmelze der Arktis erreichen wir Temperaturen wie vor 120.000 Jahren - mit einem Meeresspiegelanstieg von 6m. Seit Beginn der Geschichtsschreibung gab es das nicht. Damals machten sich die ersten Menschen aus Afrika auf den Weg nach Norden.
[idw 2009]
T seit der Antike

diese Schwankungen sind (laut Bildunterschrift) DOE (Dansgaard-Oeschger-Events) [Beck 2007]

  • dass Beck eine derart glatte Sinusfunktion über einer nicht linearen x-Achse (um das Jahr 1000 halbiert sich die Schrittweite) aufgetragen hat, macht schon mehr als stutzig
  • DOE treten nur in Eiszeiten auf - also kann keine der beiden Periodendauern (weder die vor 1000 noch die nach 1000) richtig sein [http://de.wikipedia.org/wiki/Dansgaard-Oeschger-Ereignis]
Hockey-Stick-Affäre
die aktuellen Schwankungen liegen in der Größenordnung der natürlichen Schwankungen;
die flache Mann-Kurve des IPCC wertet die Proxy-Daten (Näherungen aus sekundären Naturerscheinungen) falsch aus (Warmzeit des Mittelalters und Kleine Eiszeit der Neuzeit fehlen)
[Beck 2006]
Tatsächlich ist die Hockeystick-Kurve nach Mann im flachen Abschnitt falsch;  die Korrektur findet sich bei [McIntyre/ McKitrick 2003].
Dennoch gibt es seit 100a eine Korrelation zwischen anthropogenem CO2-Ausstoß und der globalen Durchschnittstemperatur, die sich mit Hilfe der aktuellen Klimamodelle recht gut nachvollziehen lässt.
[UBA 2006]
Eem-Zeit (vor 120.000a)
die erdgeschichtlich erst kürzlich vergangene Eem-Warmzeit war einige Grad wärmer
[Horx 2007]
Die Temperaturen waren zwar in der Arktis deutlich höher als heute (wegen des geänderten Einfallwinkels der Sonnenstrahlung), aber die globalen Durchschnittswerte waren niedriger als heute.
[Rahmstorf 2007]
Immerhin lag damals der Meeresspiegel auch um 6m höher als heute, was bereits als Katastrophenszenario angesehen wird.
[idw 2009]
Fluktuation der antarktischen Eisbedeckung (seit 4 Mio a)
"Auch in den letzten 3,5 Millionen Jahren taute die Antarktis, wie der Jenaer Geowissenschaftler Lothar Viereck-Götte anhand von Bohrkernen herausfand, mehrmals auf und wieder zu."
[Horx 2007]
der vom selbst ernannten "Zukunftsforscher" und Verkünder des "Zukunfts-Optimismus" Horx zitierte Viereck-Götte sprach in seiner Veröffentlichung lediglich von einem periodischen Vorstoß und Rückzug des Eises von einem Punkt der antarktischen Schelfs;
zu der Verallgemeinerung von Horx, er habe damit ein Auftauen der ganzen Antarktis beschrieben, sagt Viereck-Götte, Horx habe seine "Ergebnisse falsch dargestellt";
zu den jüngsten Zeiten wärmeren Klimas (z.B. im Pliozän, vor 3 Mio a; Temperatur etwa 2-3°C höher als heute) war die Antartis noch eisbedeckt - der Meerespiegel lag jedoch auch um 15-25m höher als heute (das antarktische Eis würde den Spiegel sogar auf insgesamt 57m ansteigen lassen - so weit geht das Bedrohungs-Szenario des IPCC bei weitem nicht);
Horx rechtfertigte Rahmstorf gegenüber seinen Fehler damit, "er habe diese Information aus den Medien übernommen"
[Rahmstorf 2007]
CO2-Daten der letzten 180a
  • die Rekonstruktionen der atmosphärischen CO2-Werte aus Eisbohrkernmessungen sind falsch [Jaworowski 2003]
  • die CO2-Gehalte der letzten 180 Jahre lassen keinen eindeutigen Zusammenhang mit anthropogenen Emissionen erkennen, sondern eher mit der sonnenbestimmten Temperatur
  • der geologische Einfluss ist viel bedeutsamer als der menschliche, denn das Maximum um 1820 lässt sich durch einen Vulkanausbruch erklären
  • vor 180 Jahren lag der CO2-Gehalt nicht wie behauptet bei 280ppm, sondern höher als 450ppm; demnach ist er heute nicht höher als damals, sondern sogar niedriger [Beck 2007]
  • Becks erste Zeitschriften-Veröffentlichung zum Thema erschien in in Energy & Environment [Beck 2007/2]; zitiert wird dieser Artikel in Executive Intelligence Review (EIR) [Jaworowski 2007]

[Beck 2007]

Beck errechnet hier Mittelwerte von z.T. 180 Jahre alten chemischen Analysen verschiedener Labors, die nicht auf eine standardisierte Messmethode zurückgehen. Seine Kurve zeigt starke Fluktuationen, die keinen Zusammenhang mit der Temperaturkurve zulassen. Gleichwohl behauptet er: je mehr T (durch Solaraktivität), desto höher p(CO2). Hierbei stützt er sich allerdings auch auf Eisbohrkerne. Die Zuverlässigkeit der - je nach technischem Stand wechselnden - chemischen Methoden, die Becks Auswertung zugrunde liegen, ist stark diskussionswürdig: http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/05/beck-to-the-future/.

Die Werte des IPCC zeigen dagegen eine kontinuierliche Steigerung seit dem Beginn der Industrialisierung. Sie stützen sich vor allem auf paläoklimatische Daten, die aus zwei Eisbohrkernen (Vostok und EPICA; hier ist das Eis von Jahrtausenden aufeinandergeschichtet) gewonnen wurden. Sie lassen sich problemlos ergänzen durch die spektroskopischen Messungen der letzten 50a von Mauna Loa. Die Daten zeigen übereinstimmend, dass die Maxima der Schwankungen von p(CO2) zwischen Eis- und Warmzeiten seit 400.000 Jahren nicht über 300ppm lagen [McInnes 2007]. Die neueste Bohrung reicht über 3200m tief bis in 800.000a alte Eisschichten; dort setzt sich das Bild fort [Lüthi 2008]. Die Proxydaten aus Eisbohrkernen liefern für das Jahr 1860 zuverlässig ca. 280ppm CO2 [Rahmstorf 2004]

[Rohde 2006]

CO2-Eisbohrkerndaten der letzten 800.000a

Eisbohrkerne liefern generell zu geringe Werte, denn zu viel CO2 diffundiert vor der Messung aus der Probe

[Beck 2006, Jaworowski 2007]

[McInnes 2007]

[wenn das CO2 so hohe Diffusionstendenzen aus den Eiskammern hätte, wären die Unterschiede benachbarter Schichten nicht so gut konserviert und würden auch keine so deutliche Korrelation mit T aufweisen; tatsächlich zeigen sich in 800.000a alten Schichten vergleichbare Fluktuationen wie in den jüngsten Schichten; die Hypothese zu geringer Messwerte durch Diffusion ist also hinfällig]

Ursachen

höhere Temperaturen lassen sich durch die Fluktation der Sonnenaktivität erklären; der Antrieb durch die Emission von sogenannten "Treibhausgasen" ist zu vernachlässigen

die Fluktation der Sonnenaktivität ist zwar ein wichtiger Faktor in der Klimageschichte; seit Beginn der Industrialiserung herrscht jedoch der Treibhauseffekt als Antrieb vor: die T-Entwicklung seit den 70er Jahren ist schließt die Solaraktivität als einzige Erklärung für die globale Erwärmung aus

Solareinstrahlung

die Entwicklung der Solaraktivität seit dem Maunder-Minimum (kleine Eiszeit um 1600) korreliert mit der Entwicklung von T (und nicht mit der von p(CO2)):

[Beck 2007]

 

man beachte zunächst, dass die x-Achse bei Beck 2007 im Jahre 1970 endet;
an dieser Stelle zuerst noch einmal Bernd Herds Widget, weil es sich automatisch aktualisiert:

Diese Erkenntnisse sind nichts Neues, ein paar andere Aussagen zum Thema:

(1) Satellitenmessungen zeigen, dass die Temperaturzunahme seit Ende der 70er Jahre nicht mehr mit der (direkten) Sonnenstrahlung zu erklären ist:

[Solanki 2002]

(2) dieser bereits 2002 absehbare Trend hat sich mittlerweile verstärkt:

[McInnes 2012]

(3) Zahlen zur Solarstrahlung und Modellrechnungen:

  • im Jahr 2000 (Maximum im 11a-Sonnencyclus) war sie 0,07% stärker als 2006 (Minimum)
  • die aus Isotopenmessungen in Eisbohrkernen rekonstruierten Werte der Solarstrahlung verursachen im Klimamodell nur ein Fünftel bis ein Drittel der gemessenen Erwärmung seit dem 17. Jahrhundert; das Modell lässt allerdings die Effekte von UV unberücksichtigt

[Foukal 2006]

T-Antrieb der letzten 750a: Eisbohrkerndaten aus dem Altai
Die Sonne hat mehr als 50% Anteil am Antrieb der Temperaturentwicklung, auch in jüngster Zeit, das zeigen auch Eisbohrkerndaten aus dem Altai-Gebirge, so der US-Abgeordnete Inhofe in seinem Blog [Inhofe 2009] Die Autoren der Studie stellen fest, dass sie hier von Inhofe falsch zitiert werden. Tatsächlich zeigen ihre Daten, dass der Solarantrieb bis vor 150 Jahren dominiert hat; die Entwicklung seither zeigt dagegen einen zunehmend dominierenden Antrieb von p(CO2) [Eichler 2009]
Sonnenwind-
theorie
  • kosmische Strahlung entsteht bei einer Supernova, dem Vergehen eines kleineren Sterns
  • die Sonne sendet permanent elektromagnetische Strahlung (Sonnenwind) aus; diese Strahlung erzeugt ein magnetisches Feld (Heliosphäre), das das Eindringen kosmischer Strahlung in unser Planetensystem vermindert
  • die Sonnenaktivität ist nicht kontinuierlich; bei Auftreten von Sonnenflecken mehr, sonst weniger
  • je höher die Solaraktivität, 
    • desto höher die Schutzwirkung der Heliosphäre vor kosmischer Strahlung, 
    • desto geringer die kosmische Strahlung und damit die Wolkenkeimbildung,
    • desto geringer die Wolkenbildung, 
    • desto wärmer die Atmosphäre
[Svensmark 2001]
Entwicklung der 10Be-Konzentration in Eisbohrkernen als Maß für Intensität kosmischer Strahlung:

[Schmitt 2002 (Lockwood 1999)]
vermutete Ursache: Entwicklung der Heliosphäre
[n.b.: Verstärkung der Heliosphäre zwischen 1940 und 1965, trotzdem Abkühlung:]

[Schmitt 2002 (Solanki 2002)]
[n.b.: höchste Sonnenfleckenzahl 1955 trifft mit zusammen mit T-Trendwende:]

[Reid 1999]
frühe Hinweise: die Sonnenfleckenzahl des sog. Maunder-Minimums führte zur kleinen Eiszeit:

[Schmitt 2002]
  • diese Theorie wurde bis 1994 in der Klimadebatte als seriöses Argument angesehen (die Konsequenz wäre: Klimaerwärmung ist nicht anthropogen)
  • die Messergebnisse der folgenden Jahre falsifizierten diese Theorie allerdings
  • die Änderung der Kondensationskeim-Konzentration in der Atmosphäre ist ohnehin nicht relevant, weil immer im Sättigungsbereich (d.h. zusätzliche Keime verursachen keine zusätzliche Kondensation)
  • kurzfristige Fluktuationen der kosmischen Strahlung korrelieren nicht mit der Wolkenbildung, die Bildung von Wolken aus Keimen müsste jedoch ? unmittelbar erfolgen
  • wäre der Effekt so bedeutsam, müssten die 11a-Cyclen der Sonnenaktivität viel deutlichere Auswirkungen auf die Temperatur haben [Rahmstorf 2004, Kristjansson 2002]:

[Benestad 2002]
  • die Temperaturerhöhung ist vor allem in den Nachtstunden zu messen, was mit einem erhöhten Treibhauseffekt sehr wohl, mit verringerter Wolkenbildung aber nicht zu erklären ist
  • => Effekt ist gegenüber Treibhauseffekt zweitrangig
[Rahmstorf 2004, Kristjansson 2002]
  • rechnet man die Strahlungswerte von Sonne und Kosmos in die Klimamodelle mit ein (Rekonstruktion aus Isotopendaten), dann ergibt sich eine gute Rekonstruktion der letzten 1000a [Rahmstorf 2004/2]:

[Rohde/2]
Die Anteile der wichtigsten Effekte in den Klimamodellen und die Übereinstimmung mit der Realität zeigt folgendes Bild:

[wikipedia/Kontroverse 2004, (Rohde, Meehl 2004, Jones 2003)]
Die neuen Modelle am PIK simulieren das Klimageschehen in der kleinen Eiszeit auch ohne großen Einfluss der Sonnenvariabilität:
Zitat: "Key Points
  • Large TSI variations are inconsistent with the climate record
  • TSI was only moderately reduced during the Maunder Minimum
  • Solar activity was not the dominant driver for the Little Ice Age"

  • [Feulner 2011]
neue Datenauswertung für Sonnenwind-
theorie
2003 wurden Satellitendaten von Marsh und Svensmark für eine neue Studie korrigiert => mit der Korrektur ergibt sich eine sehr gute Korrelation:

[Gray 2005 55 (Marsh 2003)]
"Subject to the above caveats and those described in the text, the CRF "[cosmic radiation flux]"/climate link therefore implies that the increased solar luminosity and reduced CRF over the previous century should have contributed a warming of 0.47 ? 0.19°K, while the rest should be mainly attributed to anthropogenic causes. Without any effect of cosmic rays, the increase in solar luminosity would correspond to an increased temperature of 0.16 ? 0.04°K."
[Shaviv 2005]


[NOAA 2006]

[http://www.spaceweather.com/java/archive.html]
  • in einem Review-Artikel des Hadley Center (Herausgeber: das britische Met Office) werden Svensmarks Auswertungen der Daten ebenfalls nicht anerkannt:
"More recently, the available ISCCP-D2 data has been increased, extending the time series over which the correlation can be calculated. Marsh and Svensmark (2003) analysed the ISCCP-D2 data extended to September 2001 and found that the correlation was weakened. They argued, however, that there was an inter-calibration problem with the ISCCP cloud data between September 1994 and January 1995, in the absence of a polar satellite, and suggested a correction (figure 5.4).
Whether this correction is appropriate is important. HS99 [eine Veröffentlichung von Svensmark 1999] pointed out that there were calibration issues with the ISCCP data and therefore that it should only be used for short periods for correlation studies. This comment was influenced by the work of Kernthaler et al (1999) and (Brest et al, 1997), following calibration difficulties with the ISCCP data through the use of three different polar orbiters. Transitions were identified in earlier ISCCP-C2 data at the change from one satellite sensor to another (Klein and Hartmann, 1993). This was the reason for the short period of comparison from 1985 to 1988 used by Kernthaler et al (1999), during which there was consistent calibration from the use of a single polar-orbiting satellite.
Since then, Robinson (2004) has argued that detailed analysis of ISCCP thermal infra-red data reveals sensor noise, as well as navigation and calibration errors. Systematic brightness temperature differences between early geostationary and polar orbiting satellites of 2 to 5K have been found, which have implications for the accuracy of ISCCP D2 data products. Robinson (2004) points out that the loss of the NOAA-11 reference polar orbital satellite, may explain the ISCCP-D2 anomaly (September 1994- January 1995), highlighted by Marsh and Svensmark (2003)." [Gray 2005]
  • das Hadley Center kommt zu dem Schluss:
"Taken together however, it is not possible to say that variations in clouds are linked to cosmic rays or even that the cosmic ray-cloud correlation has ion-induced particle formation as its physical cause." [Gray 2005]
Stefan Rahmstorf resümiert, dass die zahlreichen T-Rekorde der letzten Jahre einen signifikanten Zusammenhang mit Svensmarks postulierten Sonnenwind-Effekten ausschließen.
[Rahmstorf2012]
Zudem spiegeln die Kurven nur die Sonnenzyklen wieder, deren geringe Klimawirksamkeit bereits gezeigt wurde.
CCN-Bildung im Experiment
in einer Gaskammer kann man mit simulierter kosmischer Strahlung CCN (cloud condensation nuclei) erzeugen [Svensmark 2001]
paläoklimatische Daten

zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität (über Sonnenwind) und T:
"If so, the multitude of empirical observations favours celestial phenomena as the most important driver of terrestrial climate on most time scales, but time will be the final judge" [Veizer 2005]
Die Datenlage ist dürftig und erlaubt keine eindeutige Aussage; die Auswertung der wenigen Daten ist umstritten [Gray 2005, Kommentar von Rasmus Benestad in www.realclimate.org (http://www.realclimate.org/index.php/archives/2005/05/on-veizers-celestial-climate-driver/)].
es gibt eine Treibhauswirkung der Atmosphäre

Ein Körper kann sich nicht durch von ihm selbst abgestrahlte Energie erwärmen. Die IR-Satellitenbilder der Erde beweisen: die Erde strahlt IR ungebremst ab, einen Treibhauseffekt gibt es also nicht.


Zitat: "Sie wissen [...], dass kein Körper sich mit der von ihm selbst abgestrahlten, mit der ihm innewohnenden Energie erwärmen kann. [...] Sie haben mit Sicherheit schon Infrarotaufnahmen, Wärmebildaufnahmen von Satelliten gesehen, die die Erdoberfläche fotografiert haben, und die ja nur deswegen gemacht werden können, weil die Wärmestrahlung der Erde nicht abgefangen wird in etwa 6km Höhe, sondern ungehindert ins Weltall entweichen kann. [...] Und das alles [gemeint sind unbequeme politische Maßnahmen für den Klimaschutz] tun Sie [...] im vollen Bewusstsein, dass sich am Wetter als solches nie etwas ändern wird; [...] eine Klimakatastrophe als solche ist theoretisch absolut unmöglich." [Thüne 2008]

[Bei konstanter Temperatur ist die Erde in einem Strahlungsgleichgewicht mit ihrer Umgebung - sie strahlt so viel Energie ab, wie sie von der Sonne erhält. Ist die Bilanz nicht ausgeglichen, so kommt es auf der Erde zu Erwärmung bzw. Abkühlung (gemäß dem Energieerhaltungssatz).

Da die Erde nur einen geringen Teil der Sonnenstrahlung reflektiert, muss der Rest der Strahlungsenergie zuerst absorbiert (aufgenommen) und in Wärmeenergie (Teilchenbewegung) umgewandelt werden. Die warme Erde strahlt IR ab (für andere Strahlungsarten ist ihre Temperatur viel zu niedrig). Je höher die Temperatur der Oberfläche, desto höher der Antrieb zur Abstrahlung.

Wenn die Filterwirkung der Treibhausgase für IR-Strahlung zunimmt, kommt es zu einer höheren Reabsorption (Wiederaufnahme) der IR-Strahlung innerhalb der Atmosphäre, also zu einer Zunahme der Teilchenbewegung und damit der Temperatur. Die Temperatur steigt solange, bis wieder Strahlungsgleichgewicht herrscht: dann nämlich strahlt die wärmere Erde auch mehr IR-Strahlung ab - nämlich so viel, dass der Energieanteil, den die Atmosphäre ins All hindurchlässt, wieder im Gleichgewicht mit der eingestrahlten Energie der Sonne ist. (Ohne Treibhauseffekt wäre die Erdtemperatur im Mittel -18°C (real: z. Zt. ca. 10°C), und die Nächte wären extrem viel kälter als die Tage.) Ganz ohne IR-Abstrahlung wäre das Strahlungsgleichgewicht (bei Temperaturen unterhalb von Glut) gar nicht zu erreichen. Eine IR-Abstrahlung der Erde als Gegenbeweis des Treibhauseffekts anzuführen, widerspricht also zuerst einmal einfacher Schulphysik - nämlich dem Energieerhaltungssatz.

Dass die Atmosphäre zwar einerseits IR-opak (undurchlässig) ist, andererseits aber dennoch Energie in Form von IR abgeben kann, ist aber auch nur scheinbar ein Widerspruch - denn IR-Abstrahlung ist nicht die einzige Form der Energieübertragung in der Atmosphäre. Also: von der Erdoberfläche abgestrahlte IR-Quanten werden schnell von Teilchen der Atmosphäre reabsorbiert, die dadurch wieder mehr kinetische Energie gewinnen; diese geben sie durch verstärkte Stöße mit anderen Teilchen oder durch Re-Emission von IR-Quanten weiter. Diese können wieder von Teilchen absorbiert werden usw.. Beide Übertragungsmechanismen sind zunächst ungerichtet; da jedoch ein Temperaturgradient von Erdoberfläche zu Weltall besteht, kommt es in summa zu einem Energiestrom "himmelwärts". Der endgültige Energieverlust der Erde durch IR-Abstrahlung in den Weltraum erfolgt also tatsächlich nur in den obersten Luftschichten; diese bekommen die abzustrahlende Energie jedoch "von unten".
Die Satellitenbilder zeigen die IR-Abstrahlung dieser hohen Luftschichten, die natürlich einen Rückschluss auf die Temperaturverhältnisse am Erdboden zulassen.]

Genaueres bei:

[NASA 2005]

Für eine Zunahme des Treibhauseffekts spricht in diesem Zusammenhang, dass die Erhöhung der Nachttemperaturen höher als die der Tagestemperaturen ist [Rahmstorff 2004] [und dass die Erwärmung an den Polen am stärksten messbar ist.]

[Selbst unter Klimaskeptikern steht Thüne ziemlich alleine da. Zum Einordnen der Zielgruppe dieses Clips ist ein Blick auf Thünes Sprache sowie auf weitere Beiträge auf seiner Host-Seite http://www.secret.tv sehr aufschlussreich. Die suggestive und polemisierende Art des Appells ist geeignet für Stilanalysen im Deutschunterricht.]

CO2 ist ein relevantes Treibhausgas
nein, denn seine Konzentration ist zu gering; die Wirkung des Wasserdampfs ist viel bedeutsamer. [Beck betitelte seine Internet-Seite deshalb auch mit "Der Wasserplanet".]
[Alvensleben 2002, Beck 2006]
ja, denn es trägt signifikant zum Strahlungshaushalt der Erde bei:
  • transmittiert VIS und UV und 
  • absorbiert/ reemittiert IR
[Arrhenius 1896]
auch wenn die CO2-Bande der Absorption bereits bei den derzeitigen geringen Konzentrationen nahezu gesättigt ist, so können doch die hohen Steigerungsraten seit 1860 (ca. 30%) einen signifikanten Beitrag leisten [Archer 2006].
Die Bedeutung des Wasserdampfs ist tatsächlich in den bodennahen Atmosphärenschichten viel bedeutsamer als die des CO2. Allein die für den Strahlungshaushalt bedeutende Absorption durch CO2 findet in Luftschichten statt, die auf Grund der geringen Temperatur kaum noch Wasserdampf enthalten. Diese Luftschichten liegen oberhalb der Wolken, je nach Oberflächentemperatur in Bodennähe bis hin zu 15km (entsprechend einem Temperaturgradienten von 6,5K pro km), durchschnittlich 5,5km. Dort herrscht die Temperatur des thermischen Gleichgewichts der Erde, -18°C. Bis in diese Höhe gelangt die Energie vom Erdboden durch IR-Emission, Absorption und vor allem Stöße zwischen Teilchen.
Nils Ekholm schrieb dazu bereits 1901: "radiation from the earth into space does not go directly from the ground, but on the average from a layer of the atmosphere having a considerable height above sea-level... The greater is the absorbing power of the air for heat rays emitted from the ground, the higher will that layer be. But the higher the layer, the lower is its temperature relatively to the ground; and as the radiation from the layer into space is the less the lower its temperature is, it follows that the ground will be hotter the higher the radiating layer is." (Strahlung von der Erde ins All geht nicht direkt vom Boden dorthin, sondern von einer Schicht, die sich in beträchtlicher Höhe über dem Boden befindet. Diese Schicht liegt umso höher, je stärker die Kraft ist, mit der Luft die vom Boden emittierte Strahlung absorbieren kann. Mit steigender Höhe sinkt jedoch die Temperatur dieser Schicht. Da kältere Luft weniger Wärme abstrahlen kann, erwärmt sich der Boden umso mehr, je höher sich diese abstrahlende Schicht befindet.)
[Ekholm 1901]
[Weart 2008]
Quantität der IR-Reflektion
  • die von Treibhausgas-Teilchen auf die Erde reflektierte IR-Strahlung hat keinen signifikanten Einfluss; 
  • kein Wunder, denn der Gesamtanteil der Treibhausgase an der Atmosphäre ist gegenüber den 4-5% Wasserdampf recht gering

[Alvensleben 2002, Beck 2006]

sie ist deutlich messbar und liegt in der nach den Modellrechnungen erwarteten Größenordnung [UBA 2004 21]
Mechanismus der IR-Reflektion
  • am Boden ist der Anteil an CO2-Teilchen, die überhaupt IR emittieren können, auf Grund der großen Stoßwahrscheinlichkeit gering
  • nur in 20km Höhe (wo die Teilchenkonzentration geringer ist, p=0,02bar) sind die Teilchen langsam genug, um IR abgeben zu können

[Alvensleben 2002, Beck 2006]

[Es kommt nicht nur auf die IR-Reemission der CO2-Moleküle an, sondern auf ihre IR-Absorption, (und die ist unabhängig von deren Stoßwahrscheinlichkeit), denn sie ist mitverantwortlich für Erwärmung.]
Rückkopplung durch Wasserdampf
MIT-Atmosphärenphysiker Richard Lindzen startete mit Yong-Sang Choi 2009 noch einen weiteren Versuch, seine These einer negativen Rückkopplung des Treibhauseffekts durch Wasserdampf zu untermauern. Seine Auswertung der ERBE-Satellitendaten über IR-Abstrahlung kommt zu einer Klimasensitivität des CO2 (Temperaturerhöhung bei Verdopplung des vorindustriellen p(CO2) von nur 0,6K - im Gegensatz zu dem IPCC-Wert von ca. 3K. Er interpretiert die geringen IR-Messwerte über den Tropen als Beleg für die Treibhauseffekt-mindernde Wirkung der Wolken.
Seine Studie erschien bei Geophysical Research Letters, einer renommierten Fachzeitschrift.
[Lindzen 2009]
Lindzen wird gefeiert auf der Skeptiker-Plattform RL-Rational.
Trenberth et al. wiesen Lindzen zurück: Lindzen habe selektiv die IR-Messungen über den Tropen ausgewertet, anstatt andere Klimazonen mit einzubeziehen. Die IR-Abstrahlung über den Tropen sei naturgemäß nicht so hoch wie aufgrund der Einstrahlung zu erwarten, da ein Teil der eingestrahlten Energie nicht dort durch IR-Abstrahlung die Erde wieder verlasse, sondern als Wärmestrom (per Luft oder Wasserstrom) in kälteren Klimaten die Temperatur erhöhe - wodurch dort der Antrieb zur IR-Abstrahlung steige. Andere Studien hätten ebendies gezeigt - nur blende Lindzen dies bewusst aus.
[Trenberth 2010]
Lindzen stehe mit seiner Auswertung im krassen Widerspruch zu vielen früheren Satellitendaten-Auswertungen, schreibt Trenberth im Blog realclimate.org.

Konsequenzen

Die Emission von CO2 hat mehr positve als negative Folgen und sollte daher forciert werden

Die Emission von Treibhausgasen muss unbedingt so weit irgend möglich eingeschränkt werden

Entwicklung p(CO2)

Die Vorhersagen des IPCC zur Entwicklung von p(CO2) sind nach dem Wasserkasten-Modell nach Dietze viel zu hoch gegriffen, denn
  • die emittierten CO2- Mengen gelangen längst nicht vollständig in die Atmosphäre
  • die vom IPCC befürchtete Schwächung der ozeanischen CO2-Senke wird nicht eintreten
  • Erklärung: das Wasserkastenmodell, ein mathematisches Modell
[Dietze 2004]
[kein Thema, denn:
  • da Dietzes Artikel außer im Internet lediglich in der Zeitschrift FUSION (über diese Zeitschrift siehe hier) veröffentlicht wurde, wurde er von der Klimaforschung bisher geflissentlich ignoriert
  • auf der Internetpräsenz von John Daly präsentiert er sein Modell: er präsentiert es in einer recht überschaubaren Excel-Tabelle: http://www.john-daly.com/dietze/cmodcalD.htm]
T-Modell
keine anthropogene Erhöhung von T durch CO2-Emissionen zu befürchten [Beck 2006]
bei den derzeitigen Prognosen für die Emission von Treibhausgasen berechnen die wichtigsten Klimamodelle eine T-Erhöhung um 2-5K bis 2100

[IPCC-DDC 2006]
Bestätigung des T-Modells des IPCC durch Beobachtung

das T-Modell ist bereits jetzt durch die Beobachtungen widerlegt [Inhofe 2009, Wodopia 2008], denn 2008 fällt unter die Vorhersagen des IPCC

die von den Skeptikern benutzten IPCC-Modelle stammen aus 1990; die Modelle von 2001 zeigen weitaus bessere Übereinstimmung mit den Daten [Mrasek 2009]

Kaltzeit kommt

möglicherweise beginnt eine Kaltzeit - die letzten drei Jahre (2007-2009) hätte die Sonnenfleckenzahl wieder steigen müssen, wenn der Sonnenfleckenzyklus normal weiter verlaufen soll; auch in der kleinen Eiszeit sind die Sonnenflecken ausgeblieben - dieser Stoff war Titelthema in einer Focus-Ausgabe im kalten Winter 2010

[Odenwald 2010]

E.G. Beck sagte schließlich 2008 den Beginn der nächsten Kaltzeit "für etwa das Jahr 2020" voraus - und die Tageszeitung Die Welt machte 2008 daraus sogar eine - Zitat - "Topstory"
[Beck 2008]

  • zur Zeit leben wir im känozoischen Eiszeitalter (mit teilweiser Vereisung der Erdoberfläche)
    • innerhalb dieses Zeitalters erlebt die Erde seit 800.000a alle 100.000-120.000a eine Warmzeit (Diagramm siehe CO2-Eisbohrkerndaten der letzten 800.000a)
    • diese dauerten 10.000-15.000a an, gefolgt von Kaltzeit (d.h. langsamer Abkühlung und zunehmender Vereisung der Polkappen
    • nach ca. 90.000a Kaltzeit folgt ein sprunghafter T-Anstieg zur Warmzeit
    • der letzte vergleichbare Anstieg liegt nun 10.000a zurück; man kann also recht sicher davon ausgehen, dass irgendwann innerhalb der nächsten 5.000a langsam die Temperaturen sinken werden (sofern die globale Erwärmung dem nicht entgegensteht) - wann aber das sein wird, wagt kein ernsthafter Paläoklimatologe so genau wie der Biologie- und Chemielehrer Beck vorherzusagen:
    • der Astrophysiker Milankovic hat hierzu ein Modell entwickelt, das die wichtigsten Einflussgrößen zusammenfasst; die Unsicherheiten dieses Modells sind jedoch noch zu groß, um sichere Aussagen für die nächsten hundert oder gar zig Jahre machen zu können
    [http://de.wikipedia.org/wiki/Känozoisches_Eiszeitalter]
  • [2007 war ein Minimumjahr im 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus. Also waren langsam steigende Werte nicht für 2007, sondern erst für 2008 und 2009 zu erwarten. Tatsächlich war der Wert von 2008 sehr niedrig, doch Ende 2009 war wieder eine starke Zunahme zu verzeichnen
  • die Sonnenfleckenzahl verläuft nicht wie eine Sinuskurve, sondern ergibt eine solche erst durch statistische Glättung; bei einer Periodendauer von 11a bereits nach 2 Jahren auf den weiteren Verlauf des ganzen Zyklus zu schließen, ja sogar einen Trend der nächsten Zyklen vorher zu sagen, widerspricht elementaren Regeln der Statistik; hier der aktuelle Verlauf des Sonnenfleckenzyklus mit den Vorhersagen des NOAA:

[NOAA 2009]

  • außerdem ist in der kleinen Eiszeit, als die Sonnenflecken über 50a fast völlig ausblieben, die globale Mitteltemperatur um circa 2K gesunken; Ausgangspunkt der Abkühlung war die mittelalterliche Warmzeit, deren Temperaturniveau wir bereits überschritten haben
  • wenn das Ausbleiben der Sonnenflecken so schnell derartige Folgen hätte, würde sich der Sonnenfleckenzyklus unmittelbar als Oszillation der T-Kurve bemerkbar machen - das ist aber nicht der Fall
  • die Entwicklung der Sonnenflecken spielte -verglichen mit dem Treibhauseffekt - in den letzten 50a höchstens noch eine kleine Nebenrolle in der Temperaturentwicklung - siehe Thema Solareinstrahlung]
  • in Vancouver wurden am 01.02.2010 9°C gemessen, in Grönland 10°C (Europa lag derweil seit Wochen im Schnee) - von lokalen Extremwetterlagen kann man eben nicht auf den globalen Trend schließen [Meteorologe Sven Plöger im ARD Morgenmagazin 01.02.2010]
  • die stärksten Abweichungen von der p(CO2)- Trendlinie in den letzten (gleichwohl seit 150a rekordwarmen) Jahren fielen zusammen entweder mit kühlenden (z.B. El Niña) bzw. wärmenden (z.B. El Niño) Meeresströmungen oder mit Vulkanausbrüchen, die zu einer erhöhten Albedo durch Aerosole führten:

    Zitat: "Globale Mitteltemperatur laut NASA-Daten
    Gezeigt ist der gleitende Mittelwert über zwölf Monate bis einschließlich Juni 2012. Der gezeigte lineare Erwärmungstrend beträgt 0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt, und der hellblau unterlegte Korridor um die Trendlinie herum hat eine Breite von plus/minus zwei Standardabweichungen. Einige Ereignisse sind hervorgehoben: die Pinatubo-Eruption 1991, der besonders starke El Niño 1998 und das La-Niña-Ereignis im Jahr 2008."

    Zitat: "Jahreswerte der globalen Mitteltemperatur bis einschließlich 2011
    In Grau angezeigt werden unkorrigierte Daten, Mittelwert über die fünf gängigen globalen Temperaturdatensätze verschiedener Institute. Die blaue Kurve beschreibt dieselben Daten bereinigt um den Effekt von Vulkanausbrüchen, Sonnen- und El-Niño-Zyklen. Die gestrichelte Linie deutet die zugehörigen linearen Trends an."
    [Rahmstorf 2012/2]
die schwache Sonne gibt uns eine Bedenkzeit

Medienwirksam tut der Chemiker und RWE-Manager Fritz Vahrenholt in seinem Buch "die kalte Sonne" die IPCC-Prognosen als Panikmache ab. Eine Abschwächung der Sonnenaktivität erlaube ein Verschieben von Gegenmaßnahmen. Vor diesem Hintergrund warnt er vor übereilten Maßnahmen. Wieder ein gefundenes Fressen für die Presse, u.a. Welt und Bild. [Vahrenholt 2012]

Interessanterweise leugnet Vahrenholt selbst in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" gar nicht, dass CO2 neben der Sonne ein wesentlicher Faktor im Klimageschehen ist. Zitat: "Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob der Anteil des CO2 an der Klimaerwärmung 40, 50 oder 60 Prozent ausmacht. Doch beide Faktoren spielen eine Rolle, und wahrscheinlich ist der Einfluss der Sonne sogar ein wenig stärker als der des CO2" [Lossau 2012]. In diesem Punkt ist Vahrenholt also auf Linie mit einem Gros der Klimaforscher. Er sagt nur, dass eine Abschwächung der Sonnenaktivität für einige Jahrzehnte dem Treibhauseffekt entgegenwirken werde und deshalb die Energiewende nicht überstürzt werden sollte. Zitat: "Die gute Sonne gibt uns die nächsten 30 Jahre Zeit, das vernünftig zu machen." [ebd.] Die Notwendigkeit einer Energiewende bestreitet er also überhaupt nicht.
Dass man bei der Welt mittlerweile gar nicht mehr einseitig klimaskeptisch denkt, sieht man an folgender Frage: "Welt Online: Der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung wird global zunehmen. Experten warnen, dass durch Leckagen [und andere Quellen] entsprechend mehr Methan in die Atmosphäre gelangen wird. Da Methan eine viel größere Klimawirkung als CO2 hat, könnte sich daraus eine ganz neue Situation ergeben. [-] Vahrenholt: Das ist richtig. Durch die Fixierung auf das CO2 hat man andere Faktoren wie Methan oder Ruß bislang vernachlässigt. [-] Welt Online: Behandeln Sie denn das Thema Methan in Ihrem Buch? [-] Vahrenholt: Nein. Da gibt es bislang auch keine definitiven Zahlen. Hier besteht also in der Tat ein großer Forschungsbedarf." [ebd.] Die Möglichkeit, dass in einer positiven Rückkopplung Methan als Treibhausgas an Bedeutung gewinnt, leugnet Vahrenholt also gar nicht. Von Entwarnung kann bei Vahrenholt keine Rede sein.
Was bleibt? Die Medien machen wieder ein großes klimaskeptisches Titelthema - passend zum Wintereinbruch - aber wenn man bis zum Ende weiterliest, bleibt außer Kritik an den Methoden des IPCC nur wenig klimaskeptische Substanz übrig.
Vahrenholt leugnet demgemäß auch nicht, dass wir langfristig auf erneuerbare Energieträger umsteigen müssen - nicht nur aus Gründen der Versorgungssicherheit. Er warnt lediglich vor blindem, überstürztem Aktionismus. "Die Sonne gewährt uns Aufschub." [ebd.] Dass dabei aber auch viele andere Umwelt-Probleme verschärft werden, steht auf einem anderen Blatt. Dass er der Klimaforschung mit der - vor dem Hintergrund der selbst eingeräumten Unwägbarkeiten vagen - Konsequenz "weiter so" zu weit geht, auch. [Lossau 2012]
Nachdem das UBA in einer Veröffentlichung Vahrenholt als "Klimawandelskeptiker" bezeichnet hat, wehrt dieser sich empört in der Welt. Gleichwohl steht er weiterhin in dem mustergültig-klimaskeptischen Blog www.kaltesonne.de als erster inhaltlich Verantwortlicher im Impressum.

Wetterextreme
keine anthropogene Häufung von Wetterextremen zu befürchten; die aktuell veröffentlichten Statistiken dienen der Panikmache [Beck 2006] kurzfristige Fluktuationen (also auch Abnahme der Wetterextreme) sind normal, aber der langfristige Trend zeigt nach oben [Rahmstorf 2004], denn eine höhere Temperatur erzeugt 
  • höhere Verdunstung und damit stärkere Niederschläge
  • höhere Luftdruckunterschiede und damit höhere Windgeschwindigkeiten

[Rahmstorf 2005 (Emanuel 2005)]
Die Jahrhundert-Hochwasser von 2002 und 2013 kamen in kurzer Folge und waren - ebenso wie die jüngst gehäuften Rekordwinter - Konsequenz einer ungewöhnlich schwachen NAO, wie sie in den letzten Jahren gehäuft auftrat. Die fehlende Westwinddrift der Drucksysteme lässt die Wolken kaum wandern, so dass sich die gesamten Wassermassen auf die Problemregionen (Windstau der Gebirge) verteilen. [ARD-Meteorologe Sven Plöger bei Günther Jauch (ARD) am 09.06.2013]
p(CO2)-
Zunahme steigert Primär-
produktion

Pflanzenwachstum steigt sichtbar - CO2 ist der Dünger gegen Hunger in der Welt [Alvensleben 2002]
[nota bene: obwohl p(CO2) doch gar nicht zugenommen haben soll]

stimmt, dies wird jedoch bei zunehmender Erwärmung durch Wärmestress überkompensiert
[Rahmstorf 2004]
Anpassung globaler Ökosysteme an Klimawandel
funktioniert seit Jahrmillionen [Alvensleben 2002]
  • nach der letzten Eiszeit stieg T um 5K innerhalb t von 5000a; aktuell ist ein ähnlicher Anstieg in 100a zu erwarten, also viel schneller [Rahmstorf 2004/2]
  • ist durch anthropogene Fragmentierung der Ökosysteme erschwert [Rahmstorf 2004]
Aufforstung als Gegenmaßnahme
Aufforstung könnte kontraproduktiv sein - Wälder setzen beim Wachstum nach einer Studie Methan frei, ein potentes Treibhausgas. [Bublath, Joachim. ZDF. 10.01.2007]
Ein Artikel in den VDI-Nachrichten zu der Studie ist betitelt: "Treibhaus Erde - auch Pflanzen heizen ein". [Haas 2006]

Im o.g. Artikel ist zu lesen: der Autor der Studie Frank Keppler (Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg) gibt an, dass das Pflanzenwachstum netto dennoch deutlich die Verminderung des Treibhauseffekts durch CO2-Aufnahme kompensiert; die mit dem Wachstum gekoppelte Emission von Methan mindere die Effekte der CO2-Senke auf ca. 4%. [Haas 2006]

CO2-freies Kohlekraftwerk

CO2-Abscheidung (CCS) ist Energieverschwendung

ein Anstieg von p(CO2) ist zu begrüßen, weil das Pflanzenwachstum angeregt wird

[Thüne 2008]

hier kann man geteilter Meinung sein:

  • die Kohle-Lobby sieht hier ein echtes Reduktions-Potential für die CO2-Emission
  • Kritiker verweisen auf die Gas-Eigenschaften von CO2:
    • Gase diffundieren auch aus kleinsten Erdspalten
    • bei Deposition im Meer kann eine Temperaturerwärmung des Tiefenwassers in kurzer Zeit große Mengen des Gases wieder freisetzen
    • die einzige Alternative zur Minderung von p(CO2) ist die chemische Umsetzung, z.B. durch Sequestrierung
Global Dimming
 
  • die Auswirkungen des GW werden z.Zt. noch durch die (mit den CO2-Emissionen gekoppelte) Erhöhung der Albedo durch Emission von Aerosol-Partikeln vermindert; die Abkühlung der 70er lassen sich so erklären; aktuell sorgt besonders China für enorme Effekte
  • manche Klimaforscher (u.a. Nobelpreisträger Paul Crutzen) halten ein künstliches Global Dimming für eine Ultima Ratio - falls das GW sich anderweitig als unbeherrschbar herausstellt; die diskutierten Schwefeloxide verursachen jedoch große Mengen sauren Regens


Schluss - begnügen wir uns damit abzuwarten, wer Recht hat?



Egal, wem die Zukunft Recht geben wird: mit der Klimadebatte erleben wir, dass Wissenschaft eine lebendige Auseinandersetzung von Menschen mit ihrer Welt und mit ihresgleichen ist, und es ist mal spannend und mal erschreckend, diese Auseinandersetzung zu beobachten und daran teil zu nehmen.

Doch bei aller Faszination für die Wissenschaft: es darf hier nicht darum gehen, am Ende Recht zu behalten und irgendwem seinen Irrtum nachzuweisen. Falls wir der Klimaforschung folgen, könnte das für uns ernste wirtschaftliche Folgen haben. Falls wir den Klimaskeptikern folgen, könnte das weit schlimmere Folgen haben.

Nach langen Jahren des Wirtschaftsliberalismus, in denen Umweltengagement verpönt war, ist das Thema Umwelt plötzlich ab und zu gesellschaftsfähig, ja mitunter ein Thema für Wahlkämpfe. In den Industrienationen, sogar den USA, redet man sich je nach Nachrichtenlage (man siehe z.B. die letzten Rekordsommer in den USA und Australien) schon 'mal die Köpfe heiß. Interessanterweise begann die Stimmung kurzfristig zu kippen, als von möglichen Schadenssummen (man denke an den umstrittenen Stern-Report 2006) die Rede war. Die Einschätzungen von Ökonomen sind in unserer Wissensgesellschaft einfach mehr wert als die Aussagen von Naturwissenschaftlern (sicher auch als die von Geisteswissenschaftlern). Immerhin wollen mittlerweile auch manche Top-Investoren einen Trend Pro-Klimaschutz etablieren - warum auch immer. Ob wir mit solch unsicheren Zahlenwerken als Begründung unseres Handelns zufrieden sein dürfen oder ob hier nicht andere, auch ethische Fragen viel wichtiger sind, möchte ich nicht diskutieren. Wie krass das Hantieren mit Geldmarkt-Instrumenten die Umweltschutz-Absicht konterkarieren kann, zeigen die aktuellen Beispiele des Betrugs mit bzw. Missbrauchs von Klimazertifikaten (Produktion von FCKW in China nur zu dem Zweck, diese "emissionswirksam" zu entsorgen; Betrug beim CO2-Handel).
Dies alles hat die Konsumenten in der westlichen Welt aber bisher nicht zum Umdenken bewegen können. Ein Menetekel für diesen Umstand ist die Zahl der SUVs, die in Deutschland herumfahren. Wenn ich bei Autohändlern frage, warum keine viel leichteren, langsameren und sparsameren Fahrzeuge vermarktet werden, kommt stereotyp die Antwort "die will doch eh' keiner" (was nicht stimmt) oder, bei den eher wohlmeinenden Typen "aber es muss doch Spaß machen." Muss es eben nicht, denke ich.
Allerdings - die Diskussionen um anthropogene Gas-Emissionen werden möglicherweise für den Gang der Geschichte wenig bedeutungsvoll sein. Bei der ersten Ölkrise der 70er hatten wir noch die Wahl einzulenken, heute sind die Optionen durch die sich abzeichnenden Rohstoffkrisen schon stark eingeschränkt - und zwar allein auf Grund fehlerhafter Politik und mangelnder Aufklärung der Bevölkerung.
Das Thema Energie spielt erstens im Lehrplan der Naturwissenschaften eine - verglichen mit der Alltagsbedeutung - völlig unbedeutende Rolle. Naturwissenschaftlicher Unterricht war lange Zeit in allen Schularten auf dem Rückzug - in Anbetracht der vielfältigen Bekenntnisse zum Wissenschaftsstandort Deutschland ein echter Skandal. Erst Pisa hat eine Wende gebracht. Mathematik interessiert jedoch immer noch vor allem in Fragen der Finanztechnik, viele der besten Mathematiker arbeiten im Finanzbereich. Der uninformierte Verbraucher hat sich so erstens in eine fatale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringen lassen - die Interessenlenker des Staats (siehe Mineralölsteuer, Ökosteuer, MWSt, ... - all das wird v.a. von den Bürgern bezahlt) und die Finanzwelt (gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krisen sucht das massenhaft vorhandene "Spielgeld" Spekulationsobjekte) danken es ihm.
Zweitens treffe ich immer wieder auf die Meinung "die Wissenschaft wird schon noch rechtzeitig irgendeine unerschöpfliche Energiequelle präsentieren" (Beispiele: Wassermotor, Silanöl, Fusionsreaktor, ...). Bei genauerem Hinschauen leider meist keine realistischen Zukunftskonzepte - hier wirkt noch die Wachstums- und Wissenschaftsgläubigkeit des Atomzeitalters nach. Hartnäckig hält sich die Vorstellung, wir könnten (ja müssten) weitermachen wie bisher. Mit solchen Durchhalteparolen lassen sich nur wissenschaftlich ungebildete Bürger hinter's Licht führen.
Als ich 2003 mein Haus baute, hörte ich noch oft genug den Satz "man kann sich auch totdämmen". Mittlerweile sind die Energiepreise so weit angestiegen, dass selbst die hartnäckigsten Hardliner sich überlegen, wo sie Energie sparen können. Für die zahlreichen Sozialfälle stellen sich viele dieser Fragen nicht, weil sie sich die Investitionen nicht leisten können. Auch hier hat die Politik versagt.
Die Warschau-Konferenz 2013 zeigte es wieder - der Umgang mit fossilen Rohstoffen wird wohl letztendlich von ökonomischen Argumenten bestimmt (allen Beteuerungen vieler Regierungen zum Trotz). Wobei die Preise und damit Renditeerwartungen der etablierten verbrauchsintensiven Wirtschaft in den nächsten Jahren zum Leidwesen der Verbraucher wohl noch drastische Formen annehmen werden.
Erdöl und -Gas sind zum Verbrennen viel zu schade, denn man braucht sie dringend als Rohstoff in der chemischen Industrie. Wir verheizen gerade die Rohstoffe, mit deren Hilfe wir auch billiger unsere Häuser dämmen könnten.
Der Zugang zu fossilen Rohstoffen bleibt ganz sicher ein zentrales Konfliktfeld im 21. Jahrhundert. Die Förderquote an Erdöl aus konventionellen Quellen war nach verschiedenen Studien 2009/10 am technischen Maximum, während die Wirtschaft der Schwellenländer das Ende ihres Wachstums noch lange nicht erreicht hatte. Mittlerweile verwüsten die Industrienationen riesige Gebiete in Kanada, um mit einer lächerlichen 50%-Ausbeute Teersand aus dem Boden zu quetschen, bohren tausende Meter unter dem Meer Löcher, die bei Problemen kaum noch abzudichten sind, und zermürben mit Giftwasser den Untergrund, um noch mit den letzten Resten Gas ein Fracking-Strohfeuer zu entfachen; das Lagerstättenwasser ist stark mit unterirdischen Giften belastet, deren Entsorgung nicht ganz  einfach ist. Mit dem Gas lässt man nebenbei die Ölpreise ähnlch tief purzeln wie seinerzeit mit dem saudischen Öl zu Gorbatschows Zeiten: heute wie damals sorgen amerikanische Interessen dafür, dass Russlands Gasgeschäfte weniger rentabel sind - und spielen derweil in der Ukraine den Beschützer gegen die russischen Separatisten, während der Sohn des Vizepräsidenten die größte ukrainische Gasgesellschaft unter amerikanische Kontrolle bringt.
Mit unserer Lebensweise haben wir Bewohner der Industrienationen in den Schwellenländern Begehrlichkeiten geweckt, die die Erde mit den derzeit verfügbaren fossilen Energieträgern ebensowenig langfristig wird befriedigen können wie mit Atomkraft. Ein Umdenken in den reichen Ländern zur Ölkrise vor 40 Jahren hätte auch einen technologischen Wandel gebracht, der heute in den Wachstumszonen der Weltwirtschaft schon längst gefruchtet hätte. Vor den Risiken einer globalen Atomwirtschaft wurde früh gewarnt, und selbst deutsche Kraftwerkstechnik ist vor ernsten Stör- und Unfällen (Brunsbüttel, Krümmel, Geesthacht, Asse, Hanau, ...) nicht gefeit. Auch wenn Kohle noch viel länger reicht als Öl, Gas und Uran: Die Diskussion um "emissionsfreie" Kohlekraftwerke lässt viele Fragen offen (wie sicher kann ein Herausdiffundieren des CO2 aus Kavernen dauerhaft verhindert werden, wie viel atmosphärisches O2 müssen wir dem Kohlefeuer opfern, wie teuer ist die Technik, wenn sie nach "strengen" Maßstäben sicher ist usw.). Als Hauptargument der Wahl wird nach wie vor die Wirtschaftlichkeit angeführt; in diesem Bereich sind wir nach 13 Jahren EEG jedoch jetzt schon an einem Punkt angekommen, wo ein Vorsprung der Erneuerbaren in greifbare Nähe gerückt ist (obwohl die Kosten für Umweltschäden bei den Konventionellen noch gar nicht eingepreist sind), Zitat:
"Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat einmal die aktuellen Kosten für die Umwandlung unterschiedlicher Energieformen in elektrischen Strom (Stromgestehungskosten) untersucht, sowie die weitere Kostenentwicklung bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Demnach erreicht eine "kosteneffiziente" Photovoltaik-Freiflächenanlage, die 2013 in Süddeutschland errichtet wurde, Stromgestehungskosten von 8 Cent pro Kilowattstunde. Kleine Aufdachanlagen in Norddeutschland produzieren heute Strom für knapp 14 Cent pro Kilowattstunde. Die Stromgestehungskosten für Onshore-Windenergie liegen heute zwischen 5 und 11 Cent pro Kilowattstunde. Dagegen liegen sie bei Offshore-Windenergieanlagen trotz höherer Volllaststundenzahl mit 12 bis 19 Cent pro Kilowattstunde. Biogasanlagen produzieren Strom, abhängig von Auslastung und Brennstoffart; für 14 bis 22 Cent pro Kilowattstunde. Braunkohle liegt abhängig von angenommenen Volllaststunden und Brennstoffpreisen bei 5,3 Cent pro Kilowattstunde, Steinkohle bei 8 Cent und Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) bei 9,8 Cent. Eicke Weber vom Fraunhofer ISE rechnet bis 2030 für die Photovoltaik mit Stromgestehungskosten von 6 bis 9 Cent pro kWh. Dann können selbst kleine PV-Dachanlagen mit Onshore-Wind und den gestiegenen Stromgestehungskosten von Braunkohle-, Steinkohle- und GuD-Kraftwerken konkurrieren." [Matthias Brake. Die Perspektive ist wieder positiv. In: Telepolis 23.12.2013]
Wer vor fünfzehn Jahren solche Verhältnisse verhergesagt hätte, der wäre bestenfalls belächelt worden. Die jahrelangen Desinformations-Kampagnen der Energiewirtschaft konnten jedoch diese positive Entwicklung nicht verhindern. Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Politik wie eine nebulöse Beschwörung vergangener Zeiten. Die aktuelle Kampagne "1-Billion-Euro" des bekennenden Ökoenergie-Muffels und Ex-Umweltministers Peter Altmaier (CDU) sollte den Bürgern weismachen, die überhöhten Strompreise seien vor allem dem übereilten Zubau der erneuerbaren Energien geschuldet. Dabei fließt nur ein Bruchteil der Preissteigerung seit 2000 in die Einspeisevergütung [Wolfgang Pomrehn. Strompreis: Was die EEG-Umlage in die Höhe treibt. In: Telepolis 2013]. Dass hier die Subventionen für die Konventionellen (wohlgemerkt war von einem 20-Jahre-Zeitraum die Rede) in gleicher Größenordnung liegen, wird allzu gerne verschwiegen [Dieter Nürnberger. Staatshilfen schaden der Umwelt. In: DLF Umwelt und Verbraucher 17.10.2013; Marlies Uken. Der Subventionswahn ist ungebrochen. Die Zeit 14.10.2013; Fritz Vorholz. Berliner Trickkiste. In: Die Zeit 02.08.2012]. In den Medien wird zusätzlich mit der "mangelnden Grundlastfähigkeit der Erneuerbaren" Angst vor dem Großen Blackout geschürt.
Bei den Koalitionsverhandlungen 2013 konnte sich in der Folge Hannelore Kraft (SPD) für Kohlekraft durchsetzen. Dabei ließen sich mit Gaskraftwerken die Schwankungen der Erneuerbaren viel besser ausgleichen - aber dann würde ja ein gewichtiges Argument einer Ausbaubremse für Erneuerbare wegfallen. Auch das Argument der Arbeitsplatzsicherung ist vorgeschoben: selbst wenn ein Großteil der Anlagen erneuerbarer Energie fernost produziert werden, so entstehen immer noch viele Arbeitsplätze für Planung, Montage und Wartung der Anlagen. Beim für die Erneuerbaren längst überfälligen Netzausbau achtet man derweil plötzlich geflissentlich auf Bürgerrechte (die bei Fragen der Rohstoffsicherung, Atomkraft, Lärmbelastung oder Müllentsorgung allzu oft auf der Strecke bleiben?). Sigmar Gabriels Entscheidung für Kohlekraft ist der Todesstoß für die Gaskraftwerke. Das Messer heißt "Rentabilität". Was für Schäden Kohle anrichtet, ist jetzt egal.
Während wir uns hier über "die Politiker da oben" die Köpfe heiß diskutieren können, spielt die Politik in diesem Konzert allerdings bestenfalls die zweite Geige. Mit den TTIP-Verhandlungen wird aller Welt offen sichtbar gezeigt, dass die wirklichen Entscheidungen ganz woanders gefällt werden [Petra Rinzler. Extrarechte für Multis. In: Die Zeit 05.12.2013]. Unsere Volksvertreter dürfen am Ende die Ergebnisse der Geheimverhandlungen absegnen.

Es zeichnet sich für mich immer deutlicher ab: jeder Vernunft, der ökologischen, der sozialen, ja sogar jeder volkswirtschaftlichen Vernunft zum Trotz darf der Strom fossiler Energie nicht abbrechen - weil privilegierte Menschen mit viel Geld das verhindern, weil sie sonst weniger unvorstellbar gigantische Gewinne machen würden.

Eine Trendwende in der Weltbevölkerungsexplosion ist derweil nicht abzusehen, genauso wenig eine ernsthafte, international angelegte Entwicklungskampagne für die Dritte Welt. Das Halbierungsziel der UN für die weltweite Zahl der Armen ist mehr als kläglich gescheitert. Nur vereinzelte, kleine (oft genug nichtstaatliche) Entwicklungsprogramme versuchen, auf dem Land nachhaltig Wohlstand zu schaffen - der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Die Industrialisierung der Drittwelt-Ballungszentren führt allerdings zu einer Landflucht, die jegliche Hoffnung auf ein nachhaltiges Wachstum in den Fäkalienströmen der Slums versinken lässt. Die Investoren der "emerging markets" freuen sich derweil über einen nicht enden wollenden Nachschub billigster Arbeitskräfte, und wir haben nichts Besseres zu tun, als uns über immer neue Schnäppchen im Handel zu freuen.
Immerhin sieht es zur Zeit so aus, als ob ausgerechnet die Schwellenländer in Sachen Nachhaltigkeit uns die Vorreiterrolle streitig machen könnten - vielleicht werden sie erneuerbare Energie unschlagbar günstig machen - und selber nutzen, während wir weiter im besten Wortsinn auf Fossilien setzen.
In den Industrieländern rückt die fortschreitende Ungleichverteilung von Geld und Angst vor sozialem Abstieg das Umweltproblem bei Vielen aus dem Blickfeld. Die Dimension der Kriseninterventionen der Industriestaaten in der Finanzkrise 2008-12 machen deutlich, wo die Prioritäten gesetzt werden. Ein Bonmot unter Klimaforschern lautet: "wäre das Klima eine Bank, wäre es schon längst gerettet worden."
Einige Menschen bei uns ergreifen die Initiative, um sich aus dem Hamsterrad von Wirtschaften und Konsum zu befreien - sie besinnen sich auf alte Werte und Kulturtechniken. Und das nicht einfach nach dem Motto "früher war alles besser" - die Idee der Postwachstumsgesellschaft z.B. versucht, Bewährtes und neue Ideen, Konsum und Produktion sinnvoll zu kombinieren; als Vordenker hier ist Nico Paech zu nennen. International trägt die Wirtschaftskrise dazu bei, dass sich immer mehr Menschen ihrer eigenen Stärken besinnen und sich auf den Weg machen - Not macht erfinderisch. Siehe Rob Hopkins' Transition Towns.
Aber es stehen nicht nur personelle Ressourcen für einen Wandel zur Verfügung - es sind auch Unmengen an Geld da. Zur Zeit suchen Unsummen politisch geschaffenen Gelds in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit nach Anlagemöglichkeiten, was u.a. immer wieder gefährliche Fluktuationen an den Finanzmärkten verursacht, v.a. aber immer mehr natürliche Ressourcen in private Hände bringt (Verwüstung durch Rohstoffabbau, Land Grabbing) - zum Zwecke intensiver Nutzung natürlicher Ressourcen, oft genug zum Nachteil der Menschen vor Ort. Dabei könnte man das Geld sinnvoll in die Energiewende investieren. Doch auch hier vernebelt Klimaskepsis die Köpfe: "die Energiewende ist wirtschaftsschädlich, die wollen wir nicht". In der Konsequenz: "die Interessen gegen die Energiewende sind zu stark, dort sind Investitionen zu riskant."

An dieser Stelle möchte ich aus einem Zeit-Interview von 2007 mit Dennis Meadows, einem Protagonisten des Club of Rome zitieren:
"Dennis Meadows machte 1972 mit dem Buch über die Grenzen des Wachstums für den Club of Rome Furore. Mit Vorliebe und dem ihm eigenen Humor schildert der Amerikaner heute, wie sich die Reaktion seiner Kritiker im Laufe der Jahre gewandelt hat.
Siebziger Jahre: Es gibt keine Grenzen.
Achtziger Jahre: vielleicht gibt es welche, aber sie liegen in weiter Ferne.
Neunziger Jahre: Womöglich sind die Grenzen schon recht nah, aber Technik und Markt werden das Problem lösen.
2000: Technik und Markt haben es leider nicht geschafft, aber mit mehr Wachstum werden wir es schaffen.
Demnächst, sagt Meadows, werde es heißen: Ging leider nicht. Aber jetzt ist es zu spät, um etwas zu unternehmen."
[Vorholz, Fritz. Die Versammlung der Weltveränderer. In: Die Zeit 49 31 2007]

Und die öffentliche Meinung? Fritz Vorholz sieht in der Zeit vom 30.03.2015 in den Ergebnissen einer repräsentative Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes immerhin schon einmal Anzeichen von Ratlosigkeit:
"Mehr als neun von zehn Deutschen wollen so leben, dass sie sich mit der Umwelt "im Reinen fühlen". Grüner Konsum steht allerdings nach wie vor nur bei einer Minderheit hoch im Kurs. Und trotz aller Öko-Bekenntnisse meinen 86 Prozent, dass "unsere Lebensweise auch für viele Umweltprobleme in ärmeren Ländern verantwortlich" ist; anders als die Umweltqualität im eigenen Land beurteilen fast alle Deutschen den weltweiten Umweltzustand als schlecht. Rund drei Viertel sind beunruhigt, wenn sie daran denken, "in welchen Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkelkinder wahrscheinlich leben müssen".
Was den Politikern, die jeden Zehntelprozentpunkt Wirtschaftswachstum feiern, besonders zu denken geben sollte, ist der Umstand, dass fast drei Viertel der Befragten glauben, die Grenzen des Wachstums könnten schon bald erreicht sein. Allerdings ahnen fast eben so viele, dass wir ohne weiteres Wirtschaftswachstum "unser Wohlstandsniveau nicht halten können".
Das dokumentiert zwar Ratlosigkeit ? aber auch den Wunsch, Lösungen zu finden."
[Vorholz, Fritz. Öko ist (noch) nicht out. Zeit online 30.03.2015. URL: http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-03/umweltschutz-bundesregierung-energiewende/komplettansicht?print=true]

Meiner Meinung nach sind die Ergebnisse der Klimaforschung nicht mehr bestreitbar - doch ganz egal, ob nun die Klimaforschung Recht hat oder deren Skeptiker, wir müssen ohnehin von unserem Lebensstil, der auf der Verbrennung fossiler Energieträger basiert, Abstand nehmen, und wir sind technisch in der Lage dazu. Ob Wirtschaft und Politik an einer Lösung des Problems wirklich interessiert sind, wird sich zeigen.
Die Zukunftsfrage ist nun: wollen wir das auch? Und wenn Großfinanz und Staat nicht mitmachen: Können wir nicht trotzdem - jeder für sich und alle zusammen - eine Veränderung bewirken?


Quellen

[alle Internet-Quellen wurden zwischen 12/2006 und dem Veröffentlichungsdatum aufgerufen]

  1. Archer 2006: Archer, David. Global Warmig. Understanding the Forecast. Blackwell Publishing. 2006. In: http://forecast.uchicago.edu/archer.ch4.greenhouse_gases.pdf
  2. Arrhenius 1896: Arrhenius, Svante. On  the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground. The London, Edinburgh and Dublin Philosophical Magazine and Journal of Science 5 237-276. London 1896
  3. Alvensleben 2002: Von Alvensleben, Alvo. Kohlendioxid und Klima- Vortrag vor Old Table Freiburg am 21.2.2002 von Dipl.-Phys. Alvo v. Alvensleben (revidierte Fassung März 2002). In: http://www.schulphysik.de/klima/alvens/klima.html
  4. AWI 2012: Jaiser et al.. Neue Studie zeigt Zusammenhang zwischen arktischer Meereisbedeckung im Sommer und dem Winterwetter in Mitteleuropa. AWI 2012. URL: http://www.awi.de/de/news/press_releases/detail/item/jaiser_et_al/?cHash=02d36d297b3d606eb9277091b1bbe929
  5. Beck 2006: Beck, E. G.. Der Wasserplanet. In: http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/wplanet/wp/index.htm; auch in: http://www.biokurs.de/treibhaus
  6. Beck 2007: Beck, E. G.. Der CO2-Betrug, der größte Skandal der Wissenschaftsgeschichte der Neuzeit? In: http://www.readers-edition.de/2007/05/07/der-co2-betrug-der-groesste-skandal-der-wissenschaftsgeschichte-der-neuzeit/
  7. Beck 2007/2: Beck, E.G. 180 Years of atmospheric CO2 Gas Analysis by Chemical Methods. In: ENERGY & ENVIRONMENT VOLUME 18 No. 2 2007
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       c CSIRO: Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation [5], CSIRO-Mk2 model 1961-2100
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       e GFDL: Geophysical Fluid Dynamics Laboratory [7], R30 Model 1961-2100
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  75. Schmitt 2002: D. Schmitt and M. Schüssler, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. In: Astronomie + Raumfahrt im Unterricht, 39, 5, 31-35, 2002 (Manuskript). Lindau 2002. In: http://www.mps.mpg.de/dokumente/publikationen/pa/pa_0301_klima.pdf
  76. Solanki 2002: S.K. Solanki, M. Schüssler, M. Fligge, 2002, Astronomy and Astrophysics; J. Beer, G.M. Raisbeck, F. Yiou, 1991, The Sun in Time. In: Schmitt 2002
  77. Suess 1955: Suess, H.E., Radiocarbon concentration in modern wood, Science, 122, 415-417, 1955
  78. UBA 2004: UBA. Klimaänderung - Festhalten an der vorgefassten Meinung? Wie stichhaltig sind die Argumente der Skeptiker? Berlin 2004
  79. Shaviv 2005: Shaviv, N. J. (2005), On climate response to changes in the cosmic ray flux and radiative budget, J. Geophys. Res., 110, A08105, doi:10.1029/2004JA010866
  80. Svensmark 2001: Svensmark, Henrik; Friis- Christensen. In: N3. Klima- Ketzer. Norddeutscher Rundfunk 13.11.2001
  81. Thüne 2008: Thüne, Wolfgang. Videobotschaft an Frau Merkel. In: secret.tv 2008. In: http://www.secret.tv/artikel4982184/Sehr_geehrte_Frau_Merkel. Auch bei http://www.youtube.com/watch?v=hnCY-MQSQaY
  82. Trenberth 2010: Trenberth, Kevin E., John T. Fasullo, Chris O'Dell, and Takmeng Wong (2010). Relationships between tropical sea surface temperature and top-of-atmosphere radiation. Geophys Res Lett 37 L03702. URL: http://dx.doi.org/10.1029/2009GL042314
  83. UBA 2006: UBA. Von Hockeyschlägern, Baumringen und mittelalterlichen Temperaturen. Berlin 2006
  84. USCCSP 2006: U.S. Climate Change Science Program (2006): Temperature Trends in the Lower Atmosphere. Steps for Understanding and Reconciling Differences. In: wikipedia/Kontroverse 2004
  85. Vahrenholt 2012: Vahrenholt, F. und Fritz S. Lüning. Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet. Hoffmann und Campe. Hamburg 2012
  86. Vahrenholt NOZ 2012: KJ. RWE-Manager Vahrenholt wirft Universität Osnabrück Maulkorb-Strategie vor und kritisiert Panikmache um den Klimawandel. Neue Osnabrücker Zeitung Online 27.09.2012. URL: http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/66556412/rwe-manager-vahrenholt-wirft-universitaet-osnabrueck-maulkorb-strategie-vor-und-kritisiert-panikmache-um-den-klimawandel
  87. Veizer 2005: Veizer, Jan. Celestial Climate Driver: A Perspective from Four Billion Years of the Carbon Cycle. Geoscience Canada 32 Number 1 March 2005. In: http://www.gac.ca/JOURNALS/GACV32No1Veizer.pdf
  88. Weart 2008: Weart, Spencer. The Discovery of Global Warming - Simple Models of Climate Change. URL: http://www.aip.org/history/climate/simple.htm
  89. wikipedia/Kontroverse 2004: wikipedia. 2004. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Kontroverse_um_die_globale_Erw%C3%A4rmung
  90. Wodopia 2008: Wodopia, Prof. Dr. Franz-Josef et al.. Klima und Energie. In: Steinkohle Jahresbericht 2008. In: http://www.gvst.de/site/steinkohle/steinkohle.htm

Glossar


aa Index - a 100-year series characterizing the magnetic activity... It is derived from from magnetic measurements near each of the poles (Greenwich and Melbourne observatories ...) [Benestad 2002]
AGW - anthropogenic global warming
CCN  - cloud condensation nuclei
CR - cosmic ray
CRF - cosmic radiation flux
GHG - Greenhouse Gas
gsl - global sea level
IR - infrarote Strahlung
NAO - nordatlantische Oszillation
p(CO2) - Partialdruck an CO2
PDO - pazifische dekadische Oszillation
UV - ultraviolette Strahlung
VIS - sichtbare Strahlung



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Nachwort


Vielleicht wäre es mir lieber gewesen, eine brauchbare Abhandlung im Schulbuch zu finden. Dann hätte ich in meiner Freizeit auch noch an der Zukunftsfähigkeit meines Hauses weiterbauen können (um Brennstoff zu sparen), oder die Zeit für den Umbau meines Audi A2 zum Elektroauto nutzen.
Dieses Beispiel hat mir jedoch wieder gezeigt, dass die wissenschaftliche Ausbildung für einen verantwortungsvollen Fachunterricht unerlässlich ist, und dass Bildung nicht nur methodische Kompetenzen umfasst, sondern auch Wissen. Nur so kann man sich als Mensch ein Bild machen, hierzu befähigt Bild-ung. Und: jeder Mensch hat ein eigenes Bild von der Welt. (Demnach sehe ich nichts Ehrenrühriges an meiner Feststellung, die Wahrheit nicht zu kennen.)
Ein Lehrer kann seinen Schüler nur gezielt auf Aspekte hinweisen und helfen, seinen Blick zu schärfen.

Meine größte Sorge ist die Unverblümtheit, mit der zukunftsrelevante Desinformationskampagnen betrieben werden - ohne dass jemand zur Verantwortung gezogen wird. Dass "Spin Doctor" in den USA eine abfällige Berufsbezeichnung ist, wundert nicht (spin - engl. Gerücht). Doch dass selbst im "Land der Dichter und Denker", das sich jetzt Bildungs- und Innovationsstandort nennt, die Bauernfängerei immer noch oder sogar wieder derart erfolgreich grassiert, raubt mir so manche Illusion von einer befriedigenden Lösung der sich abzeichnenden Nahrungs-, Wasser-, Energie-, Rohstoff-, und Umweltprobleme. Die jüngeren Umfrageergebnisse des UBA lassen dennoch hoffen, dass die Stammtischparolen der Klimaskeptiker nicht zum Allgemeingut geworden sind.

Wie wichtig interessenneutrale, staatliche Forschung ist, wird bei diesem Thema besonders deutlich.

Dieser Text ist all den unzähligen Menschen gewidmet (auch und vor allem den namenlosen), die mit ehrlicher Arbeit zum Erfolg der Wissenschaften beitragen: der Menschheit ein Stückchen mehr von der Wahrheit zu zeigen. Ich danke meiner Familie für ihre vielfältige Unterstützung.

©Harald Thielen-Redlich 2007-2015


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